Wie Regina Engel und Andreas Otto zum Ovenhäuser Prinzenpaar geworden sind
Ein Traum und ein Bierdeckel

Höxter (WB). »Ich will Prinzessin werden« – was sich nach dem Wunschdenken eines kleines Mädchens anhört, sind die Worte einer jungen Frau, die Jahre später tatsächlich in Erfüllung gehen sollen. Das Ovenhäuser Prinzenpaar Andreas Otto und Regina Engel freut sich auf die närrische Zeit.

Donnerstag, 07.02.2019, 11:44 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 13:30 Uhr
Prinzessin Regina Engel »die Taktvolle« und Prinz Andreas Otto »der Abenteuerlustige« freue sich auf die besondere Session in Ovenhausen. 2019 gibt es auch wieder einen großen Umzug – das ist in der Ortschaft lediglich alle zehn Jahre der Fall.

Vor fast einem Jahrzehnt verschriftlichte die Karnevalsprinzessin Regina Engel aus Ovenhausen ihren Herzenswunsch auf einem Bierdeckel, mit dem eine aufregende Geschichte beginnen sollte: Die Idee von Regina Engel gewann rasch Unterstützer. Schnell fand sich der passende Prinz in ihrem Kindheitsfreund Andreas Otto und auch Matthias Gersch, der aktuelle Präsident des Ovenhäuser Karnevals, freute sich über die Zukunftspläne der beiden Freunde.

Geheime Treffen in einer Holzhütte

Die Ovenhäuser Jecken samt Prinzenpaar sind am Samstag zu Besuch bei der Bäckerei Engel in Höxters Innenstadt gewesen. Sie haben gute Laune verbreitet und für den Karneval geworben.

Die Ovenhäuser Jecken samt Prinzenpaar sind am Samstag zu Besuch bei der Bäckerei Engel in Höxters Innenstadt gewesen. Sie haben gute Laune verbreitet und für den Karneval geworben.

So kam es, dass sich die Drei Jahre später eines Abends nach Einbruch der Dunkelheit auf einem kleinen Hinterhof in einer Holzhütte trafen und darüber sprachen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. »Damit niemand etwas bemerkt, sind wir zu diesen Treffen immer getrennt und zu Fuß gekommen. Manchmal habe ich mir sogar eine Kapuze aufgesetzt«, erinnert sich der Karnevalsprinz Andreas Otto. Doch um ihren Wunsch realisieren zu können, mussten die damaligen Prinzenpaaranwärter zuerst mit ihren Ehepartnern und dem Elferrat sprechen. »Wir haben schnell gemerkt, dass wir auf die Unterstützung unserer Partner zählen können. Mein Sohn Laurenz war noch sehr klein, deshalb wusste ich, dass ich ohne die Hilfe meines Mannes Volker das Amt nicht annehmen kann. Jetzt ist Laurenz ein Jahr alt und ich bin Volker sehr dankbar für seine Unterstützung und auch Andreas’ Frau Sabrina steht ihm immer zur Seite«, erklärt die 27-jährige Prinzessin.

Nur eine Handvoll Leute waren eingeweiht

Nach unzähligen geheimen Treffen, den Absprachen und inoffiziellen Planungen war es dann soweit: Die Proklamation stand vor der Tür. Während sich Regina Engel am Abend der Festlichkeit durch den Hintereingang hineinschlich, legte Andreas Otto seine Trompete nieder und verabschiedete sich bei seinen Freunden von der Hofkapelle, um »kurz auf Toilette zu gehen«. »Nur eine Hand voll Leute wusste vor der Proklamation, dass wir das neue Prinzenpaar werden. Es sollte eine große Überraschung sein und nicht vorab bekannt werden«, betont der närrische Großhandelskaufmann. Als dann schließlich das Geheimnis gelüftet wurde, war die Freude bei den Ovenhäusern groß. »Den Moment, als wir auf die Bühne gegangen sind, werde ich nie vergessen. Alle sind aufgestanden, haben applaudiert oder vor Begeisterung geschrien«, schwelgt die Bankkauffrau in Erinnerungen.

»Die Beiden sind ein Traum«

Präsident Matthias Gersch kann die Freude der Narren über ihr neues Prinzenpaar gut verstehen. »Die Beiden sind ein Traum. Sie können repräsentieren, sind mit Herzblut dabei und haben wirklich Spaß an der Sache – das macht alles sehr unkompliziert. Ehrlich gesagt, beneiden uns andere Vereine um unser junges und dynamisches Prinzenpaar.«

Andreas Otto und Regina Engel kamen schon früh mit dem Karneval in Berührung. Der 33-jährige Prinz war 1996 bereits Kinderprinz und ist seit mehr als elf Jahren im Elferrat. Seine Prinzessin hat in allen Garden getanzt und diese zuletzt sogar trainiert. Doch auch außerhalb des Karnevals ist das Prinzenpaar im Ort aktiv. Regina »die Taktvolle« war lange Zeit zweite Dirigentin der Blaskapelle und spielt in ihrer Freizeit Tennis. Ihr Prinz, »der Abenteuerlustige«, verreist oft, spielt ebenfalls in der Blaskapelle und hat Freude am Wandern.

Prinzessin freut sich besonders auf den Umzug

Doch was fasziniert die Beiden so am Karneval? »Es ist eine tolle Gemeinschaft, die so nur im Winter zusammenkommt. Es herrscht immer gute Stimmung, man feiert zusammen mit seinen Freunden, besucht viele Veranstaltungen und lernt dort neue Leute mit den gleichen Interessen kennen«, erklärt Andreas Otto. »Das ist einfach eine schöne Zeit«, bringt es seine Prinzessin auf den Punkt. Durch ihr Amt erlebe sie diese Zeit jetzt noch intensiver. »Am meisten freue ich mich auf den großem Umzug«, sagt sie. Dieser findet nur alle zehn Jahre statt und soll am Sonntag, 3. März, aus 15 Wagen und 23 Fußtruppen mit insgesamt 830 Teilnehmern bestehen. Der Karnevalsverein Ovenhausen ist sehr dankbar angesichts der großen Zahl von engagierten Wagenbauern und Narren, so Matthias Gersch. Die Karnevalisten haben am Samstag einen der Sponsoren, die Bäckerei Engel in Höxters Innenstadt besucht – und haben dort mit ihrem Prinzenpaar für den Ovenhäuser Karneval geworben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6375417?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Auch NRW-Regionen als Standort für Atommüll-Endlager geeignet
Symbolfoto. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker