100 Seiten Diskussionsstoff– Experten stellen Ergebnis am Donnerstag im Rat vor Mit Spannung erwartetes Sportstätten-Konzept ist fertig

Höxter (WB). Das lang erwartete Sportstätten-Konzept für Höxter und seine Ortschaften ist fertig. In der Ratssitzung am Donnerstag, 22. Juni, ab 18.30 Uhr wird das 100-Seiten-Papier als Punkt 2 im historischen Rathaussaal vorgestellt. Es beinhaltet reichlich Diskussionsstoff für tausende Sportler: Werden Sportplätze geschlossen? Was kann man sich in Höxter überhaupt noch leisten?

Von Michael Robrecht
Ein Symbolbild auf dem Sportplatz von Bosseborn: Welcher Verein im Stadtgebiet steht durch die Auswirkungen des Sportstätten-Konzeptes bald im Regen? Für wen sind die Veränderungen eine warme Dusche? Wer jubelt und wer muss kämpfen?
Ein Symbolbild auf dem Sportplatz von Bosseborn: Welcher Verein im Stadtgebiet steht durch die Auswirkungen des Sportstätten-Konzeptes bald im Regen? Für wen sind die Veränderungen eine warme Dusche? Wer jubelt und wer muss kämpfen? Foto: Fotos: Jürgen Drüke

Ergebnisse und Empfehlungen des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) zur kommunalen Sportstättenentwicklungsplanung in Höxter wird Wolfgang Schabert – unterstützt von Stephan Eckl – öffentlich vortragen. Die Zukunftsvision ist das Ergebnis von intensiven Beratungen in diversen Workshops eines 30-köpfigen Arbeitskreises aus Verwaltung und Vereinsvertretern in diesem Frühjahr. »Die Arbeit am Runden Tisch war positiv. Jetzt geht es darum, konkrete Beschlüsse zu fassen und bei der Sportentwicklung weiter zu kommen«, so die Bewertung von Roland Merker (Vorsitzender des Stadtsportverbandes). Seine Erwartung an den Rat nach der Vorlage des Abschlussberichtes sei, einen Fahrplan mit Zeiten zu entwickeln, um allen Vereinssportlern in Höxter und den Ortschaften aufzuzeigen, was mit Blick auf Bevölkerungsrückgang und Finanzen zukünftig noch gehe.

Infos aus erster Hand

Merker ruft alle Sportvereine auf, zur Vorstellung des fertigen Sportstättenkonzeptes am Donnerstag Vertreter in die Ratssitzung zu entsenden, um Informationen aus erster Hand bei dieser Präsentation zu bekommen. Nur den Ratsfraktionen und den Mitgliedern des Arbeitskreises sind die Detailanalysen und Vorschläge bisher bekannt.

Was kosten die Vorschläge?

Stadtsportverbandsvorsitzender Merker hätte sich bei den Workshops und im Konzept mehr konkrete finanzielle Hinweise auf Kosten und Folgekosten gewünscht. Zu vielen Vorschlägen gebe es keine oder vage finanzielle Angaben.

Zu folgenden Punkten sind Lösungen erarbeitet worden: In Sachen Fußballplätze wird an die Einrichtung von Fußball-Zentren gedacht: Zentrum Nord-Ost (Albaxen, Stahle, Lüchtringen), Zentrum West (Brenkhausen, Bosseborn, Lütmarsen, Ovenhausen) und Zentrum Süd (Godelheim, Ottbergen, Bruchhausen). Der Tennenplatz in Lütmarsen und der Platz in Godelheim könnten aufgegeben und die Trainingsplätze Albaxen und Brenkhausen aufgewertet und mit Kunstrasen belegt werden. Bosseborn steht auf dem Prüfstand. Die Vereine müssen sich in Sachen Platzaufgabe aber erst noch untereinander einigen, weil die Vorschläge gravierende Auswirkungen auf das Vereinsleben bedeuten würden. Frühere Plätze sollen zu Freizeitspielfeldern herabgestuft werden. Für die guten Sportstätten Höxter-Kernstadt und Fürstenau-Bödexen besteht laut Konzept kein Veränderungsbedarf, sickerte durch.

Auch für die Leichtathletikanlagen gibt es eine Zukunftsbewertung: Eigentlich würde die Weserkampfbahn Höxter ausreichen, um für die gesamte Leichtathletik der Gesamtstadt genügend Raum anbieten zu können. Naheliegend ist aber auch, dass die Leichtathletikanlagen Lüchtringen im Sollingstadion und in Ovenhausen im Grube-Stadion eigentlich überflüssig wären, jedoch mit Blick auf die Wegstrecken für die Sportler zur Weserkampfbahn Höxter der Erhalt der kleineren Leichtathletikplätze als nachvollziehbar gilt.

Bei den Sporthallen reichen, so das Fazit nach den Workshops, die bestehenden Hallenangebote und Hallengrößen aus. Erstellt werden soll ein Sporthallensanierungskonzept, und eine größere Transparenz bei der Hallenbelegung wird verlangt. Angedacht wurde bei den Beratungen auch der Bau einer einfachen Winter-Fußball-Halle mit Kunstrasen – aber ohne Heizung und Sanitäranlagen – für Kinder- und Jugendmannschaften. Vereine könnten so eine Anlage statt der Stadt betreiben. Die Übergaben von Sporthallen an Vereine soll aber, so hieß es aus der Planungsgruppe, nur eine Ausnahme sein.

»Wir müssen in Höxter neue Wege gehen, das ist unstrittig. Ich bin deshalb gespannt, wie der Rat auf die Vorschläge reagiert«, meinte Roland Merker. Man müsse jetzt deutlich sagen, wo der Sport in Höxter in fünf Jahren stehen wolle. »Und: Wichtig ist uns, dass die Vereine die Entscheidungen mittragen«, erklärte der Stadtsportverbands-Vorsitzende. Aus den Ratsparteien habe er bisher viele ermunternde Signale empfangen. Es verspüre in Höxter eine Aufbruchstimmung durch die Konzepterarbeitung. Der »Pakt für den Sport« zwischen Verwaltung, Politik und Vereinen sei Grundlage, um weiter zu kommen.

Bericht in der WESTFALEN-BLATT-Ausgabe am Mittwoch, 21. Juni

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