Rat möchte Bürger an Auswahl beteiligen – WESTFALEN-BLATT sammelt erste Vorschläge
Name für Höxters Freibad wird gesucht

Höxter (WB). Die Bürgerschaft soll an der Namensfindung für das Freibad in Höxter beteiligt werden. Darauf einigte sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend.

Freitag, 01.02.2019, 19:12 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 20:20 Uhr
Das Bad in Höxter ist bei den Badegästen bisher als Freibad im Brückfeld und früher als »Batze« bezeichnet worden. Zurzeit läuft die Becken- und Techniksanierung; die Gebäude müssen noch warten. Jetzt wird ein Name für das Freibad gesucht. Foto: Michael Robrecht

Die UWG-Fraktion hatte mit dem Vorschlag, das umgebaute und denkmalgeschützte Freibad von 1936 nach seinem Architekten Otto Immendorff zu benennen, einen ersten Vorstoß unternommen, das bisher namenlose Bad zu »taufen« . Im Rat entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Alle Parteien begrüßten die Initiative, wobei Georg Heiseke (UWG) den Vorschlag Immendorff auch nur als erste Anregung verstanden wissen wollte. Auch eine Namenswahl je nach aktuellem Sponsor sei denkbar. Hans-Josef Held (SPD) wollte einen Namen nicht an Freibadförderverein und Bürgern vorbei vornehmen. Der Name Immendorff erinnere aber an keine gute Zeit in den 1930er Jahren und er frage sich, ob es vielleicht ein Problem mit dem Architektennamen geben könne, der wie ein Bumerang auf die Stadt zurückfalle.

Thema Freibad liegt vielen am Herzen

Stefan Berens (CDU) kann sich einen Namenswettbewerb mit Unterstützung von Förderverein, Schulen und Vereinen gut vorstellen. Immendorff wäre von der Bedeutung des Bäderarchitekten sicher angemessen, man solle aber vorher historisch versierte Fachleute, wie Ernst Würzburger, nach dem Architektenruf befragen. Es gebe überhaupt keinen Zeitdruck.

Auch die BfH sprach sich dafür aus, dass die Bürger Namensvorschläge einreichen. Das Thema Freibad liege vielen am Herzen, 5000 hätten für den Erhalt gestimmt, erinnerte Ralf Dohmann. Die Grünen können sich eine Findungskommission vorstellen. Georg Heiseke (UWG) sagte, er habe die Namensauswahl schon im Förderverein thematisiert. Wenn Immendorff ein belasteter Name der 30er Jahre gewesen sei, hätte die Münsteraner LWL-Denkmalpflege sicher schon darauf hingewiesen, so Heiseke. Werner Böhler (SPD) meinte, dass man sicher sein müsse, dass der Name Immendorff nicht diskreditiert sei. Siegfried König (BfH) sagte, Immendorff sei kein NS-Mann gewesen. Er warnte davor, alle, die in den 30er Jahren gelebt hätten, gleich in die rechte Ecke zu stellen.

Bäderspezialist Otto Immendorff

Zur Erinnerung: Das WESTFALEN-BLATT hatte im April 2016 im Stadtarchiv Höxter Einsicht in die kaum bekannten Freibad-Bauakten von 1935/36 genommen und erstmals öffentlich gemacht, dass der Bäderbauarchitekt Otto Immendorff aus Hildesheim das Freibad 1935 entworfen und einen Freibad-Prototypen geschaffen hatte . Bauhistoriker sprachen sich sofort für eine Unterschutzstellung aus; der BfH-Ratsherr Siegfried König schickte den WB-Artikel und einen Antrag auf Unterschutzstellung nach Münster. Die LWL-Denkmalpflege und Baukultur prüfte den Denkmalwert und sprach sich für die Unterschutzstellung aus. Man revidierte mit der Aufforderung an die Stadt, die Eintragung des Freibades in die Denkmalliste zu betreiben, eine Entscheidung von 2012, des Bad nicht zu schützen.

Architekt Otto Immendorff war ein ausgewiesener Bäderspezialist, nach dessen Planungen zwischen 1930 und 1957 eine große Anzahl von deutschen Freibädern erbaut wurde. So hat Immendorff wie auch Paul Heidrich, Bielefeld, in den 1920er Jahren maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Bäderarchitektur. Das Wolfsburger VW-Bad baute er auch. Sein Schaffen ist bisher nicht wissenschaftlich untersucht worden.

Wie könnte das Höxteraner Freibad heißen? Das WESTFALEN-BLATT sammelt erste Namensvorschläge. Wer einen Namen empfehlen möchte, der kann an hoexter@westfalen-blatt.de eine Email schicken. Vorschläge werden auch unter Telefon 05271/972852 angenommen. Die ersten Ideen werden dann im WB zeitnah veröffentlicht.

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