Viele Jahre Vize-Kommandeur der Schützengilde Höxter - Tief in der Tradition verwurzelt Christoph Otten plötzlich verstorben

Höxter (WB). Christoph Otten ist plötzlich verstorben. Die Schützengilde Höxter von 1595 trauert um ihr langjähriges Mitglied und ehemaligen Hauptmann beim Stabe. Der Verstorbene war Mitglied der 4. Kompanie und Offizier der Schützengilde. Im Jahr 2003 wurde Otten Adjutant im Stab der Schützengilde, anschließend übernahm er in der Zeit von 2007 bis 2015 die Aufgaben des Hauptmanns beim Stabe und des stellvertretenden Bataillonskommandeurs.

Von Michael Robrecht
Ist plötzlich verstorben: Christoph Otten aus Höxter.
Ist plötzlich verstorben: Christoph Otten aus Höxter. Foto: Harald Iding

»Christoph Otten war über viele Jahre ein engagiertes Mitglied der Schützengilde und hat mit seinem Wissen und Engagement die Gilde und ihre Traditionen wesentlich bereichert. Er war bei seinen Kameraden in der gesamten Gilde beliebt und wurde durchweg geschätzt«, erklärte Thomas Schöning, Kommandeur der Schützengilde. »Wir danken ihm für sein Engagement und werden ihn immer in Erinnerung halten. Seiner Familie gilt unser tiefstes Mitgefühl«, erklärte Schöning. Otten habe ihm noch vor kurzem zugesagt, sich mit seiner bekannten militär-historischen Stadtführung durch Höxter am Jubiläumsprogramm »425 Jahre Schützengilde« im Jahr 2020 aktiv zu beteiligen.

Viele kennen Christoph Otten (Jahrgang 1965, Abitur 1985 am KWG Höxter, dann Jura-Studium) auch als langjähriges Mitglied der Husarenkameradschaft in Rheder, als Reserveoffizier der Bundeswehr, engagiertes Mitglied in Studentenverbindungen und als Vorsitzenden des Traditionsvereins VII. Armeecorps Münster zu Höxter an der Weser. Das WESTFALEN-BLATT berichtete erst im Frühjahr über die Jahreshauptversammlung, wo Otten als Vorsitzender wiedergewählt worden war. Er setzte sich mit Mitstreitern dafür ein, dass die Preußen- und Kaiserzeit von 1850 bis 1906 nicht in Vergessenheit geraten solle und war bundesweit mit anderen Traditionsdarstellern auf Veranstaltungen mit historischen Bezügen in Uniform präsent – ein nicht alltägliches Hobby.

Christoph Otten bot seit fast zehn Jahren militär-historische Stadtführungen durch Höxters Garnisonsgeschichte an. Foto: M. Robrecht

Christoph Otten bot seit fast zehn Jahren militär-historische Stadtführungen durch Höxters Garnisonsgeschichte an, die 1860 begann. Pickelhaube, schmucke Majorsuniform und Bart: So haben ihn viele erlebt. Er war ein besonderer Mensch. »Wir werden heute gerne zu Stadtjubiläen, Feiern, Hoffesten wie in Rheder oder Kasernenveranstaltungen eingeladen und haben festgestellt, dass das Interesse an der Militärgeschichte offener und positiver bewertet wird als noch vor Jahren. Wir wissen aber auch, dass nicht alle mit dem Hobby etwas anfangen können«, sagte Otten am Rande des Feldlagers des Traditionsverbandes VII. Armeekorps Münster im April auf dem Bundeswehr-Wasserübungsplatz in Höxter. Der 53-Jährige selbst stellte immer einen Offizier der vor mehr als 100 Jahren in Höxter stationierten 55er Infanterie dar. Die Auftritte waren stets eine Mischung aus absoluter Ernsthaftigkeit, historischer Genauigkeit in der Inszenierung – und einem Augenzwinkern.

Otten war beruflich in Höxter als Rechtsanwalt und Berufsbetreuer tätig. Er hatte eine Kanzlei am Berliner Platz.

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