Nach 47 Jahren geht im Kreis Höxter eine Ära mit Feier zur Schulschließung zu Ende
Bye bye Hauptschule Am Bielenberg

Höxter  (WB). 47 Jahre Hauptschule Am Bielenberg in Höxter. Eine Ära wird mit Abschluss dieses Schuljahres in wenigen Tagen beendet. Die letzte Hauptschule im Kreis Höxter schließt ihre Pforten. Die eindrucksvolle Geschichte, die im Sommer 1972 begann, wird am Mittwoch, 10. Juli, mit der Feier zur Schulschließung das letzte Kapitel erfahren.

Mittwoch, 03.07.2019, 19:43 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 20:30 Uhr
Geschafft: Die drei Abschlussklassen der Klassen 10 der Hauptschule Am Bielenberg freuen sich auf die Feier zur Schulschließung. Foto: Jürgen Drüke

»By bye Hauptschule Am Bielenberg.« So heißt der Titel der Schülerzeitung »Durchblick«, die es an der HS seit mehr als 30 Jahren gibt. Schulleiter Ludger Mahrenholz ist in und mit der Schule älter geworden. Als Lehrer hat er hier in den 80-ziger Jahren begonnen und geht mit der Hauptschule Am Bielenberg in den verdienten Ruhestand. »Die Stimmung ist eine Mischung aus Abschiedsschmerz, Wehmut, verbunden mit vielen schönen Erinnerungen, und gleichzeitig einem Neuanfang«, berichtet Mahrenholz. Die drei Abschlussklassen 10A1, 10A2 und 10B, das sind die letzten 54 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule, haben gestern bereits ihre Abschlusszeugnisse erhalten.

Hauptschule Erzählt

Was würde uns die Hauptschule erzählen, wenn sie könnte? Lassen wir sie doch einfach mal zurückblicken: »Der Lack mag zwar äußerlich bei mir hier und da ab sein. So fehlt in meinem Namenszug im Eingangsbereich der Schule beispielsweise der Buchstabe B wie Bielenberg. Doch in meinem Inneren bin ich jung geblieben. Das haben die Schüler und innovativen Lehrer sowie die zahlreichen Projekte in nunmehr fast 50 Jahren bewirkt. Lehrer, Schüler und Eltern saßen bei mir in einem Boot und haben sich den Anforderungen der Zeit gestellt.

Letzte Hauptschule im Kreis schließt

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Foto: Jürgen Drüke
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Was war das für eine Freude, als ich im Sommer 1972 eingeweiht wurde. Gründungsrektor Heinz Onnebrink hielt eine beeindruckende Rede. Der erste Rektor war ein großer, sattlicher Mann gewesen. Die mit Abstand meisten Schüler besuchten damals noch die Hauptschule. Ja, ich stand hoch im Kurs. Die angrenzende Realschule und das König-Wilhelm-Gymnasium waren sehr oft neidisch auf mich. Mitte der 80-ziger und in den 90-ziger Jahren habe ich mehr als 700 Schülerinnen und Schüler beherbergt. 1987 folgte Helmuth Müller auf Onnebrink als Schulleiter und 1992 mit der Zusammenlegung der HS Im Petrifeld Dieter Kuhweide. Wieder gab es einen erheblichen Schülerzuwachs.

Reformen und Projekte

Es begann die Zeit der Reformen und Projekte. Mit Beginn des Jahrtausends bin ich fast vor Stolz geplatzt, als der Start des verlässlichen Ganztagsangebotes 13Plus eingeführt wurde. 2002 gehörte ich zu den 237 Schulen in NRW, welche die Gestaltungsfreiheit und Selbstverantwortung in den Vordergrund stellten. 2003 wurde Ludger Mahrenholz neuer Schulleiter. Wir waren fleißig und oft der Zeit voraus. 2004 stellten wir die Berufserkundung in den Vordergrund. Seit 2005 gibt es eine Vielzahl von Kooperationen. Hoch im Kurs stand der Bau von Seifenkisten und Seifenkistenrennen mit Höxteraner Kraftfahrzeug- und Tischlerei-Betrieben. Die Bewerbungs-Trainingseinheiten mit einer Vielzahl heimischer Betriebe kam gut an. Wir haben zudem eine Lesepatenschaft mit dem WESTFALEN-BLATT gegründet.

2,2 Millionen Euro

2006 war es dann soweit – die Umwandlung zur Ganztags­schule. Ich war eine von zwei kreisweiten Ganztagsschulen. Ein Unterrichtstrakt und ein Mensatrakt mit zwei Nebenräumen für 2,2 Millionen Euro wurden neugebaut. 2008 ist das Modellvorhaben Selbstständige Schule abgeschlossen worden. Eine Vielzahl von Ergebnissen unseres Modells flossen in das NRW-Schulgesetz ein. In den folgenden Jahren folgten Kooperationen mit Seniorenheimen im Wahlunterricht des zehnten Jahrgangs. Inklusion und Integration standen bei uns seit 2011 ganz hoch im Kurs. 2012 habe ich einige Tränen verdrückt, der Rat der Stadt Höxter beschloss, die Hauptschule aufzulösen und gleichzeitig die Sekundarschule aufzubauen. Mit der Sekundarschule sind wir alle top klargekommen. So wie auch mit der Realschule und dem KWG.

Abschied fällt schwer

Nun gehe ich in den Ruhestand. Der Abschied fällt mir schwer. 47 Jahre sind so schnell vergangen. Eigentlich würde ich als Hauptschule gerne noch ein paar Jahre dranhängen. Der Sekundarschule wünsche ich viel Glück. Feiern werden wir am Mittwoch, 10. Juli, ab 15 Uhr in der Aula der Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule. Das wird ein Wiedersehen. Ehemalige Schüler, Lehrer und Freunde kommen. Die Festansprache wird Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl halten.«

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