Baudezernentin Claudia Koch blickt auf Besuch der Landesgartenschau-Jury zurück Sie kam, sah und war beeindruckt

Höxter (WB). Die elfköpfige Landesgartenschau -Jury hat aus Höxter einen guten Eindruck mitgenommen: Sie kam, sah und war beeindruckt. Baudezernentin Claudia Koch zeigte sich gestern in der Rückschau auf den Tag zuversichtlich, dass Höxter den Zuschlag bekommt. Das letzte Wort hat Landwirtschaftsministerin Christina Schulze-Föcking. Am 14. Mai weiß Höxter mehr.

Von Sabine Robrecht
Baudezernentin Claudia Koch, Jury-Sprecher Heiner Bruns und Bürgermeister Alexander Fischer (hinten).
Baudezernentin Claudia Koch, Jury-Sprecher Heiner Bruns und Bürgermeister Alexander Fischer (hinten). Foto: Besim Mazhiqi

»Ich bin super zufrieden. Die Kommission hat durch die Ortsbesichtigung einen anderen Blick auf das mögliche Landesgartenschau -Gelände gewonnen«, bilanziert Koch. Der Empfang am Weserufer habe die Jury ebenfalls beeindruckt. »Mich hat gefreut«, so Claudia Koch, »dass auch Bürger aus den Nachbarstädten begeistert am Ufer standen. Denn die Landesgartenschau ist ein regionales Thema.«

Endlich wieder positive Stimmung

Wohltuend sei auch ein kurzes spontanes Gespräch mit einer Bürgerin gewesen, der sie nach der Verabschiedung der Kommission am Mittwochabend begegnet sei: Die Höxteranerin habe ihre Freude zum Ausdruck gebracht, dass endlich wieder eine positive Stimmung in Höxter spürbar sei. Durch die Stadt gehe ein Ruck. Wenn das von der Landesgartenschau -Bewerbung übrig bleibe, habe sich der Aufwand schon gelohnt, stärkte die Bürgerin der Baudezernentin den Rücken.

Zum Gespräch ermutigt Claudia Koch aber auch all diejenigen, die Bedenken haben. »Kritik und Ängste sind berechtigt. Sie gehören dazu. Wir können die Planungen, wenn wir den Zuschlag bekommen, sicher auf die einen oder anderen Bedürfnisse hin anpassen.«

Jetzt heißt es aber erst einmal abwarten. Denn die Entscheidung steht noch aus. Die Kommission hat am Mittwoch zwar eine Empfehlung abgegeben. Diese bleibt allerdings unter Verschluss, weil letztlich das Ministerium entscheidet. Für eine Positiv-Empfehlung hat Höxter sich am Mittwoch mächtig ins Zeug gelegt. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben über den normalen Dienst hinaus den Besuchstag der Kommission vorbereitet.

Stimmige Rahmenbedingungen

Von den grünen T-Shirts und den Fähnchen bis hin zum großen Banner und der einladenden Tischdeko im Ratssaal des Historischen Rathauses, wo die Kommission zu Beginn und zum Abschluss tagte, waren die Rahmenbedingungen stimmig. »Alle haben an einem Strang gezogen«, freut sich Koch über die Teamarbeit der Verwaltung. »Die politische Unterstützung war auch ein wichtiges Signal.«

Sollte Höxter – die einzige Bewerberin – am Ende den Zuschlag für 2023 bekommen, »geht die Arbeit erst richtig los«, schaut Claudia Koch nach vorne. Einer der nächsten Schritte ist die Gründung der »Landesgartenschau GmbH«, die noch in diesem Jahr über die Bühne gehen soll. Recht zügig werde eine eigene Internetseite für die LGS gebaut, kündigte die Baudezernentin für den Positiv-Fall eine marketingstrategische Aufgabe an. »Kommunikation ist wichtig.«

Am Herzen liegt der Baudezernentin die Zusammenarbeit mit der Hochschule. »Sie ist ein wichtiger Partner.« Als solcher steht die Hochschule in den Startlöchern, signalisierte Professor Stefan Bochnig, Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, beim Besuch der Bewertungskommission. »Für uns als Hochschule wäre die Landesgartenschau ein Silbertablett, was Lehren und Forschen angeht. Wir freuen uns darauf.«

Bochnig verwies darauf, dass Studierende des Standorts Höxter auch in der Vergangenheit im Rahmen von Projektarbeiten Gestaltungsideen für das Landesgartenschau-Gelände, Beispiel Weserpromenade, entwickelt haben. Im Fall des Zuschlags für die LGS 2023 »werden wir das Vorhaben in den nächsten Jahren intensiv begleiten«.

»Regionale 2022«

Landrat Friedhelm Spieker brachte die »Regionale 2022« in den Gedankenaustausch mit der LGS-Jury ein. Mit »Wir gestalten das Urban-Land« hat die Region Ostwestfalen-Lippe den Zuschlag für dieses vom Land Nordrhein-Westfalen initiierte Strukturentwicklungsprogramm erhalten. Eine Idee ist, den Weserraum mit seinen vier Kreisen von Minden bis Höxter mit einheitlicher Beschilderung gemeinsam touristisch zu bespielen.

Möglich wäre, so Claudia Koch, Elemente der Landesgartenschau an die »Regionale« anzudocken oder sogar ein zusätzliches Projekt für die LGS aus diesem Fördertopf zu entwickeln. Zunächst gelte es aber abzuwarten, ob die Projektskizze der »Regionale« in die nächste Runde kommt und ob Höxter tatsächlich im Jahr ihres 1200-jährigen Bestehens Landesgartenschau-Stadt sein wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.