CDU Beverungen ärgert sich über »Missmanagement« und fordert den Landesbetrieb
Der verkehrstechnische Kollaps

Beverungen/Höxter (WB). Matthias Goeken war sich am Freitagmorgen sicher, von Brakel nach Beverungen über Ottbergen fahren zu können – schließlich hatte die Bahn angekündigt, die Übergänge über das Annentagswochenende wieder öffnen zu wollen. »Ich musste dann aber doch über Höxter«, sagt der Landtagsabgeordnete, als er beim Vor-Ort-Termin der Beverunger CDU an der B 83 ankommt. Die »Sanierungspanne« hier, zwischen Wehrden und Beverungen, ist quasi das i-Tüpfelchen eines nervigen Baustellen-Sommers .

Samstag, 03.08.2019, 16:19 Uhr aktualisiert: 03.08.2019, 16:22 Uhr
Mit schwerem Gerät wird am Donnerstagabend in der Höxteraner Ortschaft Ottbergen am gesperrten Gleisübergang der B 64 in Richtung Brakel der Schotter aufgebracht. Zum Oberbau gehören Schienen, Schweller, Befestigung und »Bettung«. Foto: Harald Iding

»Der Unmut über die vielen Straßenbaumaßnahmen, Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen werden uns natürlich von der Bevölkerung gespiegelt«, sagt Günter Weskamp, Fraktionsvorsitzender der CDU im Beverunger Rat. Die Aussage von Matthias Goeken, er könne mit der Geschwindigkeitsbegrenzung bis 2020 gut leben (WESTFALEN-BLATT-Bericht vom 26. Juli) habe zusätzlich zu Irritationen geführt, so der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stephan Böker.

Fahrbahn B83 wird markiert

Goeken sagt am Freitag, dass er die Verärgerung in der Bevölkerung verstehe und stellt klar, dass dies nur ein Teil seiner Aussage war. »Natürlich behindern Geschwindigkeitsbegrenzungen in diesem Bereich den Verkehr. Dennoch kann ich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung besser leben als mit einer Sperrung der Straße. Bis die Straße repariert ist, gibt es leider keine andere Lösung für diesen Straßenabschnitt.« Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Der Landesbetrieb Straßen NRW hat Beverungens Bauamtsleiter Ludger Ernst zeitgleich darüber informiert, dass die Fahrbahnmarkierungen kurzfristig erfolgen sollen und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h damit aufgehoben werde. »Wann genau, kann der Landesbetrieb nicht sagen«, so Ernst. Eine entsprechende Firma sei bereits beauftragt, aber eben auch sehr ausgelastet. Dass Baufirmen derzeit keine freien Kapazitäten haben, ist auch das Argument des Landesbetriebes dafür, die B 83 in diesem Jahr nicht mehr sanieren zu können. »Nach dem derzeitigen Stand werden wohl dieses Jahr keine Asphaltierungen mehr an diesem Teilabschnitt vorgenommen«, so der Landesbetrieb. Mit einer Feinfräse sei nur die oberste Schicht der Fahrbahn abgefräst worden. Die Straße sei zurzeit verkehrssicher und die weitere Entwicklung werde beobachtet.

»Das ist mir zu wenig«, macht Christian Haase seinen Unmut deutlich. »Erst werden hier Baufehler gemacht und dann soll es ein dreiviertel Jahr dauern, bis diese beseitigt sind. Vertraglich geschuldete Nachbesserungen können doch nicht so lange dauern.« Man könne auch im Oktober oder November noch gut asphaltieren. Seine Parteikollgen bezweifeln zudem, dass die verbliebene Schicht der Fahrbahn den Winter schadlos überdauern kann.

Politik in Gesprächen mit Straßen NRW

Landtagsabgeordneter Matthias Goeken hat bereits Gespräche mit Straßen NRW geführt und versichert, auch weiterhin mit der Leitung des Landesbetriebes und dem NRW-Verkehrsministerium in Verbindung zu bleiben, um die Dringlichkeit zu unterstreichen. Er werde alles versuchen, die Sanierung schnellstens voranzutreiben, verspricht er. Erst durch Sanierungsarbeiten kam es im Mai beim Aufbringen von Rollsplitt zu Problemen mit der Fahrbahndecke auf der B83. »Letztlich dienen – bei aller Belastung – diese Maßnahmen dazu, unsere Straßen in einen guten Zustand zu bringen und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen«, so Matthias Goeken.

»Nichtsdestotrotz kann es nicht sein, dass die Bahn AG ohne vorherige Absprache die Bahnübergänge in Ottbergen auch noch sperrt«, zeigt sich Christian Haase sehr verärgert. »Jetzt kommt alles auf einmal und wir stehen verkehrstechnisch vor dem Kollaps, denn natürlich ist auch der öffentliche Personennahverkehr davon betroffen.«

Fraktionsvorsitzender Günter Weskamp ergänzt: »Die Weserbrücke in Beverungen kann nicht genutzt werden, die Bauabschnitte B64/B83 und die aktuellen Sperrungen der Bahnübergänge in Ottbergen tragen nicht gerade zur Entlastung bei. Wir sind in Beverungen fast isoliert.«

Sperrung der Bahnübergänge sorgt für Chaos

Gerade die Sperrung der Bahnübergänge in Ottbergen sorgt für Chaos. Deutsche Bahn und Straßen NRW seien eigentlich verpflichtet, sich abzusprechen. »Aber in diesem Fall muss man wirklich von einem Baustellen-Missmanagement sprechen«, so Matthias Goeken. Immerhin: Seit Freitagnachmittag sind beide Bahnübergänge in Ottbergen frei – aber nur über Annentag. Der im Bereich Gasthaus Spalting wird am Dienstag, 6. August, wieder dicht gemacht, der zweite Bahnübergang Richtung Hembsen am Mittwoch, 7. August. Die DB Netz führt noch bis zum 10. August Gleisarbeiten zwischen Ottbergen und Paderborn durch, weshalb in diesem Abschnitt keine Züge fahren. Und der Schienenersatzverkehr mit Bussen muss ebenfalls die großräumigen Umleitungen nutzen.

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