Kreispolizeibehörde weist Verkehrsteilnehmer auf Gefahren hin Zehn Wildunfälle an einem Tag

Kreis Höxter (WB). 111 Wildunfälle sind der Polizei im Kreis Höxter seit Anfang November 2017 gemeldet worden. Allein in der Zeit zwischen vergangenem Mittwoch und Donnerstagmorgen sind beachtliche zehn Wildunfälle von der Polizei in der Region aufgenommen worden.

Im gesamten Kreis Höxter haben sich seit Anfang November bereits über 100 Wildunfälle ereignet. Die Tiere queren Verkehrswege ohne Warnung – zu jeder Tages- sowie Nachtzeit und auch dort, wo kein Warnschild »Wildwechsel« steht.
Im gesamten Kreis Höxter haben sich seit Anfang November bereits über 100 Wildunfälle ereignet. Die Tiere queren Verkehrswege ohne Warnung – zu jeder Tages- sowie Nachtzeit und auch dort, wo kein Warnschild »Wildwechsel« steht. Foto: dpa

Die Unfallstellen sind über das gesamte Kreisgebiet verteilt, teilt die Kreispolizeibehörde Höxter mit. Die Tiere queren Verkehrswege ohne Warnung – zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch dort, wo kein Warnschild »Wildwechsel« steht. Viele Arten, darunter auch das Reh, sind in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv. Gerade zu dieser Zeit sind aber auch viele Berufspendler unterwegs.

Deshalb gilt grundsätzlich: Fuß vom Gas im Wald und an unübersichtlichen Wald- oder Feldrändern. »Beachten Sie unbedingt Wildwechsel-Schilder und reduzieren Sie das Tempo«, betont Polizeisprecher Andreas Hellwig. Häufig ist vor besonderen Gefahrenstellen oder Gegenden mit hoher Wilddichte das Gefahrzeichen »Wildwechsel« angebracht. Das Tempo sollten Verkehrsteilnehmer in diesem Fall deutlich herabsetzen. Bei plötzlich auftauchendem Wild auf der Fahrbahn können 80 Stundenkilometer schon zu schnell sein, so die Polizei Höxter.

Konsequent bremsen, hupen und abblenden

»Behalten Sie die Fahrbahnränder im Auge und halten Sie einen Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand ein. Wild kommt selten allein – deshalb rechnen Sie stets mit mehreren Tieren. Wild verhält sich auf der Straße unberechenbar – Tiere verlassen die Fahrbahn nicht immer auf dem kürzesten Weg, sondern laufen oft vor dem Fahrzeug her.

Wenn Wild auf der Straße steht, gefährden Sie nicht den nachfolgenden Verkehr. Bremsen Sie nur, wenn kein Auffahrunfall mit dem nachfolgendem Fahrzeug droht. Ist die Fahrbahn frei, sollten Sie konsequent bremsen, hupen und abblenden, damit das Wild einen Fluchtweg finden kann. Fahrer sollten nicht ohne Kontrolle ausweichen«, sagt Hellwig weiter.

Auf keinen Fall sollten Verkehrsteilnehmer das Risiko eines unkontrollierten und plötzlichen Ausweichmanövers eingehen. Sie könnten gegen einen Baum prallen oder in den Gegenverkehr geraten. Hellwig: »Dann sollten sie lieber das kleinere Übel wählen und geradeaus in Richtung des Tieres fahren.

Das Tier niemals mitnehmen

Wenn es passiert ist – selbst bei größter Vorsicht kann es zum Unfall kommen – dann gilt: Unfallstelle absichern; gegebenenfalls Verletzte versorgen; das Tier von der Straße entfernen, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden; das Wild möglichst nur mit Handschuhen, Lappen oder ähnlichem anfassen (Tollwutgefahr); Tier niemals mitnehmen – sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei. Zur Vermeidung von Schwierigkeiten bei der Regulierung durch die Versicherung sollten Wildschäden unverzüglich bei der nächsten Polizei- und Forstdienststelle gemeldet werden.

Außerdem: Verletztes Wild kann aufgespürt und im Notfall von seinen Leiden erlöst werden. Schäden bei einem Unfall mit Wild sind am eigenen Fahrzeug in der Regel durch die Kfz-Teilkaskoversicherung gedeckt – vorausgesetzt, es handelt sich um so genanntes Haarwild.

Grundsätzlich gilt: Vorausschauendes Fahren und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein helfen, folgenschwere Wildunfälle zu vermeiden. Umsichtiges Handeln und die Ruhe bewahren, erleichtert es, am Unfallort notwendige Maßnahmen zu koordinieren.

Auch im Kreis Paderborn nimmt die Polizei verstärkt Wilfunfälle auf.

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Interessant. Kaum, dass die Jagd auf Rehwild eröffnet ist rennt überall Rehwild über die Strassen.
Ein Schelm wer daran einen Zusammenhang vermutet.

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