Irritierender Fund auf Segelclub-Gelände bei Höxter – Experten und Stadt sehen keinen Anlass für Panik
Boa-Constrictor-Haut am Godelheimer See entdeckt

Höxter (WB). Wie kommt die mehr als zwei Meter lange Haut einer Boa Constrictor auf das Gelände des Segelclubs am Godelheimer See? Das fragen sich Segler, Biologen, Stadtverwaltung und Kreisveterinäramt. Ist hier eine Würgeschlange am Badesee ausgesetzt worden oder hat nur jemand die Hautreste aus seinem Terrarium in Ufernähe entsorgt?

Samstag, 04.05.2019, 06:11 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 06:20 Uhr
Brisantes »corpus delicti«: Dr. Burkhard Beinlich hat hier die Teile der Schlangenhaut der Boa Constrictor, die am Godelheimer See bei Höxter gefunden worden ist, auf seiner Gartenmauer ausgelegt. Woher stammt die markante Haut? Foto: Michael Robrecht

Boa-Constrictor: Schlangenhaut am Godelheimer See

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Foto: Michael Robrecht
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Ein Mitglied des Segelclubs aus Höxter hat schon Anfang April an dem Uferwiesenstück zwischen einer Sitzgruppe oberhalb des Bootsstegs und der Anpflanzung am Club-Unterstand die Hautreste der Schlange verteilt über mehr als 20 Meter entdeckt. »Es sah aus, als habe sich dort eine sich häutende Schlange von der Wiese bis zum Gebüsch Hautteile abgeschliffen«, beschrieb der Finder seinen Eindruck. Er sammelte die Teile der für das Weserbergland ungewöhnliche Schlangenhaut ein und schaltete den Experten Dr. Burkhard Beinlich, Biologe aus Höxter und Leiter der Landschaftsstation, ein. Der untersuchte die Objekte sofort und stellte fest: »Ja, das ist eindeutig die Haut einer Boa Constrictor.«

Behörden sehen keine akute Gefahr

Eine unheimliche Häutung. Was nun? Die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Höxter sowie das Veterinäramt wurden von Beinlich eingeschaltet. Für Exoten zuständig ist aber das Ordnungsamt der Stadt Höxter. Also wurden Bürgermeister Alexander Fischer und Ordnungsamtsleiterin Inge Ortjohann informiert. »Wir sehen keine akute Gefahr, auch weil es außer der gefundenen Haut keine weiteren Spuren zu einer Schlange am See gibt«, so beschrieb Inge Ortjohann ihren aktuellen Kenntnisstand. Ganz wohl ist aber allen nicht beim Blick auf den Fund: Man nehme die Entdeckung sehr ernst, warne aber vor Panik. Eine unmittelbare Gefahrenlage ergebe sich nicht, sonst hätte man längst mit einem Feuerwehreinsatz nach der möglichen Schlange suchen lassen oder gar weiter gehende Maßnahmen an dem von hunderten Besuchern genutzten See ergriffen, sagte Inge Ortjohann. Es habe auch einige Ortsbesichtigungen gegeben. Die Stadt wäre dankbar, wenn sich Menschen melden würden, »die etwas Außergewöhnliches an den Seeufern gesehen haben«.

Nahrung und Versteckmöglichkeiten

Biologe Burkhard Beinlich kann sich theoretisch vorstellen, dass eine Boa Constrictor den Winter am Godelheimer See in einem Kaninchenbau oder Erdloch überlebt haben könnte. Der Winter sei mild gewesen. »Und auf der großen Parzelle des Segelclubs mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten gibt es viele Ratten und Kaninchen als Nahrung«, so ein Hinweis aus dem Segelclub. Von der Stadt wird auch ein makabrer Scherz in Erwägung gezogen: Schlangenhaut als Schocker.

Am Godelheimer See mit seinen vielen Angelfreunden und hunderten Erholungssuchenden und Gastronomiebesuchern macht die Schlangen-Story seit Tagen langsam die Runde. Gesehen hat aber niemand eine Boa Constrictor. Biologe Beinlich wies darauf hin, dass die Schlangenart nachtaktiv sei und eigentlich in den Tropen lebe. Als Beute schnappe sie schon nach Tieren in Kaninchengröße – oder kleinen Hunden.

Weitreichende Konsequenzen befürchtet

Alle Verantwortlichen hoffen, dass keine lebende Schlange dort am See Quartier bezogen hat (»vielleicht ist sie auch längst tot«) und wollen auch keine Warnungen herausgeben solange keine weitere Spur zu sehen sei. So etwas habe immer sofort weitreichende Konsequenzen bis hin zur Sperrung der Freitzeitseeanlagen.

Wenn Bürger Hinweise und Spuren melden möchten, können sie sich am Wochenende an die Polizei (Telefon 05271/9620) oder ab Montag an die Stadtverwaltung (Telefon 05271/9630) wenden.

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