Regierungspräsidentin besucht Sekundarschule – Kritik an Raumnot Thomann-Stahl: »Notstand lassen wir nicht zu«

Höxter (WB). Auf ihrer Rundreise durch OWL hat Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl am Mittwoch auch an der Sekundarschule in Höxter einen Stopp eingelegt. Von Eltern- und Lehrerschaft kritisiert worden ist vor allem die fehlende räumliche Rückzugsmöglichkeit für Schüler. »Diesen Notstand in einer Ganztagsschule werden wir nicht zulassen«, verspricht Thomann-Stahl.

Von Isabell Waschkies
Sie machen sich stark für die Sekundarschule in Höxter (von links): Bürgermeister Alexander Fischer, Maria Franke (Stadt Höxter), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Detlef Strauß (Bezirksregierung Detmold), Marcel Rikus (Klasse 8b), Christiane Hoffmann (stellvertretende Schulleiterin), Klaus Leweke (Schulleiter) und Anna Trainina (Klasse 8e).
Sie machen sich stark für die Sekundarschule in Höxter (von links): Bürgermeister Alexander Fischer, Maria Franke (Stadt Höxter), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Detlef Strauß (Bezirksregierung Detmold), Marcel Rikus (Klasse 8b), Christiane Hoffmann (stellvertretende Schulleiterin), Klaus Leweke (Schulleiter) und Anna Trainina (Klasse 8e).

Damit reagiert sie vor allem auf die Kritik von Schulleiter Klaus Leweke. »Die Stadt als Träger der Schule und wir können beim Raumangebot den Mindeststandard erfüllen, aber genau das ist gerade bei Ganztagsschulen gefährlich«, mahnt Leweke. Vor allem Räume außerhalb der Klassenzimmer, Möglichkeiten zum Zurückziehen und Ausruhen, fehlen seinen Angaben zufolge. »Ich glaube, dass andere Ganztagsschulen in diesem Bereich besser ausgestattet sind«, kritisiert er. Bereits jetzt nutzt die Sekundarschule Räume der im Sommer 2019 auslaufenden Hauptschule.

Musikunterricht im Kunstraum

Christiane Hoffmann, stellvertretende Schulleiterin, merkt an, dass just in diesem Moment eine Musikstunde im Kunstraum unterrichtet werden müsste – es fehle an allen Ecken und Kanten für die insgesamt 420 Kinder. Leweke rechnet seinen Angaben zufolge sogar perspektivisch mit 650 Mädchen und Jungen.

Maria Franke, Fachbereichsleiterin für Schulen und Sport bei der Stadt Höxter, bestätigt die Raumnot. »Vor drei Jahren sah das Raumkonzept noch anders aus. Wir sind dabei, zügig Lösungen für neue Räume zu finden«, sagt Franke. Ob ein möglicher Neubau zur Problemlösung beitragen würde, oder aber Räume der Realschule nebenan mitgenutzt werden könnten, dazu wollte sich Franke nicht äußern.

»Konzept der Schule ist unschlagbar«

Dass sich am Raumkonzept innerhalb der Sekundarschule »dringend etwas verändern muss«, davon ist auch Sandra Tautz als Teil der Elternvertretung überzeugt. »Trotzdem ist das Konzept der Schule unschlagbar. Die Schüler fühlen sich wohl hier. Auch die Lehrer leisten hervorragende Arbeit«, sagt Tautz als Mutter von zwei Kindern, 5. und 8. Klasse, an der Sekundarschule.

Aber nicht nur die Kritik stand am Mittwoch im Mittelpunkt des Besuches der Regierungspräsidentin. »Mein Ziel ist es auch zu schauen, wie sich die einzelnen Schulen entwickeln und ob sie die Mädchen und Jungen in den kommenden Jahren qualifiziert zum Abschluss führen können«, sagt sie. Dass diese »persönlichen Anforderungen« in Höxter erfüllen werden, daran habe sie keine Zweifel.

»Keine ›Resteschule‹«

Bürgermeister Alexander Fischer lobt das pädagogische Konzept der Sekundarschule, das die Schüler durch das »längere gemeinsame Lernen« individuell unterstützen würde. »Das muss weiter gefördert werden«, sagt Fischer, »daher müssen wir uns jetzt auch um die offenen Baustellen intensiv Gedanken machen.« Als die Schule 2014 gegründet wurde , sei sie von der Bevölkerung »sehr skeptisch« angenommen worden. »Die Schule ist keine ›Resteschule‹, sondern eine für alle«, betont der Verwaltungschef.

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