Blinden- und Sehbehindertenverein Höxter feiert 90-jähriges Bestehen Hilfe zur Selbsthilfe

Höxter (WB). Gegenseitige Unterstützung, einander Mut zusprechen und sich über die eigenen Erfahrungen austauschen – das ermöglicht der Blinden- und Sehbehindertenverein Höxter seinen Mitgliedern. Der Verein hat jetzt sein 90-jähriges Bestehen gefeiert.

Von Celine Niemann
Der Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins Höxter feiert mit den Ehrengästen sein 90-jähriges Bestehen im Gasthaus Kirchhoff in Amelunxen. Gegenseitige Unterstützung steht bei dem Verein an erster Stelle.
Der Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins Höxter feiert mit den Ehrengästen sein 90-jähriges Bestehen im Gasthaus Kirchhoff in Amelunxen. Gegenseitige Unterstützung steht bei dem Verein an erster Stelle. Foto: Celine Niemann

Seit seiner Gründung im Jahr 1928 wird beim Blinden- und Sehbehindertenvereins Höxter aktive Selbsthilfe gelebt. »Ich finde es lobenswert, dass sich der Verein schon über viele Jahre hinweg für blinde- und sehbehinderte Menschen im Kreis Höxter einsetzt. Dadurch wird ein gesellschaftliches Einmischen ermöglicht«, erklärte Petra Pioch im Namen der Geschäftsführung und des Vorstandes.

Die 21 Mitglieder und ihre Begleitpersonen konnten sich während der Jubiläums-Feier im Gasthof Kirchhoff in Amelunxen zahlreiche historische Gegenstände des Vereins anschauen. Darunter waren Kalender und eine Schallplatte mit Blindenschrift, alte Fotos sowie Widmungen des Musikers Helmut Zacharias und des Schauspielers Horst Buchholz.

Vereinsvorsitzender sorgt sich um die Zukunft

Darüber hinaus berichtete der Blinden- und Sehbehindertenverein über seine geplanten Aktivitäten wie Sommerfeste, Wesertouren oder Planwagenfahrten. Außerdem werden einmal monatlich Treffen für die Mitglieder und deren Begleitpersonen ausgerichtet, an denen auch Interessierte teilnehmen können.

Pastor Willi Koch aus Brakel fand lobende Worte für den Verein. »Es ist großartig, dass es den Blinden- und Sehbehindertenverein Höxter gibt, der Betroffene unterstützt.« Doch der Vereins-Vorsitzende Elmar von Heesen sorgt sich um die Zukunft des Vereins. »Wir haben nur sehr wenig junge Mitglieder und dabei gibt es viele Kinder und Jugendliche, die eine Sehbehinderung haben. Aber oft wissen sie gar nicht, dass es unseren Verein gibt.« Das soll sich in Zukunft ändern.

93-jähriger ist ältestes Mitglied

Rudolf Kirchhoff ist mit 93 Jahre das älteste Mitglied, während die 13-jährige Anna Marleen mit Abstand das jüngste Mitglied ist. Die Gemeinschaft wird auch zwischen den Generationen gelebt – eine Besonderheit, die den Blinden- und Sehbehindertenverein Höxter auszeichnet. Im Laufe der Feier wurden die langjährigen Mitglieder Anton Krawinkel (50 Jahre) und Rosita Otto (30 Jahre) geehrt. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Sarah Pottmeier und Lina Bömmelburg aus Höxter. Mit ihrem Querflötenspiel beeindruckten sie die Gäste.

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