Lott, Hecker und Ummen ersteigern Gelände und wollen zügig Ruine in Höxter abreißen Felsenkeller hat neue Eigentümer

Von Michael Robrecht
Die neuen Felsenkeller-Eigentümer heute vor der Ruine des Ballhauses in Höxter: (von links) Hans-Jochen Lott, Dr. Manfred Hecker und Georg Ummen.
Die neuen Felsenkeller-Eigentümer heute vor der Ruine des Ballhauses in Höxter: (von links) Hans-Jochen Lott, Dr. Manfred Hecker und Georg Ummen. Foto: Michael Robrecht

Höxter (WB). Das 10.000 Quadratmeter große Felsenkeller-Gelände hat neue Eigentümer. Hans-Jochen Lott, Dr. Manfred Hecker und Georg Ummen haben zu je einem Drittel beim 2. Zwangsversteigerungstermin an diesem Donnerstag vor dem Amtsgericht Höxter den Zuschlag erhalten. Sie möchten die Ballhaus-Ruine zügig abfahren lassen und das Grundstück als Baugelände ausweisen.

Hans-Jochen Lott (Bielefeld) und Dr. Manfred Hecker (Höxter) wollten schon bei der ersten Versteigerung im Juli den Felsenkeller kaufen, bekamen damals den Zuschlag aber noch nicht. Zwischenzeitlich nahmen die früheren KWG-Abiturienten und Stellwerk-Corvey-Eigentümer mit dem Höxteraner Unternehmer Georg Ummen einen weiteren Partner mit ins Boot. Bei 115.000 Euro fiel der Hammer für das Felsenkeller-Gelände.

Der Felsenkeller gilt als kaum durchschaubares Knäuel aus einem Geflecht aus uralten Ansprüchen diverser Gläubiger, nicht bezahlten Abgaben an die Stadt und angehäuften Verfahrenskosten, Zinsen und Säumniszuschlägen. Rechtspfleger Thomas Tuschen versuchte im Amtsgericht den komplexen Sachverhalt – auch mit diversen Wegerechten und Grundbucheintragungen – zu erläutern, um das seit Jahren zuwuchernde Gelände mit Brandruine zügig an einen Investor zu bringen.

Start war bei 11.854 Euro Mindestgebot

Anders als beim ersten Versteigerungstermin gab es am Donnerstagmorgen überraschend mehrere Bieter im Gerichtssaal. Die Deutsche Haus und Grund GmbH aus Lippstadt trieb den Kaufpreis kräftig hoch: Start war bei 11.854 Euro Mindestgebot. Es begann ein spannender Wettbewerb. Auch ein Höxteraner Architekt und ein privater Bieter stiegen zeitweise in die Auktion mit ein, beendeten bei 35.000 und 40.000 Euro jedoch ihr Interesse. Ein Schnäppchen war der Felsenkeller dann ab 50.000 Euro nicht mehr. Bei 115.000 Euro fiel dann um 11.17 Uhr der Hammer. Hans-Jochen Lott und Unterstützer hatten gewonnen.

Die Bietergemeinschaft Lott/Hecker/Ummen bekräftigte noch einmal seinen Plan, auf dem Gelände mindestens sechs Baugrundstücke auszuweisen (wir berichteten). Die früheren Felsenkeller-Wirtsleute Gabriele Brenke und Uwe Linsdorf, die bei der Versteigerung im Saal saßen, zeighen sich erleichtert, dass das Thema Felsenkeller jetzt abgeschlossen sei. Sie bieten aber weiter ihre Felsenkeller-Revival-Partys an.

Rechtspfleger Tuschen erläuterte Zuhörern, Bietern und Vertretern der Stadtverwaltung das komplizierte Prozedere der Felsenkeller-Versteigerung. Der Verkehrswert der drei Grundstücksteile wurde im Sommer auf 184.000 Euro festgesetzt. Für die Nord LB Holzminden versuchte deren Vertreter Eric Jabs möglichst viel Bares einzutreiben, gab sich dann mit den 115.000 Euro aus der Zwangsversteigerung aber zufrieden. Er gratulierte den drei Neueigentümern per Handschlag zu ihrem Kauf.

»Wir gehen jetzt sofort in die Planung«

Zu der Kaufsumme kommen für die Eigentümer jetzt noch die Abrisskosten sowie die Entsorgung der kontaminierten Bauruine des Felsenkellers: 80.000 oder 100.000 Euro Abbruchkosten sind veranschlagt worden. Eventuell beginnt der Abriss noch im Jahr 2017. Auch die Erschließung des Geländes wird nicht billig. Zudem soll der Wildwuchs am Hang über der B64 mit großen Büschen und Bäumen größtenteils entfernt werden, um eine schöne Fernsicht auf Weser und Solling für die zukünftigen Bauherren anbieten zu können. »Wir gehen jetzt sofort in die Planung«, kündigte Georg Ummen an.

Hans-Jochen, Lott, Dr. Manfred Hecker und Georg Ummen möchten etwas für ihre Vaterstadt Höxter tun und wollen deshalb das Ruinengelände (das Ballhaus brannte im Oktober 1996 ab) in eine nette Wohngegend umwandeln. Baubeginn für Häuser könnte vielleicht 2019 sein. 2018 müssen die Vorarbeiten geleistet werden. Und dann sind da ja noch die Verhandlungsrunden in der Stadtverwaltung und eventuell in Ausschüssen, um baurechtlich alles klar zu machen. Erste Gespräche sollen zügig erfolgen.

Mehr lesen Sie am Freitag, 22. September, im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe Höxter.

Kommentare

Ein Schandfleck weniger.

Gut für dieses Umfeld, das hier endlich etwas vorangeht.
Das wünsche ich mir für den ehemaligen Weserberghof auch.

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