Kommandeur Thomas Schöning und zwei Festleiter hören Ende August auf
Schützen vor Generationswechsel

Höxter(WB). An der Spitze der Höxteraner Gilde soll ein Generationswechsel stattfinden. Kommandeur Thomas Schöning stellt sich bei der Generalversammlung Ende August nicht mehr zur Wahl. Auch die beiden Festleiter Dirk Puhl und Michael Schuster geben ihre Ämter in jüngere Hände weiter.

Dienstag, 06.08.2019, 19:55 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 20:00 Uhr
Hoch zu Ross ritt Kommandeur Thomas Schöning bei Schützenfesten, wie hier im Sommer 2016, durch die Stadt. Foto: Ingo Schmitz

Zudem muss ein neuer Pressewart gewählt werden. Hauptmann beim Stabe Frank Zimmermann, Sascha Stankowski (3. Festleiter und Gilde-Rechnungsführer), Adjutant Philipp Bald sowie die Kompaniechefs Reinhold Fahle (1. Kompanie), Alfred Micus (2. Kompanie), Frank Lohmann (3. Kompanie) und Stefan Schrader (4. Kompanie) wollen weitermachen.

Kameradschaft

Major Thomas Schöning hatte schon zum Jahresbeginn angekündigt, das Kommandeursamt abgeben zu wollen. Damit wird im Jubiläumsjahr 2020 ein neuer Bataillonschef die 1000 Schützenbrüder der Kreisstadt kommandieren. Die Schützen hatten Schöning (3. Kompanie) vor acht Jahren mit überwältigender Mehrheit zum neuen Kommandeur gewählt. Er trat die Nachfolge von Claus-Werner Ahaus an, der damals nach 18-jähriger Amtszeit nicht mehr kandidiert hatte. Wie ein roter Faden zog sich das Thema »Gemeinsamkeit und Kameradschaft« durch die Ära Schöning. Sein Ansinnen war es, mit seiner ausgleichenden Art, die Gildekompanien

Blicken zufrieden auf ihre Zeit im Vorstand: Michael Schuster (von links), Thomas Schöning und Dirk Puhl. Foto: Michael Robrecht

Blicken zufrieden auf ihre Zeit im Vorstand: Michael Schuster (von links), Thomas Schöning und Dirk Puhl. Foto: Michael Robrecht

zusammenzuhalten.

Neue Impulse

Der 60-Jährige ist überzeugt, dass eine neue Generation der Gilde neue Impulse verleihen könne. »Es stehen in den Kompanien gute Leute bereit, die die Leitung weiter führen können«, sagt er. Schöning selbst will beim anstehenden Jubiläum im kommenden Jahr kräftig mithelfen, aber nicht mehr in der ersten Reihe. Viele Höxteraner und Schützen haben Schönings Entschluss bedauert, was der als Anerkennung seiner Arbeit versteht.

Mehr Zeit für Gartenschau

Wenn er auf seine Amtszeit zurückblickt, erinnert sich Thomas Schöning gerne daran, wie er das Reiten in Lüchtringen in der Reithalle gelernt hat. Auch das Redenhalten musste geübt werden. Geklappt hat beides dann vorzüglich. Stimmungen in der Gilde spüren und die Dinge zusammenführen, das sind Kommandeurs-Kernaufgaben. Die Position bringt zudem auch viel Aufmerksamkeit in Höxter mit sich. Neben den Schützen wird sich der selbstständige Malermeister im Förderverein Landesgartenschau 2023 und in seiner Familie stärker einbringen.

Manager des Schützenfestes

Die beiden Festleiter Dirk Puhl und Michael Schuster werden bei der Generalversammlung ihre Ämter abgeben. Sie haben besonders zu Schützenfestzeiten organisatorisch den Hut auf. Dirk Puhl war von 2008 bis 2010 Schützenkönig und regierte zusammen mit Ingrid Hofmann. Insgesamt hat er 18 Jahre lang in verschiedenen Vorstandsämtern in der 3. Kompanie und im Bataillon mitgearbeitet. Als Festleiter führte er Vertragsverhandlungen, stellte die wichtigen Kontakte zur Wirtschaft und zur Stadtverwaltung, zu anderen Vereinen und zu den Musikkapellen her. Puhl war auch die Anbindung des Schützen-Nachwuchses immer wichtig. Er hatte ein offenes Ohr für neue Ideen, um junge Leute in die Kompanien zu holen. Sein Motto: »Tradition bewahren und Modernes wagen«.

Schöne Erlebnisse

Er habe viele schöne Erlebnisse mit der Gilde gehabt, doch jetzt freue er sich auf mehr freie Zeit für seine Frau und seine jungen Kinder. Den Wechsel an der Gilde-Spitze bezeichnet er als »belebend für den großen Verein«.

Höxteraner in der Gilde

Für Michael Schuster war und ist die Gilde immer etwas Besonderes. Sein Motto: »Wer Höxteraner ist, der ist auch in der Gilde.« Mit Freude und Überzeugung ist Schuster im Schützenwesen aktiv. Er kümmerte sich als Festleiter um Etikette, Details der Abläufe, viele oft zeitintensive organisatorische Punkte. Schuster kümmerte sich auch um den Hofstaat und machte die jungen Leute mit den Traditionen des Festablaufes vertraut.

Sie stellen die Königin vor

Besondere Momente waren für die Festleiter immer die Königsproklamation in der Marktstraße nach dem Königsschießen und die spannend inszenierte Vorstellung der neuen Königin am Montag im Zelt. Die beiden kannten den Namen schon vorher – und sonst außer einzelnen Familienmitgliedern der Königin niemand.

Jubiläum mit Rückenwind

Vom Jubiläumsjahr erwartet Schuster, seit 1995 zweiter Festleiter, einen Motivationsschub für die Gildemitglieder. Mehr Zeit hat Schuster für die Kommunalpolitik und für Sport. Ihre potenziellen Nachfolger haben die Festleiter in den vergangenen Monaten bereits an ihre Aufgaben herangeführt.

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