Prozess beginnt: Schießstandwart fingiert in Höxter Lieferscheine
Betrüger-Duo prellt Bundeswehr um 27.000 Euro

Höxter (WB/thö). Weil sie die Bundeswehr in Höxter mit Hilfe fingierter Bestellungen betrogen haben sollen, müssen sich zwei Männer wegen gewerbsmäßigen Betruges vor dem Landgericht Detmold verantworten. Insgesamt soll der Bundeswehr zwischen 2013 und 2015 ein Schaden von 27.000 Euro entstanden sein.

Freitag, 08.03.2019, 07:11 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 07:26 Uhr
Schießstand der Bundeswehr am Taubenborn in Höxter: Der 52-Jährige Angeklagte hat als Beschäftigter der Truppe Schießstände in Höxter gewartet. In dieser Funktion soll er mit einem Detmolder Komplizen Lieferscheine getürkt haben. Foto: Harald Iding

Der Prozess beginnt am kommenden Mittwoch, 13. März. Angeklagt sind ein 52-Jähriger Beschäftigter der Truppe aus Brakel und ein 56-Jähriger Unternehmer aus Detmold. Der 52-Jährige war nach Angaben des Gerichtes im Tatzeitraum bei der Bundeswehr in Höxter als Tischler und Schießstandwart tätig. »Der 56-Jährige habe zunächst als Prokurist und später als Geschäftsführer einer Detmolder Eisenwarenhandlung gearbeitet, ehe er sich zu Beginn des Jahres 2014 mit einer eigenen Firma selbstständig gemacht habe«, heißt es in einer Pressemitteilung des Detmolder Landgerichtes.

Der Schießstandwart war zuständig für die Bestellung von Artikeln wie Beschlägen und Schlössern. Er habe im Rahmen seiner Möglichkeiten den Eisenwahrenhändler als bevorzugten Lieferanten behandelt. Gemeinsam sollen sie den Plan geschmiedet haben, die Bestellungen der Bundeswehr zu manipulieren.

Mehr Artikel bestellt als geliefert

So sollen in mindestens 32 Fällen mehr Artikel bestellt worden sein, als tatsächlich ausgeliefert wurden. Da der Bundeswehr falsche Mengen in Rechnung gestellt wurden, seien insgesamt 16.000 Euro zu viel an den Eisenwarenhändler gezahlt worden. Bei den bestellten Waren soll es sich um kleinere Artikel gehandelt haben, die bei der Bundeswehr nicht inventarisiert wurden.

Der Schießstandwart selbst habe die Lieferscheine unterzeichnet, so dass beim Materialbeschaffungsamt der Bundeswehr in Augustdorf der Betrug offenbar zunächst nicht auffiel und die entsprechenden Rechnungen beglichen wurden. Aus Augustdorf war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Offen blieb, wie der Betrug aufgeflogen ist.

Lieferungen auch für den privaten Bedarf

Die Differenz zwischen den gelieferten und den bestellten Waren, ist nach Angaben des Gerichtes dem Brakeler als »Guthaben« auf einem internen Geschäftskonto gutgeschrieben worden. Von diesem angesparten »Guthaben« habe der Brakeler Artikel für den privaten Gebrauch bei seinem Komplizen bestellt. Die Artikel habe er entweder in der Firma seines Komplizen abgeholt oder sich nach Hause liefern lassen. Im Gegenzug dafür sollte er weiterhin die bevorzugte Behandlung des Detmolders als Lieferant für die Armee sicherstellen.

Darüber hinaus soll sich der Brakeler in einigen Fällen mit Artikeln für seinen privaten Bedarf beliefern haben lassen, die unter falscher Bezeichnung in der Bestellliste für die Bundeswehr versteckt worden sein sollen. In diesen Fällen sei es für den Schießstandwart nicht nötig gewesen, auf sein »Guthaben« zurückzugreifen. Diese Waren sollen laut Pressemitteilung des Gerichtes einen Wert von mehr als 11.000 Euro gehabt haben.

Kommentare

Zeitungsleser  wrote: 08.03.2019 09:42
Im Vergleich zu den Milliarden-Beträgen, die durch UvdL versenkt wurden und werden, ist diese Summe doch nur ein Fliegenschiß. Schlimm daran ist, das UvdL nicht zur Verantwortung gezogen wird obwohl sie den Steuerzahler um sein schwer erarbeitetes Geld gebracht hat; aber diese kleinen Betrüger werden sicherlich die "ganze Härte des Gesetzes" zu spüren bekommen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?
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