Fährverkehr endet 1977 – Anbindung an Höxter bringt Ort nach vorn Lüchtringer Brücke wird 40

Höxter (WB). Die Weser-Brücke in Höxter-Lüchtringen wird am 15. Dezember 40 Jahre alt. Die Lüchtringer sind noch heute froh, dass sie durch den festen Weserübergang besser an den »Westen« angebunden wurden.

Von Michael Robrecht
Unsere Weser-Brücke wird 40: Für (von links) Horst Peter Vennemann (Vorsitzender Heimatverein), Erwin Winkler (damals Ratsherr) und Burkhard Schwiete (heute Ratsherr und Ortsausschussvorsitzender) hat die Brücke Fortschritte gebracht.
Unsere Weser-Brücke wird 40: Für (von links) Horst Peter Vennemann (Vorsitzender Heimatverein), Erwin Winkler (damals Ratsherr) und Burkhard Schwiete (heute Ratsherr und Ortsausschussvorsitzender) hat die Brücke Fortschritte gebracht. Foto: Michael Robrecht

Mit der Eröffnung der durch den Kreis Höxter errichten K46-Brücke sei auch das Fähr-Zeitalter für das mit seinerzeit 4000 Einwohnern sehr große Weserdorf zu Ende gegangen, erinnern sich Horst Peter Vennemann (Vorsitzender Heimatverein), Erwin Winkler (damals Ratsherr) und Burkhard Schwiete (Ratsherr und Ortsausschussvorsitzender). Bis es zum Brückenbau kam, waren jahrelange Bau- und Finanzierungsplanungen notwendig. Erwin Winkler berichtet, dass lange Zeit eine Eindeichung von Lüchtringen zur Debatte gestanden habe und auch der Kreis sich das sehr gut habe vorstellen können. »Die meisten Lüchtringer wollten aber nicht hinter meterhohen Erdwällen wohnen und von der Weser praktisch nichts mehr sehen«, sagt Winkler. Und auch das Herzogliche Haus Corvey war gegen einen Deich, weil dieser bei Hochwasser das Überschwemmungsgebiet auf den Corveyer Feldern stark erweitert hätte.

Brücke kostet elf Millionen Mark

Die drei Lüchtringer nennen die Lösung mit der Flutbrücke und Weser-Mulde in den Feldern die richtige Entscheidung, auch wenn bei Hochwasser sehr früh die Kreisstraße 46 überflutet werde.

Das östlichste Dorf in NRW hat eine technisch sehr anspruchsvolle Brücke erhalten. Erstmals in Deutschland wurde für die Fertigstellung ein neues Verfahren angewandt. Danach sind parallel zum Flussverlauf die beiden rund 3000 Tonnen schweren, 80 Meter langen und 14 Meter breiten Spannbetonträger errichtet und in mehreren Stunden über ein Drehlager um 90 Grad über die Weser gedreht worden. Lücken zwischen Widerlager und Überbau wurden ausbetoniert. Durch dieses Verfahren musste kein Gerüst aufgebaut werden, das die Weserschifffahrt behindert hätte. Um die Brücke (180 Meter lange Voutenträger/Balkenbrücke) mit elf Millionen Mark Kosten zu finanzieren, hat es 1973 auch Unterstützung von Bundeswehr und Nato gegeben, weil die Brücke militärisch von Bedeutung für schnellere Truppenbewegungen während des Kalten Krieges gewesen sei. Burkhard Schwiete und Horst Peter Vennemann nennen die jetzt 40-jährige Brücke einen Segen. Die Gemeinde habe auch wegen der durch die Kommunalreform festgelegten Fusion mit Höxter den geforderten besseren überörtlichen Anschluss bekommen.

In Lüchtringen sind übrigens die Folgen der feucht-fröhlichen Brücken-Einweihungsfeier in einer Halle bei Zenker-Fenster unvergessen: Da stand nämlich unvermutet am Lüchtringer Ortsrand die Polizei und ließ die Festgäste reihenweise ins Röhrchen pusten – was einige den Führerschein gekostet haben soll...

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