Höxters Angler wollen Seegelände besonders überwachen – mit Video
Keine Spur zur Schlange: Still ruht der See

Höxter (WB). Gesprächsthema und Frage Nr.1 am Godelheimer See und in Höxter am Wochenende war: Wie kommen zwei Meter lange Hautreste einer Boa Constrictor auf das Gelände des Höxteraner Segelclubs?

Montag, 06.05.2019, 17:17 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 17:20 Uhr
Godelheimer See: Neben dieser Segelclubhütte, zwischen Steg und Gebüsch, ist Boa-Haut entdeckt worden. Der Segelsteg liegt 500 Meter vom weißen Sandstrand (im Hintergrund) entfernt. Foto: Michael Robrecht

Boa-Constrictor: Schlangenhaut am Godelheimer See

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Wie berichtet, hatte ein Segler unweit des Bootsanlegestegs an einem Clubunterstand mit Sitzgelegenheiten schon Anfang April die Häutung der Würgeschlange gefunden. Die Behörden sind informiert. Biologe Dr. Burkhart Beinlich hat die Echtheit der Haut bestätigt. Weitere Suchaktionen oder behördliche Warnungen gibt es vorerst nicht. Das Motto heißt weiter: »Keine Panik.« Polizeisprecher Jörg Niggemann sagte, es seien bei der Polizei Höxter nach der Erstveröffentlichung im WESTFALEN-BLATT am Samstag keine Hinweise in der Wache in Höxter eingegangen: »Still ruht der See«.

Peter Thiele, Vorsitzender des Fischereivereins Höxter und auch zuständig für die Fischereiaufsicht des vom Landesfischereiverbandes NRW gepachteten Freizeitsees, kündigte eine verstärkte Wachsamkeit der vielen Angler an der Seenplatte an. Gerade jetzt im Mai säßen wieder viele bis nachts und früh morgens in der Dämmerung an den Ufern und könnten Beobachtungen machen. Er halte die Aussetzung einer sonst in einem Terrarium gehaltenen Boa für nicht unwahrscheinlich. So eine Würgeschlange, die keine Giftzähne besitze und ihre Beute wie Mäuse, Kaninchen oder Küken, ersticke, sei schon ein ungewöhnlicher Fall am Badesee. »Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es so einen Hautfund schon einmal gab«, sagte Peter Thiele.

Meldungen über Schlangenfunde nehmen zu

Dass Leute in den Godelheimer Seen auch exotische Tiere aussetzen, das kennt der Vorsitzende des Fischereivereins. So lebten Schildkröten im See sowie reichlich verschiedene Aquarienfische. Gesehen habe er auch mehr als einen Meter lange Ringelnattern oder auch zwei Meter lange, dicke Welse. Große Fische wie Zander und Heckt lebten zudem in den Gewässern. Die Frage sei nun, ob eine ausgesetzte Würgeschlange am See überleben könne. Nur an wärmere Tagen kämen die Tiere aus den Erdlöchern oder aus Böschungsspalten, vorher befänden sie sich in einer Kältestarre.

Tom Kirschey vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland in Berlin berichtet davon, dass Meldungen über Schlangenfunde stark zunehmen. Es seien vor allem exotische Arten, die Passanten in Panik versetzten und die Polizei und Ordnungsamt auf den Plan riefen. Die Tiere seien keine Einwanderer, sondern entweder aus Terrarien ausgebüxt oder von ihren Haltern ausgesetzt worden. Die Exotenstation, beispielsweise des Berliner Tierheims, ist zurzeit bis zum Rand gefüllt. Schuld ist ein Trend zu ungewöhnlichen Haustieren, mit denen die Halter irgendwann überfordert seien.

Auf Dauer sind solche Schlangen in freier deutscher Wildbahn nicht überlebensfähig. Wenn der Winter kommt, gehen die meisten ein, sagen Experten. Sie sind schlicht nicht frosttolerant. Temperaturen unter 15 Grad sind die aus Südamerika stammenden Tiere nicht gewohnt. Das Problem könnte sich allein erledigen, es sei denn es tauchen jetzt neue Spuren am Godelheimer See auf, weil die Schlange erst kürzlich ausgesetzt wurde. Hinweise nehmen Polizei (Tel. 05271/9620) und Höxters Ordnungsamt (Tel. 05271/9630) entgegen.

Diskussion in sozialen Medien

Auf Facebook finden sich einige Kommentare zur Schlangenhaut am Badesee:

Mario Düker zur Boa Constrictor: »Jedenfalls muss jetzt bestimmt der Ausbau der B64 komplett überdacht werden und für mehrere Millionen Euro ein Areal geschaffen werden, welches dieser Art gerecht wird.«

Susann Zareba: »Mal ganz ehrlich. So viel wie am See immer los ist, und dann soll eine zwei Meter lange Schlange noch keinem aufgefallen sein? Kann ich mir nicht vorstellen.«

Gerhard Zufall: »Das Ungeheuer vom Godelheimer See.«

Ines Wiesner-Bender: »Wo genau wollen wir dieses Jahr wieder paddeln gehen?«

Christin Niehörster: »Oh mein Gott!«

 

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