Matthias Goeken spricht bei politischem Aschermittwoch in der Verbundvolksbank
»Region muss Flagge zeigen«

Höxter (WB). Im bayerischen Passau trifft sich die CSU zum politischen Aschermittwoch. Im ostwestfälischen Höxter veranstaltet die Verbundvolksbank auch einen Aschermittwoch- sogar mit Fischessen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken durfte dieses Jahr die Aschermittwochsrede halten. 110 Gäste hörten zu.

Freitag, 08.03.2019, 12:36 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 12:38 Uhr
Beim Aschermittwoch der Verbundvolksbank in Höxter (von links): CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, Bankvorstand Rudolf Jäger, Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Seibert und Volksbank-Vorstandsvorsitzender Ansgar Käter. Foto: Michael Robrecht

Zum 16. Mal hatte die Volksbank Höxter die Aschermittwochs-Tradition organisiert. Goeken reihte sich ein in illustre Rednerliste von Elmar Brok, Carsten Linnemann, Steffen Kampeter, Marianne Thomann-Stahl, Christian Haase, Prof. Christoph Stiegemann oder Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. Der neue Vorstandsvorsitzende der Verbundvolksbank, Ansgar Käter, nutzte das Forum mit Politikern, Bürgermeistern, Landrat, Unternehmern, Behördenchefs, Ärzten und weiteren Multiplikatoren aus Höxter und Umland, um sich nach seinem Amtsantritt im Januar den Höxteranern erstmals im größeren Rahmen vorzustellen. Dabei wurde auch bekannt gegeben, dass Vorstand Rudolf Jäger zum Ende des Jahres in den Ruhestand tritt und Höxter wegen der Bedeutung des Standortes weiter Sitz eines Vorstandes bleiben wird. Der bisherige Vorstandschef Dr. Ulrich Bittihn soll heute in Paderborn groß verabschiedet werden.

Politik im Kreis brauche neue Gesichter

MdL Matthias Goeken bat in seiner Rede die Zuhörer – alles Menschen mit Verantwortung – sich in ihren Betrieben umzusehen, ob es dort nicht geeignete Kandidaten für die Kommunalwahlen 2020 gebe, die man ermuntern könne, sich politisch in den vielen Gremien zu engagieren. Die Politik im Kreis Höxter brauche dringend neue Gesichter. Genau so wichtig sei es, die Bürger zu begeistern, an der Europawahl am 26. Mai teilzunehmen. Eine hohe Wahlbeteiligung müsse das Ziel sein. In den Kreis seien in den vergangenen Jahren aus EU-Töpfen in diverse Projekte 16 Millionen Euro – ohne die Landwirtschaftssubventionen – geflossen. Das sei ein konkreter Mehrwert durch Europa, meinte Goeken.

Breitbandverkabelung im Kreis laufe gut

Der 54-jährige Abgeordnete aus Bad Driburg, der seit Juni 2017 im Düsseldorfer Landtag sitzt und die Leitung seines Bäckereiunternehmens an seinen Sohn Benedikt Goeken abgegeben hat, gab den 110 Zuhörern einen Überblick über die Vielzahl der politischen Themen, die ein MdL zu »beackern« hat. Die Breitbandverkabelung im Kreis laufe gut: Bis zum Sommer würden die Leitungen in den Verteilerkästen in den Ortschaften liegen, was für den Standort Kreis Höxter lebenswichtig sei.

Er habe nach zähen Verhandlungen in Düsseldorf dazu beitragen können, dass in der Hochschule in Höxter zwei neue Studiengänge eingerichtet worden seien und jetzt auch endlich im Frühjahr personell ausgestattet würden: »Die beiden Bachelorstudiengänge ›Precision Farming‹ sowie ›Freiraummanagement‹ sollen weitere Studierende nach Höxter locken, aber auch inhaltliche Anknüpfungspunkte für Unternehmen und so Chancen für den ländlichen Raum bieten.« Vier Millionen Euro habe das Land für den Start bereit gestellt.

Westfalenweites Azubi-Ticket ab August

Goeken präsentierte sich auch als großer Anhänger der Landesgartenschau 2023 in Höxter: »Das ist eine Chance, die schöne Stadt Höxter und das Welterbe Corvey weiter nach vorn zu bringen«, sagte der Abgeordnete, und der Applaus der 110 Aschermittwochs-Gäste fiel mit Blick auf die LGS-Debatte der vergangenen beiden Wochen besonders unterstützend aus. Endlich könne man die Kreisstadt nach außen sichtbarer und wirkungsvoller verkaufen.

Zufrieden ist Goeken mit dem geplanten Kauf der Eggelandklinik vom jetzigen Eigentümer BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) durch die Stadt Bad Driburg, die die Immobilien für verschiedene Aufgaben selbst nutzen möchte.

Ab dem 1. August soll es im Kreis laut Matthias Goeken ein westfalenweites Azubi-Ticket geben. Für 62 Euro im Monat können dann Auszubildende Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) nutzen. Der Politiker wies dann noch darauf hin, dass es beim 2:1-Ausbau der Ostwestfalenstraße weiter gehen müsse. Die neue B83-Trasse Karlshafen-Herstelle werde gebaut, in Beverungen gebe es eine neue Weserbrücke und in Höxter eine Brückensanierung. Zudem werde in Höxter die Südbrücke mit Umgehung vom Land neu geplant – und bei der B64 gehe es weiter.

Zahl von Abgeordneten aus OWL nicht so groß

Der Landtagsabgeordnete gab bei der Aschermittwochsrede auch einen Überblick über sein Leben im Landtag. Wichtig seien ihm Besuchergruppen, für die er sich Zeit nehme. 1000 Bürger aus ganz NRW kämen pro Tag ins Parlament. Er sei in der Enquetekommission zum Brexit, im Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Landesplanung sowie im Verkehrsausschuss tätig, vertrete Kollegen aber auch in anderen Ausschüssen, wenn die mal wieder in einem der unzähligen Staus im Ruhrgebiet feststeckten.

Goeken gab zu, dass Geduld nicht seine Stärke sei, und deshalb fahre er zu seinen Düsseldorf-Terminen immer mit der Bahn ab Altenbeken. Da spare man viel Zeit. Goeken berichtete von seiner jugendherbergsähnlichen landeseigenen Abgeordnetenwohnung, wo er in Sitzungswochen übernachte. Die Zahl von Abgeordneten aus OWL sei leider nicht so groß wie man meine. Da müsse man für die Region gegenüber dem Münsterland oder dem Ruhrgebiet Flagge zeigen.

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