Neue Vorschriften für Besitzer von Waffen und Munition im Kreis Höxter Änderungen bei der Aufbewahrung

Höxter (WB/hai). Für die Besitzer von Waffen und Munition im Kreis Höxter ergeben sich wichtige Änderungen, die nach Verkündigung im Bundesgesetzblatt jetzt Gültigkeit haben. Davon betroffen ist insbesondere die sachgerechte Aufbewahrung von Schusswaffen.

Wer in Zukunft eine Waffe erwirbt, der muss sie mindestens in einem Sicherheitsbehältnis der Norm DIN/ EN 1143-1 (Widerstandsgrad 0, unter 200 Kilogramm) aufbewahren,
Wer in Zukunft eine Waffe erwirbt, der muss sie mindestens in einem Sicherheitsbehältnis der Norm DIN/ EN 1143-1 (Widerstandsgrad 0, unter 200 Kilogramm) aufbewahren, Foto: dpa

»Zukünftig gelten höhere Sicherheitsstufen für die Aufbewahrung der Waffen und der Munition. Für die bisher genutzten Waffenschränke, die den alten Erfordernissen entsprachen, gilt eine Besitzstandswahrung«, sagte Polizeisprecher Andreas Hellwig.

Anders sei dies nur dann, wenn das Behältnis nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle den Besitzer gewechselt hat. Das bedeutet beispielsweise, dass zukünftig in Erbfällen die Erben sich gegebenenfalls neue Sicherheitsbehältnisse anschaffen müssten.

Schreckschusspistolen

Erlaubnisfreie Waffen und Munition (zum Beispiel Schreckschusspistolen und Luftdruck-Waffen) seien mindestens in einem verschlossenen Behältnis aufzubewahren. Zudem wird es für einen befristeten Zeitraum (bis zum 1.Juli 2018), möglich sein, »straffrei« illegal besessene Waffen aller Art und Munition bei den Waffen- und Polizeibehörden abzugeben.

Unerlaubter Besitz

Das bedeutet, dass Personen, die innerhalb der Frist der zuständigen Waffenbehörde oder einer Polizeidienststelle entsprechende Waffen oder Munition übergeben, nicht wegen unerlaubten Erwerbs, unerlaubten Besitzes, unerlaubten Führens auf dem direkten Weg zur Übergabe an die zuständige Behörde oder Polizeidienststelle oder wegen unerlaubten Verbringens bestraft werden. Anders als bei der letzten Amnestie im Jahr 2009 werde es hingegen nicht möglich sein, illegal besessene Waffen und Munition einem Berechtigten zu überlassen.

Die neuen Vorgaben

Nach Informationen des Bundesministeriums des Inneren gelten durch die Gesetzesnovelle diese Änderungen bei der Aufbewahrung von Schusswaffen: Für Waffenschränke, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung den alten gesetzlichen Anforderungen entsprochen haben, gilt eine Besitzstandswahrung. Sie dürfen also auch weiterhin verwendet werden. Anders ist dies nur dann, wenn das Behältnis nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle den Besitzer gewechselt hat.

Stahlblechbehältnis mit Schwenkriegelschloss

Werden Sicherheitsbehältnisse nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle erworben, gelten zukünftig folgende Bestimmungen: Für erlaubnispflichtige Munition wird jedenfalls ein Stahlblechbehältnis ohne Klassifizierung mit Schwenkriegelschloss oder einer gleichwertigen Verschlussvorrichtung oder ein gleichwertiges Behältnis benötigt.

Widerstandsgrad 0

Eine unbegrenzte Anzahl von Langwaffen und insgesamt bis zu fünf Kurzwaffen und Munition können in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (unter 200 Kilogramm) entspricht.

Sofern dieses Behältnis 200 oder mehr Kilogramm schwer ist, so die Polizei, können darin eine unbegrenzte Anzahl von Langwaffen und bis zu zehn Kurzwaffen und Munition aufbewahrt werden. Schließlich könne eine unbegrenzte Anzahl von Lang- und Kurzwaffen sowie Munition in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entspricht.

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