Mehr als 70 Einsatzkräfte aus der Region in Höxter-Brenkhausen
Großeinsatz: Getreidefeld in Brand

Höxter (WB). »Ich war gerade dabei, das Getreidefeld zu mähen, als ich plötzlich am anderen Ende des Feldes Qualm entdeckte!« Sofort griff der Familienvater zum Handy und rief die »112« an. Dem Landwirt Markus Sauer (41) aus Höxter-Brenkhausen steckt der Schreck noch in den Knochen.

Montag, 01.07.2019, 10:15 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 11:38 Uhr
Rund 8000 Quadratmeter eines Getreidefeldes in Höxter-Brenkhausen sind laut Feuerwehr verbrannt. Neun Wehren aus der Region (darunter auch Kräfte aus Boffzen und Holzminden) waren am Sonntag im Einsatz. Foto: Freiwillige Feuerwehr Höxter

Für die Feuerwehren hieß das am Sonntag Großeinsatz mit mehr als 70 Kräften. Der plötzliche Brand passierte auch noch genau zu dem Zeitpunkt, als alle Löschgruppen der Großgemeinde dem Geburtstagskind, der Löschgruppe Lüchtringen, beim großen Jubelfest mit Umzug (111 Jahre LG Lüchtringen) gratulierten. Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Feld waren nach erster Einschätzung der Freiwilligen Feuerwehr Höxter rund 8000 Quadratmeter vom Feuer betroffen. Erschwerend kam hinzu, dass sich gleich neben dem Feld das Wohnhaus (Grasweg) und eine Scheune befinden.

Wohnhaus und Scheune gleich nebenan

»Als die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen anrückte, haben sie sofort zu Beginn des Feldes, neben unserem Haus, mit der Brandbekämpfung begonnen. Sie arbeiteten sich dann den Berg weiter nach oben vor!« Er könne den Feuerwehrkräften nur seinen allergrößten Dank aussprechen. Dabei wäre er selbst gerne beim Jubelfest in Lüchtringen dabei gewesen.

Schnelle Hilfe

»Ich gehöre dem Spielmannszug Brenkhausen an. Musste aber meine Teilnahme dort für Sonntag absagen, weil ich die Gerste einfahren wollte.« Und Sauer ist überzeugt: »Bis auf den abgebrannten Teil des Feldes ist ja zum Glück nichts passiert – dank der Einsatzkräfte!« Schon zwei Stunden später stand der erfahrene Landwirt wieder auf dem Feld und mähte mit seiner großen Maschine den restlichen Teil des Feldes ab.

Landwirt Markus Sauer (41) blickt auf das Getreidefeld, wo das Feuer ausgebrochen ist.

Landwirt Markus Sauer (41) blickt auf das Getreidefeld, wo das Feuer ausgebrochen ist. Foto: Harald Iding

»An meinem Mähdrescher ist nichts dran, alles funktioniert. Wer weiß, wie sich das Getreide entzündet hat«, sagte Sauer dieser Zeitung. Auch die Polizei sei vor Ort gewesen. Der Landwirt sagte am späten Sonntagnachmittag dem WESTFALEN-BLATT: »Sicherheitshalber halten mein Bruder und ich weiterhin den Blick auf das Feld – quasi als Brandwache.« So einen Brand habe Sauer noch nicht erlebt. »Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich die 112 angerufen!«

12.000 Liter Wasser direkt aufgebracht

»Mit zwei landwirtschaftlichen Behältern konnten rund 12.000 Liter Wasser direkt auf das Feld gebracht werden. Die Einsatzleitung vor Ort hatte Höxters Feuerwehrchef Jürgen Schmits, der wie viele andere zuvor noch beim Festumzug in Lüchtringen mitmarschiert war. Folgende Einheiten wurden unter anderem alarmiert: Die Feuerwehr Marienmünster, die Löschgruppe Brenkhausen, der Löschzug Höxter, die Löschgruppe Lüchtringen, die Löschgruppe Lütmarsen, der Rettungsdienst Höxter, die Feuerwehr Boffzen, die Löschgruppe Fürstenberg, die Feuerwehr Holzminden und die Löschgruppe Meinbrexen.

Übergabestelle mit fünf Tanklöschfahrzeugen

Ein sogenannter Grubber (landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung) habe dann das Feld abschließend vom brennbaren Bereich zum noch nicht betroffenen Bereich bearbeitet, so die Feuerwehr. Laut der Einsatzkräfte musste eine zivile Person mit Hitzeerschöpfung vom Rettungsdienst versorgt werden.

Und es gab noch eine weitere Besonderheit: Mit fünf Tanklöschfahrzeugen aus Höxter, Holzminden, Bredenborn, Boffzen und Meinbrexen wurde eine »Wasserübergabestelle« (5000-Liter-Behälter) eingerichtet. Die Feuerwehr: »Dadurch konnte eine kontinuierliche und ausreichende Wasserversorgung hergestellt werden!« Übrigens: Durch eine vorgeplante Bereitschaft wegen des Festes in Lüchtringen konnten bereits kurze Zeit nach dem Alarm Kräfte aus Höxter und Lüchtringen zum Einsatzort abrücken.

 

 

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