Polizei und Ordnungsamt greifen in Höxter durch Party am Godelheimer See ohne Schnaps

Höxter (WB). Bei der Maisause am Godelheimer See sind harte alkoholische Getränke in diesem Jahr zum ersten Mal verboten. Stadt und Polizei ziehen mit diesem Schritt Konsequenzen aus den Ausschreitungen des vergangenen Jahres.

Von Marius Thöne
Wollen am 1. Mai streng kontrollieren (von links): Volker Rodermund, Hubertus Albers und Inge Ortjohann.
Wollen am 1. Mai streng kontrollieren (von links): Volker Rodermund, Hubertus Albers und Inge Ortjohann. Foto: Marius Thöne

»Wir haben 2018 vor allem bei jungen Leuten einen erheblichen Alkoholkonsum festgestellt«, berichtet Hubertus Albers, Wachleiter der Polizei in Höxter. Polizisten und Sicherheitskräfte seien respektlos behandelt und Platzverweise nicht beachtet worden.

Darüber hinaus zählten die Behörden acht Körperverletzungen – darunter war eine Messerstecherei zwischen einem 19-Jährigen Höxteraner und einem 21-Jährigen aus Beverungen. Ebenso habe sich ein Betrunkener auf die nahen Bahngleise gesetzt. »Er hatte Glück, dass er dort rechtzeitig entdeckt wurde«, so Albers gestern bei einer Pressekonferenz im Höxteraner Stadthaus.

Cocktails müssen draußen bleiben

Danach sei den Verantwortlichen klar gewesen, dass das Sicherheitskonzept überarbeitet werden musste. In diesem Jahr dürfen also hochprozentige Spirituosen, branntweinhaltige Getränke und Mixgetränke wie Cocktails nicht mehr mit auf das Gelände gebracht werden.

Ein Kommentar von Marius Thöne

Dass Polizei und Ordnungsamt bei der Maisause am Godelheimer See hart durchgreifen und Hochprozentiges verbieten, ist ein richtiger Schritt. In den vergangenen Jahren sind auf Grund des Alkohols enthemmte Jugendliche immer wieder über die Stränge geschlagen. Das Verbot kann aber nur ein Weg sein. Beim Jugendschutz sind vor allem auch die Eltern gefragt, deren Aufgabe es ist, ihren Kindern zu vermitteln, wie man sich zu solchen Anlässen richtig verhält.

Um das durchzusetzen, hat die Stadt Höxter die Benutzungsordnung für die Freizeitanlage extra geändert. Ebenso soll es Kontrollen an vier Eingängen zur Anlage am See geben. Auch Taschenkontrollen sind geplant.

»Wer Hochprozentiges dabei hat, muss es abgeben«, berichtet Volker Rodermund, der bei der Stadt für die Freizeitanlage verantwortlich ist. Wer stark betrunken ist, darf ebenfalls nicht aufs Gelände. »Wir sprechen dann Platzverweise aus, die wir konsequent durchsetzen werden«, kündigt Hubertus Albers strenge Kontrollen an.

Unterstützt wird die Polizei von einem 14-köpfigen Sicherheitsdienst, den die Stadt Höxter engagiert. DLRG und Sanitätsdienst kümmern sich ebenfalls um die Sicherheit der Besucher.

Party soll um 18 Uhr zuende sein

»Es geht nicht darum, den Leuten den Spaß am Feiern zu vermiesen. Aber wir wollen deutlich machen, dass der Godelheimer See kein rechtsfreier Raum ist, wo am 1. Mai jeder machen kann, was er will. Wir müssen hier eine Grenze ziehen«, wird Albers deutlich. Vor allem Familien, die die Anlage an diesem Tag ebenfalls nutzen, hätten kein Verständnis, wenn zumeist Jugendliche über die Stränge schlagen würden.

Vorgesehen ist auch, dass die Party in diesem Jahr um 18 Uhr endet. »Ab 17 Uhr werden wir Durchsagen machen, die die Besucher zum Verlassen des Geländes auffordern«, sagt Inge Ortjohann vom Höxteraner Ordnungsamt. Die Einschränkungen gelten ihren Angaben zur Folge nicht für das Café Strandgut und für Nutzer des Wohnmobilstellplatzes.

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