Zwangsversteigerung Felsenkeller: noch kein Zuschlag für Lott und Hecker – Bauplätze Investoren stehen kurz vor dem Ziel

Höxter (WB). Für eine neue Nutzung des 10.000 Quadratmeter großen Felsenkeller-Geländes in Höxter zeichnet sich eine Lösung ab. Auch wenn bei der Zwangsversteigerung am Donnerstag im Amtsgericht die Bieter Hans-Jochen Lott und Dr. Manfred Hecker noch keinen Zuschlag erhalten haben, so könnte bei einem zweiten Termin der Kauf im Herbst klappen.

Von Michael Robrecht
Fast am Ziel: Wenn Hans-Jochen Lott (links) und Dr. Manfred Hecker im September beim zweiten Versteigerungstermin den Zuschlag bekommen sollten, könnten sie das Felsenkeller-Gelände (hier die Bauruine) in Bauplätze mit Fernsicht umwidmen.
Fast am Ziel: Wenn Hans-Jochen Lott (links) und Dr. Manfred Hecker im September beim zweiten Versteigerungstermin den Zuschlag bekommen sollten, könnten sie das Felsenkeller-Gelände (hier die Bauruine) in Bauplätze mit Fernsicht umwidmen.

Zurzeit präsentiert sich der Felsenkeller als kaum durchschaubares Knäuel mit einem Geflecht aus uralten Ansprüchen diverser Gläubiger, nicht bezahlten Abgaben an die Stadt und angehäuften Verfahrenskosten, Zinsen und Säumniszuschlägen. Rechtspfleger Thomas Tuschen versuchte im Amtsgericht den Knoten zu lösen, um das seit Jahren zuwuchernde Gelände mit Brandruine an einen Investor zu bringen.

Hans-Jochen Lott bekräftigte noch einmal seinen Plan, auf dem Areal sechs Baugrundstücke auszuweisen (wir berichteten). »Beim nächsten Versteigerungstermin bekommen wir das Gelände«, zeigte sich der Bielefelder optimistisch. Er möchte unbedingt weiterkommen mit seinen Plänen.

Da im Gerichtssaal keine weiteren Bieter – man hatte mit Bauunternehmen gerechnet – aufgetreten waren, zeigten sich Lott und Dr. Manfred Hecker hoffnungsfroh, an das seit den frühen 1980er-Jahren den Wirtsleuten Gabriele Brenke und Uwe Linsdorf gehörende Ex-Ballhaus günstig und zügig zu gelangen.

Rechtspfleger Tuschen erläuterte 20 Zuhörern, Bietern und Vertretern der Stadtverwaltung das komplizierte Prozedere der Felsenkeller-Versteigerung. Der Verkehrswert der drei Grundstücksteile wurde auf 184.000 Euro festgesetzt.

Viele Gläubiger gehen wohl leer aus

Für die Nord LB versuchte Banker Eric Jabs einen Teil der Schulden einzutreiben. Hans-Jochen Lott und die beiden Mitinvestoren wollten jedoch eine bestimmte finanzielle Grenze für das Felsenkeller-Gelände nicht überschreiten: Man müsse sehen, dass allein für die Entsorgung der kontaminierten Bauruine des Felsenkellers mehr als 100.000 Euro Abbruchkosten veranschlagt worden seien.

Zudem müsse die Erschließung der geplanten Bauplätze vorfinanziert werden. »Wir werden oft gefragt, warum wir alten Männer so ein Projekt noch angehen. Aber wir möchten etwas für unsere Vaterstadt Höxter tun und haben Freude an dem Vorhaben«, sagten Lott (82) und Hecker (77) bei einem Ortstermin am Felsenkeller.

Nicht mit im 10.000 Quadratmeter-Grundstückspaket des Felsenkellers ist das Gelände des früheren Schießstandes des Schützenvereins. Für diese Stelle gibt es Überlegungen der Schießsportler, die in Corvey am Schützenhaus wegen des neuen Bebauungsplanes und des Welterbetitels nicht mögliche 100-Meter-Schießbahn zu bauen.

Das Gelände von 10.000 Quadratmetern kann wegen der Hanglage nur auf gut 5000 Quadratmetern bebaut werden. Wenn die großen Bäume verschwinden, bietet sich zukünftigen Hausherrn eine unverbaute Top-Aussicht zu Corvey und Solling.

Beim zweiten Zwangsversteigerungstermin im Herbst gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgebotsgrenzen mehr, dann könnten Lott und Hecker zum Zuge kommen. Auch die Nord LB als Hauptgläubiger muss mitspielen.

Mehr lesen Sie am Freitag, 14. Juli, im WESTFALEN-BLATT.

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