Fürstenau feiert mit Pfarrfest 500 Jahre St.-Anna-Kirche
Zeit für Veränderung

Höxter-Fürstenau (WB). Der Kirchplatz der Katholischen Kirchengemeinde St. Anna Fürstenau ist am Sonntag gut besucht gewesen. Dort tummelten sich viele Menschen, die sich angeregt unterhielten oder entspannt mit einem kühlen Getränk auf Bänken verweilten. Grund dafür war das Pfarrfest zum 500-jährigen Bestehen der Pfarrkirche St. Anna.

Dienstag, 03.09.2019, 08:44 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 08:50 Uhr
Die St.-Anna-Kirche in Fürstenau besteht in diesem Jahr seit 500 Jahren. Dieses Jubiläum ist am vergangenen Wochenende mit einem Pfarrfest begangen worden. Über das Interesse der Gemeinde freuten sich: Thomas Nal (von links), Christa Stoltz, Dr. Lothar Lammersen, Ferdinand Welling, Hiltrud Vornholt und Antonius Westermeier. Foto: Celine Niemann

Im Verlaufe des Tages fanden Kirchenführungen und eine Turmbesteigung statt. Auf dem Kirchplatz wurde den Besuchern eine Vielzahl von Aktivitäten geboten. Dazu zählten Bastelangebote und eine Candybar. Außerdem bot ein Flohmarkt Kindern die Gelegenheit, ihre alten Schätze anzubieten.

Im hinteren Teil der Kirche konnte die Ausstellung »500 Jahre Grundsteinlegung St. Anna Kirche Fürstenau« zum Jubiläum betrachtet werden. Die Ausstellung unter dem Motto »Vergangenes wird lebendig, heutiges bewusst, Zukunft gestalten« soll im Sinne des Pfarrgemeinderats und Kirchenvorstandes Gespräche und Diskussionen fördern.

Anregungen zur Umgestaltung

Jeder soll hier die Möglichkeit haben, Ideen, Vorschläge und Kritik anzubringen. Christa Stolz, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, erklärte, dass es sich anbiete, zu diesem Zeitpunkt mit seinem Anliegen an die Gemeinde zu treten, da die technische Anlage des Gotteshauses nun erneuert werden muss und schon lange über eine Neugestaltung des Kircheninnenraums nachgedacht werde. »Wir wollen die Gemeinde bei diesem Prozess mit ins Boot holen, sodass bei dieser Veränderung jeder mitwirken kann«, so Stolz.

»Dazu würden wir gerne von den Interessierten wissen, was unbedingt bleiben soll, aber auch, was weg kann. Auf die Ergebnisse sind wir schon sehr gespannt. Dann überlegen wir, was davon umsetzbar und bezahlbar ist«, führte Hiltrud Vornholt, ebenfalls vom Pfarrgemeinderat, weiter aus.

»Natürlich können Veränderungen erstmal Angst machen, aber bisher konnten wir immer feststellen, dass das die Gemeinde toll mitmacht. Das freut uns sehr, da wir diesen Weg gemeinsam gehen wollen«, betonte sie. Diese Vorgehensweise löste bei der Gemeinde positive Reaktionen aus. »Ich finde wichtig, dass die Bürger miteinbezogen werden«, bestätigte Besucher Hermann Ridder aus Fürstenau.

Historie

Nach einer 500-jährigen Existenz kann die Pfarrkirche eine beeindruckende Geschichte vorweisen, die – genau wie ihre Zukunft – nicht ohne Veränderung auskommt. Die ersten dokumentierten Ursprünge der St.-Anna-Kirche Fürstenau gehen in das frühe 16. Jahrhundert zurück. Demnach wurde im Jahr 1519 der erste Teil der St.-Anna-Kirche erbaut. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser ursprüngliche Kern das jetzt noch vorhandene Längsschiff der Kirche ist.

Der einschiffige Grundbau des geweihten Gemäuers wird in der Denkmalliste der Stadt Höxter geführt. Er hatte zwei gerade, geschlossene Eingänge an der Nord- und Südseite. Über beiden Eingängen befanden sich so genannte Jahressteine. Einer dieser Steine ist jetzt an der Turmfassade angebracht und belegt die Grundsteinlegung 1560. Der Stein über dem ehemaligen Südeingang trägt die Jahreszahl 1603 – damit war der Bau vollendet.

Der ehemalige Ortsheimatpfleger Antonius Westermeier hat anderthalb Jahre gebraucht, um die umfangreiche Geschichte der Kirche aufzuarbeiten. »Ich musste dazu viele verschiedene Archive durchforsten«, betonte er. Die Idee, sich mit der Geschichte des geweihten Gemäuers auseinanderzusetzen, habe sich aus seinem Interesse heraus entwickelt.

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