Knabenchortag: 500 junge Sänger besuchen Höxter und Corvey Stimmen erklingen zum Lobe Gottes

Höxter (WB). »Ihr seid ganz wichtige Missionare. Mit Eurem Gesang gebt Ihr die frohe Botschaft weiter.« Mit diesen wertschätzenden Worten hat Domkapitular Prälat Andreas Kurte am Freitag fast 500 Sänger aus mehreren Knabenchören vor der prachtvollen Kulisse der ehemaligen Abteikirche Corvey in ihrem Einsatz zum Lobpreis Gottes bestärkt.

Von Sabine Robrecht

Anlass des Besuchs der illustren Sängerschar war der Tag der Knabenchöre im Rahmen des Pueri-Cantores-Festivals in Paderborn. Ensembles aus Trier, Limburg, Köln und anderen Städten erkundeten Corvey und Höxter. Für den Paderborner Domchor war der Besuch im Welterbe angesichts der langen Anreisewege vieler Festivalteilnehmer vergleichsweise ein Heimspiel.

Das galt in besonderer Weise für Prälat Andreas Kurte, der die vielen Sänger begleitete und in Corvey mit ihnen Eucharistie feierte. Kurte war fünf Jahre Pfarrdechant in Höxter gewesen. Und auch jetzt, da er schon elf Jahre in Paderborn tätig sei, »hängt mein Herz besonders an dieser Kirche«, gab er zu.

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Corvey ist neben dem Paderborner Dom der zweitwichtigste Ort, den wir im Erzbistum haben.

Prälat Andreas Kurte

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Für die Bedeutung des Welterbe-Westwerks legte der Geistliche vor dem großen jungen Zuhörerkreis ein klares Bekenntnis ab: »Corvey ist neben dem Paderborner Dom der zweitwichtigste Ort, den wir im Erzbistum haben, weil er vor 1200 Jahren gebaut worden ist, damit die gute Botschaft Christi weitergegeben wurde. Von diesem Zentrum aus sind Männer ausgezogen, um den Glauben zu verkünden. Wenn Ihr in Dänemark, Norwegen oder Schweden Urlaub macht und dort Christen trefft, dann sind sie von diesem Ort aus christianisiert worden.«

Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek griff das Motto des Chorfestivals, »Unsere Quelle bist Du«, auf und baute ebenfalls eine Brücke zu Corvey. »Eine Quelle hat etwas mit Ursprung zu tun. Corvey ist ein Ursprungsort des christlichen Glaubens im Norden und Osten Europas.«

Blechbläser begleiten die Chöre

Mit der Geschichte, die die Welterbestätte im Weserbogen atmet, machte Kirchenvorstandsmitglied Josef Kowalski die junge Sängerschar am Ende des Gottesdienstes vertraut. Von Benediktinermönchen aus Corbie gegründet, sei das Kloster in seiner Blütezeit ein Zentrum für Bildung, Wissenschaft und Forschung und auch ein Wirtschaftsunternehmen gewesen, in dem die römisch-deutschen Kaiser und Könige bis zum Ende des 12. Jahrhunderts mehr als zwanzigmal ihre Hoftage abhielten.

An diesem bedeutenden Ort brachten die Sänger während der Liturgie ihre geschulten Stimmen in einer Fulminanz zur Entfaltung, die zu Herzen ging und die das Lob Gottes geradezu emporsteigen ließ. Instrumental von einem Bläserensemble der Musikhochschule Detmold und von Kirchenmusikerin Anna Bednarek begleitet, gestalteten die Jungen und jungen Männer den Gottesdienst mit. Immer wieder sahen sie sich, während sie sangen, in der Abteikirche mit ihrer prachtvollen barocken Ausstattung um und ließen ihren Gesang zur Ehre Gottes mit dem gebauten Lobpreis des Kirchenraums zu einer Symbiose des Bekenntnisses und der Verkündigung des Evangeliums verschmelzen.

Ständchen im herzoglichen Garten

Mit Corvey verbunden ist auch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Dem Dichter des Deutschlandliedes zu Ehren intonierten die Knabenchöre im herzoglichen Garten die Nationalhymne. Weitere Lieder rundeten das Ständchen bei Sonnenschein ab. Es galt dem Hausherrn des Schlosses, Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, und seiner Familie.

»Wir haben noch nie ein Ständchen mit so vielen Sängern bekommen«, brachte der Herzog seine Freude zum Ausdruck. »Wie Ihr die Kirche mit dem Lob Gottes erfüllt habt, lässt die Herzen höher schlagen«, zeigte er sich beeindruckt von diesem bewegenden Gottesdienst.

Weserlied als Hommage an die Region

Mit einer »weltlichen« Hommage an die Region überraschten die Sänger die Bürger Höxters: Mit dem Weserdampfer unterwegs in die Stadt, erklang aus 500 Kehlen das Weserlied. »Einfach bombastisch«, schwärmten Passanten. Und als die Ohrenzeugen das »Weserlied« noch im Kopf hatten, bereiteten sich die Sänger schon auf das nächste Highlight ihres Besuchs vor: Bei einem Fußballturnier in Brenkhausen kämpften sie ums runde Leder. Auf dem Platz setzten sie ihre Stimmen nicht musikalisch ein. Vikar Jonas Klur, selbst ein Ball-Virtuose und Spieler beim SV Höxter, hatte das Turnier mitorganisiert.

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