TH OWL macht wissenschaftliche Entdeckung: Kreisstadt hat Zwillingsstadt in Frankreich
Höxter bekommt Klima von Limoges

Höxter  (WB). Wer möchte nicht wissen, wie das Klima in Zukunft in seiner Region aus­sieht? Die Höxteraner bekommen nun konkrete und wissenschaftliche Hinweise. Dabei geben Daten aus der französischen Stadt Limoges zwischen 1973 und 1990 interessante Aufschlüsse.

Mittwoch, 08.05.2019, 19:58 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 21:19 Uhr
Im Botanischen Garten der Technischen Hochschule: Die Masterstudierenden Mirco Timmer (von links), Christian Bußkamp, Gabriela Reh sowie Prof. Dr. Ulrich Riedl und Dekan Prof. Dr. Hans-Peter Rohler. Foto: Harald Iding

Wissenschaftliche Ergebnisse von Masterstudierenden der Technischen Hochschule OWL machen es möglich und stellen einen interessanten Vergleich her: »Demnach wird die Durch­schnittstemperatur nach einem Klima-Szenario in der Kreisstadt im Zeitraum 2071 bis 2100 bei 11,1 Grad liegen und die Niederschlagsmenge bei 976 Millimeter angesiedelt sein. Das ist identisch mit den Werten von Limoges – hier waren es zwischen 1973 und 1990 durchschnittlich 10,9 Grad und 1015 Millimeter Niederschlag.

Klimavorsorge der Stadt Höxter

»Unsere Arbeit über die Klimavorsorge der Stadt Höxter hat den Vergleich zutage gefördert«, berichtet wissenschaftlicher Mitarbeiter Mirco Timmer aus dem Höxteraner Studenten-Team. Die Studierenden des Master-Semesters Landschaftsarchitektur der Technischen Hochschule OWL am Campus Höxter haben im Wintersemester unter dem Jahresthema »Klimawandel« interessante Ergebnisse erarbeitet. »Auf Grundlage verschiedener Klimaszenarien stellen wir Perspektiven und Planungsvorschläge zur Klimavorsorge vor«, erklärt Professor Dr. Ulrich Riedl von der TH OWL.

Hochschule: Klimaforschung in Höxter mit Ausstellung

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Der Blick voraus geht bei den Masterstudierenden bis 2100. Die Auswirkungen auf die Stadtentwicklung, den Naturschutz sowie Forst-, Land- und Wasserwirtschaft werden unter anderem dargestellt. Was sollte verändert und angepasst werden? »Eine höhere Lufttemperatur bewirkt eine höhere Bodentemperatur«, sagt Timmer. Im Zeitraum von 1961 bis heute sei die Temperatur in Höxter bereits um ein Grad gestiegen. Die Treibhausgas-Emissionen werden in der Arbeit der Studenten für die Zukunft stark heruntergefahren.

Douglasie statt Fichte

Die Studenten zeigen an konkreten Beispielen Auswirkungen für den Anbau in der Land- und Forstwirtschaft auf. So sei die Fichte in der Region Höxter bereits jetzt die nicht mehr angemessene Baumart. Der Vorschlag der Studenten ist ein Mischwald, in dem die Douglasie bevorzugt wird. Zudem wird das öffentliche Verkehrsnetz ausgebaut. Die Begrünung auf Dächern und Flächen wächst. »Der Weinanbau könnte zukünftig für die heimische Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen«, sagt Professor Dr. Ulrich Riedl anhand der Daten.

Von Umweltkatastrophen könnte auch Höxter nicht verschont bleiben. So wie die im Juni 2018, als Wassermassen die Straßen in Ottbergen überfluteten und die Ortschaft im Schlamm versinken ließen. Darauf wird in der Ausarbeitung der TH OWL mit Naturschutz- und Erosionsschutz-Maßnahmen reagiert.

Projekte auf dem Weg

»Wir haben inzwischen einige Projekte auf den Weg gebracht und arbeiten mit der Stadt Höxter zusammen. Das geschieht auch im Hinblick auf die Landesgartenschau 2023. Eine kleine Gartenschau vor der Landesgartenschau gibt es an der TH bereits im Kleinen«, berichtet Dekan Prof. Dr. Hans-Peter Rohler. Der Botanische Garten der Hochschule sei ein Schmuckstück. »Die Auswirkungen des Klimas sind gravierend. Wir geben Anregungen. Wichtig ist die Zusammenarbeit aller Akteure«, so Mirco Timmer.

»Das Klima in Höxter wird sich verändern. Wir können es positiv beeinflussen«, wissen die Studenten. Höxter schaut dabei in Zukunft immer öfter auf die sich herauskristallisierende Zwillingsstadt Limoges in Frankreich.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Das Ergebnis ist beeindruckend: Masterstudierende der Technischen Hochschule OWL betreiben an ihrem Standort Klimavorsorge für Höxter und machen Vorschläge. Fleiß, Kreativität und Fachwissen haben die jungen Menschen mit ihren Professoren in die Waagschale geworfen. Höxter kann sich beim Zukunftsthema »Klimawandel« positionieren und im Kleinen Großes für die Umwelt und die Stadtentwicklung leisten. Studenten treiben das Projekt voran und sorgen für die mustergültige Steilvorlage.

Im Rathaus loben sie die Ausarbeitung und Planungsentwürfe von der TH OWL. Baudezernentin Koch spielt gerne den Doppelpass mit den jungen Umweltplanern und weiß im Hinblick auf die Landesgartenschau 2023, dass die Hochschule in der eigenen Stadt Schrittmacherdienste leistet.

Höxter kann trotz Erwärmung aufblühen. Höxter kann sich entwickeln, auch wenn die Nutzungsmöglichkeiten in Land- und Forstwirtschaft in Zukunft anders aussehen werden. Die mannschaftliche Geschlossenheit aus TH OWL, Stadt Höxter und Bürgern kann in Volltreffern münden.

Die Landesgartenschau ist Herausforderung und Prüfstein für die Entwicklung in Jahrzehnten. Warum sollen denn nur die Niederlande oder Schweden Vorreiter beim Klima sein? Höxter kann es auch.

Kommentare

Mirco Timmer  wrote: 14.05.2019 15:43
Klimavorsorge Stadt Höxter
Sehr geehrter Herr Anderer,

wir als Masterstudierende der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben uns ernsthaft mit der Thematik "Klimawandel" auseinander gesetzt. Selbstverständlich sind uns die Unterschiede zwischen Stadt und Land bewusst, weshalb die Ausstellung die Besonderheiten einer Kleinstadt wie Höxter auch beleuchtet.
In der Ausstellung geht es auch nicht darum zu sagen "so wird es auf jeden Fall". Vielmehr werden verschiedene erdenkliche Probleme und Lösungen angesprochen. Der Vergleich mit Limoges ist dabei nur ein plakatives Beispiel einer möglichen Klimaentwicklung, welcher als Einstieg in die Ausstellung Interesse beim Besucher wecken soll.

Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Gelegenheit nutzen würden.
Kontakt: mirco.timmer(at)th-owl.de

Mit freundlichen Grüßen
Mirco Timmer
Mathias Anderer  wrote: 10.05.2019 06:42
Wahrsager und Hellseher...
...haben wieder Hochkonjunktur. Wer's glaubt, wird selig. Diesem pseudowissentschaftlichen Quatsch einen ganzen Artikel zu widmen, als wäre alles schon gewesen oder bewiesen, halte ich nicht gerade für seriös.

"Warum sollen denn nur die Niederlande oder Schweden Vorreiter beim Klima sein? Höxter kann es auch."
Stadt und Land nicht unterscheiden können, aber vorhersehen wollen, was in hundert Jahren sein wird. Das sind mir die richtigen!
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