Staatsanwaltschaft Paderborn veröffentlicht Bilanz für 2016 Zahl der Straftaten steigt

Höxter/Paderborn (WB/iwas). 31.536 Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige hat die Staatsanwaltschaft Paderborn im vergangenen Jahr eingeleitet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das eine Steigerung um knapp 13 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht 2016 für die Kreise Paderborn und Höxter hervor.

Im März dieses Jahres hat sich Höxters wohl spektakulärster Entführungsfall abgespielt. Der mutmaßliche Bus-Geiselnehmer sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Im März dieses Jahres hat sich Höxters wohl spektakulärster Entführungsfall abgespielt. Der mutmaßliche Bus-Geiselnehmer sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Foto: Michael Robrecht

»Die Anzahl der Anzeigen, bei denen ein Täter nicht ermittelt werden konnte, ist mit 21.535 im Vergleich zu 20.317 im Vorjahr ebenfalls deutlich gestiegen«, sagt Oberstaatsanwalt Marco Wibbe. Auffällig ist die Entwicklung im Bereich der sexuellen Gewalttaten: Die Zahl stieg von 239 auf insgesamt 311 Fälle an. Das bedeutet ein Plus von 30 Prozentpunkten.

Auch im Betäubungsmittelbereich ist die Anzahl der neu eingegangenen Verfahren nach Angaben der Staatsanwaltschaft höher als im Vorjahr: Gab es 2015 noch 1931 Verfahren, waren es ein Jahr später 2023. Zum Vergleich: 2013 lag die Anzahl der Verfahren mit 1515 deutlich darunter, was mithin einer Steigerung von 33 Prozentpunkten in drei Jahren entspricht.

Die Verfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende sind nach 5500 Verfahren in 2015 auf 6203 Verfahren gestiegen (+ 13 Prozentpunkte). Wibbe: »Zum überwiegenden Teil handelt es sich dabei beispielsweise um Ladendiebstähle.« Seinen Angaben zufolge werden diese Delikte häufig unter Alkohol­einfluss begangen. »In 1044 Verfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende erwies sich nach Einleitung von erzieherischen Maßnahmen eine gerichtliche Verfolgung als nicht mehr erforderlich«, so der Oberstaatsanwalt.

Die Zahl der Verfahren wegen politischer Straftaten erhöhte sich ebenfalls. »Nach 45 Verfahren im Jahr 2015 sind im vergangenen Jahr 85 Verfahren eingegangen«, erklärt Wibbe. Insgesamt 8816 Verfahren (2015: 8326) mussten im Jahr 2016 von der Staatsanwaltschaft eingestellt werden, weil ein strafbares Verhalten nicht nachzuweisen gewesen sei. Bei der Staatsanwaltschaft Paderborn sind derzeit vier Oberstaatsanwälte, 19 Staatsanwälte sowie neun Amtsanwälte im Dienst.

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