Weggefährten würdigen den verstorbenen früheren CDU-Bundestagsabgeordneten aus Großeneder »Meinolf Michels ein Vorbild und Kümmerer«

Höxter/Großeneder (WB). Der Tod des langjährigen Bundestagsabgeordneten Meinolf Michels hat bei zahlreichen Weggefährten Trauer ausgelöst. Sie würdigten sein Wirken. Michels saß für den Wahlkreis Höxter-Lippe II von 1980 bis 2002 im Bundestag. Vier Mal holteer bei Wahlen das Direktmandat. Er starb im Alter von 83 Jahren.

Von Michael Robrecht  und Ralf Benner

»Mit Michels verliert der CDU-Kreisverband eine starke Persönlichkeit«, heißt es in einem CDU-Nachruf. Michels habe durch sein politisches Wirken über mehrere Dekaden seine Heimatstadt Borgentreich und den Kreis Höxter geprägt. Franz-Josef-Strauß-Wahlkampf 1980, Nato-Nachrüstungsdebatte 1983, die Kohl-Jahre, Wiedervereinigung 1989/90, Euroeinführung bis zu Schröders Kanzlerwahl 1998: Michels musste hochkarätige politische Themenfelder beackern und hat über mitentschieden über Deutschlands Zukunft. Seine Verdienste für die Landwirte und die CDU im Kreis Höxter blieben unvergessen.

2018: Meinolf Michels mit politischen Weggefährten in Schloss Rheder: (von links) Europaabgeordneter Elmar Brok, Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött, Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, Klaus Funnemann, Ex-MdB Cajus Julius Caesar, Ralph Brinkhaus (CDU/CSU- Fraktionsvorsitzender), Ex-MdB Meinolf Michels, Bundestagsabgeordneter Christian Haase und Ex-MdL Hubertus Fehring. Foto: M. Robrecht

Meinolf Michels war 56 Jahre Mitglied der CDU, von 1963 bis 1998 Vorsitzender der Ortverbandes Großeneder, deren Ehrenvorsitzender er seit 2005 war und von 1975 bis 2002 als stellvertretender Kreisvorsitzender. Er war Mitglied im Kreis- und Bezirksagrarausschuss der CDU, seit 1998 Mitglied der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und seit 1995 in der Seniorenunion.

Christian Haase

CDU-Kreisvorsitzender und heutiger Bundestagsabgeordneter Christian Haase betonte gestern, dass Michels in der Region Spuren hinterlassen habe. »Sechs Legislaturperioden hat er seine Heimat im Bundestag vertreten. Das ist eine ehrbare Leistung und zeigt, welch Vertrauen ihm die Bürgerinnen und Bürger entgegengebracht haben. Er wird mir als Kümmerer im Gedächtnis bleiben. Meine Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie.« Michels hinterlässt Ehefrau Thea, fünf Kinder und Enkel.

Matthias Goeken

Landtagsabgeordneter Matthias Goeken betonte: »Meinolf Michels hat sich jahrzehntelang ehrenamtlich und politisch für den Kreis Höxter engagiert. Auch über die Kreisgrenzen hinaus, hat sein Engagement große Wertschätzung erfahren. Bis zuletzt war er immer am politischen Geschehen sehr interessiert. Sein Rat und seine politischen Erfahrungen werden mir persönlich sehr fehlen.«

Hubertus Fehring

Ähnlich äußerte sich Hubertus Fehring, ehemaliges Landtagsmitglied und Vorsitzender der Senioren-Union. »Sein jahrzehntelanges politisches Wirken für die Menschen im Kreis Höxter und darüber hinaus hat viele gute Entwicklungen angestoßen und ermöglicht. Für uns war seine, den Menschen zugewandte Art, sein auf Ergebnisse ausgerichtetes Politikverständnis und sein ausgleichendes Wesen ein Vorbild. Das werde die Erinnerung an ihn wachhalten.

Maria Hördemann

Maria Hördemann, Ortsvorsteherin und Vorsitzende des CDU- Ortsverbandes Großeneder, nannte Meinolf Michels einen »absolut authentischen Menschen«. Seine Familie, die Landwirtschaft und seine Heimat hätten ihm am Herzen gelegen. Für die Sorgen der Großenederer habe er immer ein offenes Ohr gehabt. Michels habe sich kraftvoll für seinen Heimatort eingesetzt. »Er ist ein Vorbild für uns alle«.

Rainer Rauch

»Die Stadt Borgentreich trauert um einen großen Verfechter der kommunalen Selbstverwaltung und einen aufrechten Demokraten. Meinolf Michels hat als Bürgermeister die Entwicklung der Stadt nach der kommunalen Neugliederung maßgeblich geprägt«, sagte Borgentreichs Bürgermeister Rainer Rauch. Besonders wichtig sei ihm das gedeihliche Zusammenwachsen der neuen Großgemeinde nach 1975 gewesen. Mit seiner ehrlichen Bodenständigkeit habe er die Menschen überzeugen können. »Das Wohl Borgentreichs und seines Heimatortes Großeneder war für ihn auch in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter und darüber hinaus keine Floskel, sondern eine Herzensangelegenheit«, so Rauch.

Friedhelm Spieker

Landrat Friedhelm Spieker erinnerte an Michels’ Verdienste um die kommunale Neugliederung, in der er als Landratsbeauftragter Verantwortung im neugebildeten Kreis Höxter übernommen habe. »In den Jahrzehnten seines politischen Engagements hatte er sich stets seine heimatverbundene Bodenständigkeit bewahrt«, sagte Spieker.

Uwe Wischkony

»Sein Herz hat für die Landvolkshochschule geschlagen«, würdigte deren Direktor Monsignore Uwe Wischkony die Verdienste von Michels, der 30 Jahre lang Kuratoriumsvorsitzender der Landvolkshochschule Anton Heinen in Hardehausen war. Er sei bis zuletzt sehr interessiert an der Weiterentwicklung der Landvolkshochschule gewesen und habe häufig die Gottesdienste in Hardehausen besucht, erinnerte sich Wischkony. »Von den Mitarbeitern in unserem Haus wurde er hoch respektiert. Sie schätzten seine gradlinige Haltung und seine tatkräftige Hilfe bei der Umsetzung von Ideen«, so Wischkony.

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