Daniel Razat (38) aus Ovenhausen tritt als parteiloser Bewerber in Höxter an
Der erste Bürgermeisterkandidat für 2020

Höxter (WB). Daniel Razat (38) möchte Bürgermeister in Höxter werden. Er tritt als unabhängiger Kandidat bei den Kommunalwahlen im Herbst 2020 an. Razat führt zurzeit Gespräche mit den Ratsparteien und hofft auf eine breite Unterstützung für seine Kandidatur.

Freitag, 03.05.2019, 15:25 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 19:28 Uhr
Daniel Razat aus Ovenhausen (im Hintergrund) will als unabhängiger Kandidat für das Bürgermeisteramt 2020 in Höxter antreten: Er hofft auf Unterstützung der CDU, will auch die SPD und Ratsparteien wie UWG, BfH oder Grüne überzeugen. Foto: Michael Robrecht

Daniel Razat (38) wohnt mit seiner Frau Kirsten (38) und den drei Kindern (10, 7 und 2 Jahre) in Ovenhausen. Er hat als erster Bürgermeisterkandidat seinen Hut für 2020 in den Ring geworfen: Der Bundeswehroffizier sagte, dass er seine Kandidatur seit einigen Monaten vorbereitet habe: »Ja, ich trete an. Ich möchte Höxters Zukunft aktiv mit gestalten. Durch meine Ausbildung und den beruflichen Werdegang kann ich Höxter etwas geben, und ich möchte etwas bewegen.« Der 38-Jährige ist zurzeit als Oberstleutnant im Generalstab im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam tätig, von wo aus die Auslandseinsätze koordiniert werden. Razat hat bisher kein politisches Mandat inne gehabt, war aber bei den Jungen Liberalen (Landesgeschäftsführer der NRW-Julis) und in der FDP aktiv. Er sei heute parteilos, sagte Razat.

Die Parteien hatten, wie angekündigt, mit 14 Kandidatinnen und Kandidaten über die Bürgermeisterwahl gesprochen. Daniel Razat ist in der CDU in die engere Wahl gekommen, möglicherweise als unabhängiger Bürgermeisterkandidat unterstützt zu werden. In der CDU ist für Freitag, 17. Mai, um 19 Uhr im Hotel Niedersachsen eine Versammlung mit Kandidatenvorstellung nur für CDU-Mitglieder angesetzt worden. Auch bei der SPD will Razat für sich werben, dort gibt es aber noch viel Distanz. Die Gremien von CDU und SPD haben den Ovenhäuser bereits kennen gelernt. Ob es am Ende Mehrheiten in den beiden großen Parteien für den Kandidaten Daniel Razat gibt, gilt als offen. Ebenso ist unklar, ob sich einige der kleineren Ratsparteien für den Kandidaten aus Ovenhausen erwärmen können oder ob sie eigene Bewerber oder Bewerberinnen ins Rennen schicken. Der Amtsinhaber, Bürgermeister Alexander Fischer (SPD), hatte vor einigen Wochen seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit bekannt gegeben.

Seine Kandidatur hat Daniel Razat unter die drei Schlagworte »Führung, Transparenz und Attraktivität« gestellt. Dem Rollenwechsel vom Offizier zum Politiker und Verwaltungschef sieht Razat gelassen entgegen: Er traue sich das zu, Rat und Verwaltung zu führen. Verantwortung zu übernehmen, klare Ziele zu definieren, Dinge einzufordern und Menschen mit zu nehmen, das gehöre auch schon jetzt zu seiner täglichen Arbeit. Er sieht bundesweit einen Trend hin zu unabhängigen Kandidaten für Spitzenpositionen wie dem Bürgermeisteramt: Und so möchte er seine Kandidatur auch als Angebot an alle Parteien und politischen Strömungen in Höxter und den Ortschaften verstanden wissen. Er hofft auf einen breit unterstützten Bürgermeister.

Der Lebenslauf

Daniel Razat, Jahrgang 1981, hat sein Abitur am Gymnasium Recklinghausen im Jahr 2000 abgelegt. Bei der Bundeswehr beendete er nach der Offiziersausbildung sein Studium als Diplom-Univ.-Staatswissenschaftler. Er sieht in den dort erworbenen Kenntnissen in öffentlichem Recht, Politik, Volkswirtschaftslehre oder Soziologie gute Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt. Es schlossen sich ab 2007 diverse Verwendungen in ganz Deutschland an: Als Zugführer, dann als Kompaniechef in Höxter beim ABC-Abwehrbataillon 7 von 2012 bis 2014 und dann als Generalstabsoffizier war er ständig mit Menschenführung, Planung, Beratung, Konzeption und Ausbildung beschäftigt. 2014 bis 2016 hat er am Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg teilgenommen und war nach einem Einsatz als Abteilungsleiter Operationsplanung- und führung bei der Panzergrenadierbrigade 37 in Frankenberg/Sachsen bis Mitte 2018. Seit Sommer ist er Referent für Einsatzplanung der Resolute Support Mission in Afghanistan im Einsatzführungskommando am Schwielowsee/Postdam.

Als seine Hobbys nennt Daniel Razat Sport, Politik, Zeitgeschehen und Jagd. Er ist in Ovenhausen Mitglied im TuS, im Vorstand des Heimat- und Schützenvereins und auch im Förderkreis Grubestörche – sowie Mitglied beim BVB Dortmund.

Das sagen CDU und SPD

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Georg Moritz wirbt in seiner Partei dafür, den parteilosen Kandidaten Daniel Razat zu unterstützen. Razat sei mit Blick auf die 14 Bewerbungsgespräche keine »Verlegenheitslösung«, sondern mit seinen Fähigkeiten ein überzeugender Kandidat und könne frischen Wind ins Rathaus bringen. Ein Kandidat mit CDU-Parteibuch sei leider nicht in die enge Wahl gekommen. Razat habe sich drei Parteigremien vorgestellt und bei nicht wenigen einen positiven Eindruck hinterlassen. Jetzt stelle er sich am 17. Mai der CDU vor. Er sei auf die Reaktionen gespannt.

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Hans-Josef Held sagte zur Kandidatenkür: »Die SPD ist noch nicht so weit wie die CDU. Wir sind noch mitten in der Diskussionsphase.« Held sagte, er könne sich weiter auch gut einen SPD-Kandidaten vorstellen, aber ein Unabhängiger sei auch noch eine Option. Die SPD habe sich viel Zeit für die Vorstellungsrunden mit den Bewerbern genommen. Dass sich die SPD erst im Herbst entscheide, das sei nicht ausgeschlossen. Fest stehe aber auch: »Die guten Kandidaten stehen in Höxter nicht Schlange.«

Originalton Daniel Razat

Die Landesgartenschau: »Das ist eine einzigartige Chance für Höxter. Die LGS 2023 muss aber für alle im Stadtbild viel sichtbarer werden. Die LGS 2023 beginnt jetzt! Wir müssen zeigen, Höxter ist attraktiver als das, was wahrgenommen wird. Wir müssen noch mehr Menschen, auch die Jungen, für die LGS begeistern.«

Höxters Image: »Die Stadt ist mehr als nur schöne Fachwerkhäuser. Höxter ist auch das Musikevent Strandklänge am Godelheimer See. Wir müssen das junge Höxter viel stärker präsentieren.«

Höxters Zukunft: »Es ist viel angeschoben worden: Bäder, Schulen, Digitalisierung, LGS. Das ist gut so. Aber: Wir müssen auch das Fernlicht einschalten und sagen, wo wir in den nächsten fünf oder zehn Jahren konkret stehen wollen.«

Höxters Finanzen: »Höxter hat alle Möglichkeiten, die vielen Aufgaben zu schaffen. Wir müssen weiter investieren, aber natürlich auch die Finanzen jederzeit im Blick behalten.«

Junge Familien: »Junge Leute haben heute eine Checkliste. Die schauen, wie sieht es aus mit der Digitalisierung – auch auf den Ortschaften: Homeoffice oder gute Onlineverbindungen sind wichtig. Gute Schulen auch. Auch neue Baugebiete, wie in Ovenhausen, sind Entscheidungsgründe, ob jemand bleibt oder wieder kommt.«

Stadtmarketing und Kommunikation: »Das ist eine echte Baustelle in Höxter. Das sind Premiumthemen. Da müssen alle in Höxter zukünftig viel regelmäßiger an einen Tisch. Man muss schnell erkennen: Wird ein eigentlich kleines Problem viel zu groß? Es muss viel mehr miteinander gesprochen werden in Höxter. In der Verwaltung ist zudem mehr Transparenz nach innen und außen nötig. Alle in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft müssen das Ziel für die Stadt genau kennen. Es muss immer klar gesagt werden, wohin der Zug überhaupt fährt.«

 

 

 

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