Nach dem Busunglück bei Rom vor 30 Jahren: Ehemalige Wallfahrer tauschen ihre Erinnerungen aus
»Enorme Hilfsbereitschaft der Italiener«

Höxter/Beverungen (WB/hai). Es ist ein ganz besonderes Wiedersehen gewesen: Drei Jahrzehnte nach dem schlimmen Busunglück bei Rom haben sich ehemalige Teilnehmer der Wallfahrt jetzt im Kreis Höxter (Hotel Weserblick in Blankenau) wiedergesehen.

Montag, 06.05.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 11:34 Uhr
30 Jahre nach dem Busunglück haben sich die ehemaligen Wallfahrer wieder getroffen. Foto: K. Schröder

Das WESTFALEN-BLATT berichtete im Vorfeld der Veranstaltung über den Jahrestag und die persönlichen Eindrücke des Ehepaares Dieter und Sylvia Siebeck aus Höxter. Im Mai 1989 passierte der Unfall. 26 der 47 Personen, die dabei waren (es gab 28 Verletzte), trafen sich jetzt zum Austausch – der älteste Gast war 85 Jahre alt, die jüngste Teilnehmerin 57 Jahre alt. Auch der damalige Vize-Kommandeur des Pionierbataillons 7 in Höxter, Eckhard Paetzold, nahm mit seiner Ehefrau an dem Treffen teil.

Er hatte sich am Samstag, 6. Mai 1989, nach dem Unglück sofort und in enger Absprache mit dem Deutschen Botschafter in Rom um die vielen organisatorischen Fragen (Versorgung in den Krankenhäusern, Rücktransport nach Deutschland, Kontakt mit den Angehörigen der Rom-Wallfahrer) gekümmert.

Dankeslied gesungen

Dieter Siebeck, ehemaliger Berufssoldat: »Wir haben gemeinsam ein Dankeslied gesungen und einige Stunden lang über den Tag der Rückfahrt geredet. Es war natürlich das Hauptthema.« Vor allem die Hilfsbereitschaft der Italiener lobten sie noch einmal. »Da waren zum Beispiel drei Sanitäter, die nach ihrem Dienst auf dem Weg zu ihren Wohnungen waren und zufällig am Unfallort vorbeikamen. Sie hielten sofort an und brachten eine schwer verletzte Person in ihrem Privatwagen direkt ins Krankenhaus. Die Hilfsbereitschaft war enorm«, so Siebeck.

Ein Bauer, der vom Feld aus das Geschehen beobachtet hatte, brachte den geschockten Bus­gästen etwas zu trinken. »Viele Details sind beim Treffen zum Vorschein gekommen. Und auch, dass der Busfahrer wohl in der Kurve von Sonnenlicht geblendet worden sein könnte, bevor der Bus auf den Lkw fuhr, der schwere Eisenträger geladen hatte.«

Wallfahrt nach Lourdes geplant

Übrigens: Einige der Schwerstverletzten nahmen 1990 an einer Internationalen Soldatenwallfahrt (Lourdes) teil. 2020 jährt sich dieser Tag auch zum 30. Mal. Dann wollen sie wieder dorthin reisen.

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