Schloss Corvey präsentiert Ausstellung anlässlich des 500. Todestages des Habsburgers Maximilian I.
Kaiser inszeniert sich als Held

Höxter (WB). Er liebte Ritterturniere, inszenierte sich als mutiger Kämpfer und legte das Fundament der habsburgischen Weltmacht: Kaiser Maximilian I. steht anlässlich seines 500. Todestages im Mittelpunkt mehrerer Ausstellungen in Deutschland und Österreich. Auch in Corvey begleitet der Monarch die Besucher durch die an diesem Samstag, 6. April, beginnenden Saison.

Sonntag, 07.04.2019, 07:30 Uhr
Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey (links) und Dr. Günter Tiggesbäumker in der Ausstellung im Sommersaal. Foto: Sabine Robrecht

»Wir haben bedeutende Schätze zu Maximilian I. und seinem Enkel und direkten Nachfolger Karl V. in der Fürstlichen Bibliothek«, sagt Corveys Museumsleiter und Schlossbibliothekar Dr. Günter Tiggesbäumker.

Beiden großen Persönlichkeiten aus dem Hause Habsburg begegnen den Gästen im ehemaligen kaiserlichen freien Stift Corvey. Präsentiert wird die Ausstellung mit dem Titel »Der Kaiser ist tot – es lebe der Kaiser« in der Bibliothek des Fürstabts Maximilian von Horrich (1714–1721).

Der Rundgang beginnt an einem Holzschnitt-Zyklus

»Mit Maximilian I. und seinem Enkel Karl V. beginnt die Neuzeit«, berichtet Dr. Tiggesbäumker beim Rundgang, den er an einem prachtvollen Holzschnitt-Zyklus beginnt. Die Abzüge der Holzstöcke – 167 Einzelblätter – stammen aus dem 19. Jahrhundert und befinden sich komplett in der Fürstlichen Bibliothek.

Gezeigt wird eine Auswahl, die einen Eindruck von Maximilians aufwendiger Selbstdarstellung vermittelt. Eines der Blätter zeigt seine Heirat mit Maria von Burgund. »Sie galt als die schönste und reichste Tochter Europas.«

Mit der Eheschließung landete Maximilian einen Coup: Denn mit der Heirat fiel Burgund ans Heilige Römische Reich Deutscher Nation, weil Marias Vater, Karl der Kühne, keinen Nachfolger hatte.

Ein Blick in das Wappenbuch Karls V.

Im »Theuerdank« von 1517, einem druckgrafisch aufwändig gestalteten Versroman mit Holzschnitten von Hans Scheufelein, erzählt Maximilian selbst seine Lebensgeschichte. Das Corveyer Exemplar, das in der Ausstellung zu sehen ist, hat Bibliothekar Hoffmann von Fallersleben 1865 angeschafft.

Der Blick der Besucher wird sich auch auf das Wappenbuch Karls V. von 1544 – eine Rarität – richten. Es schlummerte lange im Arbeitszimmer Hoffmann von Fallerslebens. Insgesamt können drei Exemplare nachgewiesen werden. Die aufgeschlagene Seite in der Vitrine zeigt das Bildnis Karls V. unter seinem Wappen.

Bekanntschaft machen die Gäste auch mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel: Sie musste zum katholischen Glauben übertreten, um den habsburgischen Kaiser Karl VI. zu heiraten, und war oft in Corvey. Fürstabt Maximilian von Horrich half ihr.

Ein Brief aus dem Jahr 1845

Eine weitere Brücke nach Corvey baut die Schau ebenfalls: Eine Vitrine ist dem Orden vom Goldenen Vlies gewidmet. Herzog Philipp von Burgund gründete diese Auszeichnung.

Durch die Heirat Maximilians I. mit Maria von Burgund 1477 ging der Orden auf die Habsburger über. Einer der Träger dieses Ordens – damit schließt sich der Kreis – ist der Urgroßvater des Corveyer Hausherrn, Viktor I. Herzog von Ratibor.

Zu den Weltausstellungen in London, Paris und Wien – den Leistungsschauen der Gründerzeit – »verreisen« die Besucher im Sommersaal der Fürstlichen Bibliothek. Dr. Tiggesbäumker zeigt in dem Zusammenhang auch einen samt Umschlag erhaltenen Brief, den Albert Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Ehemann von Queen Victoria, 1845 aus dem Buckingham-Palast an Viktor I. Herzog von Ratibor geschrieben hat.

Viele der Bilder zeigen Ansichten von Corvey

Nach der Saison konzipiert der heutige Hausherr, Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, gemeinsam mit Dr. Tiggesbäumker eine Galerie mit Werken des Malers Franz Hoffmann Fallersleben.

Der Künstler ist der Sohn August Heinrich Hoffmann von Fallerslebens und verbrachte Kindheit und Grundschulzeit im Weserbergland. Kunstfreunde aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land wollen dem Museum in Corvey acht Werke des Malers als Dauerleihgaben zur Verfügung stellen.

Das Herzogliche Haus steuert weitere Bilder dazu – sodass im Schloss eine Hoffmann-Galerie entstehen soll. Viele der Bilder zeigen Ansichten aus Corvey. Einen Vorgeschmack bietet unter anderem ein Hoffmann im ehemaligen Refektorium.

Die Welterbestätte ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zu Saisonbeginn ist ein neuer handlicher Führer durch Schloss, Kirche und Museum erschienen. Autor ist Dr. Tiggesbäumker.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6521888?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Edmundsson lässt Arminia jubeln
Der Jubel ist riesig: Die Arminen feiern ihren Siegtorschützen Joan Simun Edmundsson (Mitte). Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker