Christian Jostes ist neuer Geschäftsführer der Hospitalvereinigung
Kliniken stark im Verbund

Höxter/Brakel (WB). Dass Christian Jostes glühender Schalke-Anhänger ist, davon zeugt in seinem Büro nur ein kleiner weiß-blauer Wimpel. Den haben ihm Mitarbeiter zum Einstand geschenkt. Seit Montag ist der 46-Jährige neuer Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung.

Donnerstag, 04.04.2019, 06:10 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 16:02 Uhr
Christian Jostes (46) hat am Montag sein Amt als neuer Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE) angetreten. Er war in den vergangenen zehn Jahren Geschäftsführer von Krankenhäusern in Winterberg und Korbach. Foto: Marius Thöne

Jostes ist damit Chef von 2200 Mitarbeitern. Der Klinikverbund, der Krankenhäuser in Höxter, Brakel, Bad Driburg und Steinheim sowie Pflegeheime betreibt, ist der größte Arbeitgeber im Kreis Höxter.

Das erklärte Ziel des neuen Geschäftsführers ist es, alle Standorte langfristig zu erhalten. Er weiß aber auch, dass das nicht leicht wird. Politisch gewollt sei, die Zahl der Krankenhäuser zu reduzieren und Verlierer dieses Prozesses seien vor allem kleine und ländlich gelegene Krankenhäuser.

Vor diesem Hintergrund lobt Jostes, die in den vergangenen Jahren vorgenommene Spezialisierung der einzelnen Standorte der Hospitalvereinigung. »Jedem Haus sein eigenes Profil zu geben, war und ist der einzige Weg zu einer Standortsicherung«, sagt Jostes.

Die KHWE sei »toll aufgestellt«

So könnten die Kosten gesenkt und mehr Patienten für jeden spezialisierten Standort generiert werden. Die KHWE sei auch aufgrund des Engagements seines Vorgängers Reinhard Spieß »toll aufgestellt«. Spieß war Ende März in den Ruhestand verabschiedet worden.

Christian Jostes war bisher Geschäftsführer des Stadtkrankenhauses Korbach und des Franziskushospitals in Winterberg. Seinen Wechsel in den fünften Stock der KHWE-Zentrale in Brakel begründet er mit der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. »Die Struktur mit Krankenhäusern und Pflegeheimen ist mir vertraut, aber hier ist eben alles doppelt so groß«, sagt Jostes.

Zudem sei er jetzt wieder näher bei seiner Familie. Seine Ehefrau und die sechsjährige Tochter leben in Bad Salzuflen. »Ich kann mir auch vorstellen, in den Kreis Höxter zu ziehen«, sagt Jostes. Der gebürtige Dortmunder, der mit seinen Eltern bereits als Kleinkind nach Lippe gekommen ist, schätzt das Landleben. »Mit Kindern ist das wirklich super«.

Fachpersonal und Digitalisierung sind Herausforderungen

Von seiner Zeit im »Pott« sei eigentlich nur die Liebe zum FC Schalke geblieben, die er von seinem Vater geerbt habe. Nach seinem BWL-Studium arbeitete Jostes zunächst bei einer Krankenkasse in Bielefeld, wechselte dann als Verwaltungsleiter an eine Klinik für Altersmedizin in Brandenburg an der Havel.

2009 übernahm er dann als Geschäftsführer das Franziskushospital in Winterberg. Ab 2012 führte er zusätzlich auch das Kreiskrankenhaus Frankenberg und ab 2016 auch das Stadtkrankenhaus Korbach. »Eigentlich war dort ein Dreier-Verbund vorgesehen, aus dem die Frankenberger dann aber wieder ausgestiegen sind«, berichtet Jostes.

Neben dem Standorterhalt sind für ihn die künftig bestimmenden Themen die Rekrutierung von ausreichend Fachpersonal und die Digitalisierung, die für die Krankenhäuser eine große Herausforderung bedeuteten. Ärzte für Landkrankenhäuser zu gewinnen, sei schwierig.

Facharztausbildungen im KHWE als Vorteil

In Winterberg habe er ein Stipendiensystem für die Medizinstudenten eingeführt, wenn sich diese verpflichteten, nach dem Studium einen bestimmten Zeitraum dort zu arbeiten. Das kann sich Jostes auch für die KHWE vorstellen.

Die Einrichtung einer medizinischen Fakultät in Bielefeld begrüßt er zwar, sie komme aber viel zu spät. »Es dauert ja noch Jahre, bis von dort die ersten Ärzte kommen«, sagt Jostes. Für die KHWE sieht er gegenüber kleineren Krankenhäusern aber einen Vorteil. Dort könnten komplette Facharztausbildungen angeboten werden.

Die umstrittene Verlegung der Unfallchirurgie von Höxter nach Brakel nennt Jostes »eine grundsätzlich richtige Strategie«. »Ob sich das Rad dort noch einmal zurückdreht, weiß ich nicht«. Allerdings sei das auch nicht das derzeit bestimmende Thema.

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