Vitusfest in Corvey: Weihbischof Manfred Grothe hält Festpredigt »Ich möchte ein Segen werden«

Höxter (WB). In seinem Glaubensmut und seinem unerschrockenen Bekennertum ist der Heilige Vitus den Menschen auch heute ein Vorbild. Als solches würdigten etwa 500 Gläubige am Sonntag den Schutzparton des Corveyer Landes.

Von Sabine Robrecht
Würdiges Vitusfest in Corvey: Die Prozession zu Ehren des Heiligen Vitus schloss sich an das Festhochamt im Schlossgarten an.
Würdiges Vitusfest in Corvey: Die Prozession zu Ehren des Heiligen Vitus schloss sich an das Festhochamt im Schlossgarten an. Foto: Sabine Robrecht

Gedacht haben die Menschen seiner an jenem Ort, von wo aus seine Verehrung sich in deutschsprachige Länder ausbreitete: in Corvey. Der emeritierte Weihbischof Manfred Grothe aus Paderborn zelebrierte das Festhochamt im Schlosshof und ließ keinen Zweifel daran, dass die Heiligen auch heute nichts an ihrer Bedeutung verloren haben. »Sie haben ihren festen Platz in der Kirche.«

Den Menschen seien sie ein Geländer für den Weg ihres Glaubens. »Auf die Heiligen ist Verlass.« Daher ermutigte der Festprediger die Menschen dazu, sich in Not und Kummer im Gebet an die Heiligen zu wenden. »Auch wenn sie nicht im erhoffen Sinne helfen, so hören sie aber zu.« Es sei schon eine große Hilfe, wenn man sein Herz ausschütten und sich die Sorgen von der Seele reden könne.

Im unerschütterlichen Vertrauen darauf, dass er in Gottes Liebe gehalten ist, ließ Vitus bereits in jungen Jahren zusammen mit anderen Märtyrern und Märtyrerinnen um Christi Willen sein Leben. Er behauptete sich in seinem Glauben gegenüber dem römischen Kaiser und sogar gegenüber dem eigenen Vater.

Kinder und Jugendliche wie Vitus gebe es noch heute, konstatierte der Festprediger. Und er erzählte dazu eine Geschichte: Bei einer Firmreise hat ein Bischof eine Schulkasse besucht und die Schüler nach ihren Berufswünschen gefragt. Von Physiotherapeutin bis Handwerker war alles dabei. Ein Mädchen traute sich bis zuletzt nicht zu antworten. Der Bischof ermutigte die Schülerin, und darauf sagte sie schließlich: »Ich möchte ein Segen werden.«

Kinder machen sich mit Vitus vertraut

Diese berührenden Schlussworte der Predigt klangen in den Menschen nach, als sie sich zur Prozession auf den Weg machten. Abordnungen von Vereinen, der Kirchenchor St. Johannes Baptist Lüchtringen und das Blasorchester Concordia Albaxen verliehen den Feierlichkeiten Würde. Für die Kleinen hatte der Kinderkirchenkreis Höxter einen eigenen Wortgottesdienst vorbereitet. Altersgerecht machten sich die Mädchen und Jungen mit Vitus’ Leben vertraut. Sie bastelten ihm zu Ehren Fähnchen und standen vor dem Welterbe-Westwerk Spalier, als die Gläubigen in die Abteikirche einzogen.

So trugen auch die Jüngsten zu dem bei, was sich Weihbischof Grothe von den Feierlichkeiten erhofft: Das Fest möge die Gläubigen wieder enger um Christus scharen.

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