Höxter: Planetariumsshow von Meteoritenjäger Riccardo Cataldi und Astronom Horst Thiel - Brocken in Gut Hainholz
Wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt

Höxter (WB). Astro-Show, Meteoritenjäger und fesselnde Geschichten über auf den Kreis Höxter hinabgestürzte Himmelskörper: Horst Thiel aus Bad Driburg und Riccardo Cataldi aus Lüchtringen haben fast 70 Zuschauer in der Höxteraner VHS-Aula mit ihren Weltraum-Berichten begeistert.

Montag, 04.02.2019, 13:11 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 14:31 Uhr
70 Zuhörer in der Volkshochschulaula in Höxter haben sich von Riccardo Cataldi (rechts) und Horst Thiel bei der Planetariumsshow Meteoriten-Material zeigen lassen. Foto: Michael Robrecht

Planetariumsshow in Höxter: Meteoriten im Kreis Höxter

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  • Planetariumsshow in Höxter: Meteoriten im Kreis Höxter
Foto: Horst Thiel und Riccardo Cataldi (Fotos und Repros), Michael Robrecht (Fotos)
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Astronom und Ex-Physiklehrer Thiel ist seit Jahren kreisweit mit seinen Planetariums-Veranstaltungen unterwegs. »Ich freue mich auf das Frühjahr, wenn ich die Sternwarte auf der Gesamtschule in Bad Driburg nach dem großen Umbau wieder eröffnen kann«, sagte er dem WESTFALEN-BLATT. Bis die Teleskope in der Kurstadt wieder einsatzbereit sind, müssen sich die Sterneninteressierten mit Vorträgen – wie jetzt in Höxter – begnügen. Sternschnuppen, Meteoriten und Satellitenabstürze – davon berichteten Thiel und Cataldi. Ein Meteorit sei ein relativ kleiner Festkörper kosmischen Ursprungs, der die Erdatmosphäre durchquere und den Erdboden erreicht habe, erläuterte Thiel. Er bestehe überwiegend aus Silikatmineralen oder einer Eisen-Nickel-Legierung, wovon ein gewisser Teil beim Eintritt in die Erdatmosphäre schnell verglühe. Erst an diesem Wochenende ist über Kuba wieder so ein kosmischer Bote erschienen, wie Medien mit zum Teil eindrucksvollen Feuer-Bildern dokumentierten.

Faszinierendes Material hatten die beiden Referenten im Gepäck. Riccardo Cataldi, der in Holzminden in der Fürstenberger Straße eine Pizzeria betreibt, stellte 30 Kilo Original-Meteoritengestein in der VHS-Aula in Höxter aus, das er als Meteoritenjäger in Schweden selbst ausgegraben hat. »Wie ein Goldsucher bin ich 2018 drei Wochen durch die Wälder in Nordschweden gezogen und habe mit einem Metalldetektor gesucht – und etwas gefunden«, schilderte er den faszinierten Besuchern. Nur mit Mückenschutz habe er bei 30 bis 35 Grad arbeiten können. »Dieses Jahr fahre ich wieder hin, um neue Meteoriten zu finden«, kündigte der Lüchtringer an.

Horst Thiel hatte zwei besondere Geschichten in seinen Vortrag »Wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt« eingebaut. Die alten Stories über die »kosmische Zielscheibe Kreis Höxter« seien fast in Vergessenheit geraten. Am 3. März 1953 gegen 14.30 Uhr hätten im Schwedenbusch bei Natingen die Waldarbeiter Gottfried Rempe, Adolf Antenbrink und Josef Renferd Mittagspause gemacht. »Plötzlich vernahmen sie ein granatsplitterähnliches Pfeifen und ein Hammergeräusch. 20 Meter von der Gruppe entfernt ging ein faustgroßer schwarzer Stein nieder – ein Meteorit, wie sich herausstellte«, erinnerte Thiel. Die Zeitungen hätten damals über den »Meteoriten von Peckelsheim« geschrieben, weil dies der nächste größere Ort gewesen sei. 16 Jahre lag der Fund im Büro von Oberförster Hannes Tuch. Der tauschte ihn beim Max-Planck-Institut gegen Afrika-Mineralproben ein.

Thiel wies auch auf den 16,5 Kilo schweren Meteoriten von Gut Hainholz von 1856 hin. Das Nickel-Eisen-Stück fiel nahe dem Steinfundort von 1953 nieder. Der Bote aus dem All wurde damals zerlegt und an die Unis Göttingen, Tübingen und Chicago sowie bis nach Wien ans Naturmuseum verteilt.

Horst Thiel zog dann noch mit Fotos vom Meteoriteneinschlag vom 15. Februar 2013 in der russischen Stadt Tscheljabinsk und vom Einschlag in Sibirien 1907 die Zuschauer in seinen Bann. Jährlich prasselten bis zu 60.000 Tonnen Steine, Eisen, Meteoritenstaub auf die Erde, schilderte er. Meist verglühten die Teile, aber vielleicht finde sich im Kreis Höxter ja demnächst einmal wieder ein schöner kosmischer Himmelsbote.

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