Schüler und Studenten erforschen Natur des Bielenbergs Leben auf dem Südhang

Höxter (WB). Das Bielenberg-Projekt zur Renaturierung des Südhang-Gebietes wird jetzt zum außerschulischen Lernort. Im »grünen Klassenzimmer« arbeiten Studenten, Schüler und die Volkshochschule Hand in Hand an der Erforschung des Naturschutzgebietes in Höxter.

Von Sarah Schünemann
Landschaftsarchitektur-Studenten und KWG-Schüler aus dem Jugend-forscht-Projekt mit Dr. Winfried Türk von der Hochschule Höxter (links), stellvertretende VHS-Leiterin Dr. Claudia Gehle (Mitte), Christian Schröer und Lehrer Christian Kaup (rechts).
Landschaftsarchitektur-Studenten und KWG-Schüler aus dem Jugend-forscht-Projekt mit Dr. Winfried Türk von der Hochschule Höxter (links), stellvertretende VHS-Leiterin Dr. Claudia Gehle (Mitte), Christian Schröer und Lehrer Christian Kaup (rechts). Foto: Sarah Schünemann

Die Hochschule nutzt die Möglichkeit, am Bielenberg ein Semesterprojekt durchzuführen. »Wir wollen untersuchen, was das Gebiet an Natur zu bieten hat«, erklärt die Studentin Anna-Lena Sander. Das Ganze solle auch im historischen Kontext aufgeklärt werden, da frühere Äcker und Weinbau-Terrassen Einfluss auf die Landschaft hätten. Sie wollen den Südhang des Bielenbergs in Bereiche teilen und die »Biotope kartieren«. Neben den Pflanzen gehören dazu die Tiere wie Bienen, Tagfalter und Reptilien.

Der Kalkmagerrasen des südlichen Bielenberg-Hanges bietet eine große Artenvielfalt. Darunter sind auch schützenswerte Pflanzen und Tiere – beispielsweise der seltene Kreuz-Enzian und der Hirschkäfer. »Wir wollen die Lebensräume verbessern und damit die Populationen erhalten«, erklärt Dr. Winfried Türk, der das Projekt der Hochschule begleitet.

»Da fangen wir bei Null an«

Die Achtklässler des Jugend-forscht-Projektes am König-Wilhelm-Gymnasium nutzen die Chance für ihre wissenschaftliche Arbeit. Drei Gruppen mit jeweils drei Schülern nehmen daran teil. »Wir und eine andere Gruppe stecken an verschiedenen Orten Dauerquadrate ab, um die Pflanzen darin zu erforschen«, erklärt Niklas Pottmeier. Beispielsweise sollen einige im Schatten oder in der Sonne und wieder andere in der Brache der ehemaligen Fichtenmonokultur entstehen. Letztere ist durch Orkan »Friederike« so beschädigt worden, dass zur Sicherheit alle Bäume gefällt werden müssen. Die Quadrate sollen über Jahre bleiben, um Veränderungen festhalten zu können. Die anderen Schüler untersuchen Wildbienen – warum sie sterben und wie man sie schützen kann. »Wir haben hier eines der Hauptvorkommen an Sandbienen im Kreis. Sie leben in den Steilwänden«, sagt Dr. Türk. »Das Thema Bienen ist auch für uns spannend. Da fangen wir auch bei Null an«, sagt Student Liam Dederke.

Die Ergebnisse der Schüler und Studenten sollen sich ergänzen. Die angehenden Landschaftsarchitekten betreuen die Achtklässler und planen das Projekt eigenverantwortlich. »Am Ende wollen wir unsere Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren. Wir denken über Apps und Plakate nach«, sagt Studentin Tessa Wolf.

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