Polizisten fanden 73-Jährige in Wohnhaus in Höxter-Lüchtringen Psychisch kranker Mann gesteht Tötung seiner Mutter

Höxter (WB).  Ein mutmaßlich psychisch kranker Mann hat im Höxteraner Ortsteil Lüchtringen seine 73 Jahre alte Mutter getötet. Der 41-Jährige ist geständig. Er wurde in eine  psychiatrischen Landesklinik eingeliefert.

Von Bernd Bexte und Michael Robrecht
In diesem Haus in Höxter-Lüchtringen fand die Polizei am Donnerstag die getötete 73-Jährige.
In diesem Haus in Höxter-Lüchtringen fand die Polizei am Donnerstag die getötete 73-Jährige. Foto: Michael Robrecht

Polizeibeamte fanden am Donnerstag die leblose Frau in dem am Ortsrand gelegenen Wohnhaus am Höxteraner Drosselweg. »Dabei handelte es sich um die 73-jährige Bewohnerin«, erklärte der Paderborner Oberstaatsanwalt Ralf Meyer. Sie lebte dort alleine mit ihrem 41 Jahre alten Sohn. Dieser ließ sich widerstandslos festnehmen. Er habe die Tat gestanden.

»Ich habe meine Mutter umgebracht«, soll er nach Informationen dieser Zeitung am Donnerstag gegen 11.30 Uhr vom Balkon aus einer Nachbarin zugerufen haben. Die Nachbarin (70) soll dann die Polizei verständigt haben. Die Staatsanwaltschaft Paderborn beantragte einen Haftbefehl. Der Mann sollte noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. 

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sei bei ihm zumindest von einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen, teilte die Polizei am Freitag mit. Ein Richter des Amtsgerichts Höxter sorgte für die Unterbringung des Tatverdächtigen in einer psychiatrischen Landesklinik.

Wie die Frau ums Leben kam, dazu wollten die Ermittler nichts sagen. Nach Informationen dieser Zeitung wurde sie erstochen. In einer Mitteilung vom Freitag heißt es, die Frau war durh massive Gewalteinwirkung im Kopf- und Halsbereich ums Leben gekommen. In unmittelbarer Nähe des Fundortes seien mögliche tatrelevante Werkzeuge gefunden worden.

Opfer soll am Freitag obduziert werden

Möglicherweise lag die tote Seniorin bereits länger in ihrem Haus. Der genaue Todeszeitpunkt stehe noch nicht fest, sagte Meyer. »Wir wissen nicht, ob die Tat am Mittwoch oder Donnerstag geschah.« Die Spurensicherung war bis zum frühen Abend am Tatort, das Opfer soll an diesem Freitag obduziert werden.

Hintergrund der Tat soll ein Streit zwischen Sohn und Mutter sein. Meyer sprach von einer »Familientragödie«, nannte aber keine weiteren Details. »Wir haben keinerlei Hinweise, dass ein Dritter an der Tat beteiligt ist.« Nach Informationen dieser Zeitung soll der mutmaßliche Täter psychisch krank sein. Oberstaatsanwalt Meyer wollte sich dazu nicht näher äußern. »Wir ermitteln aber auch in diese Richtung.«

73-Jährige gehörte der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) an

Nachbarn berichten, dass die Familie seit etwa 40 Jahren relativ zurückgezogen in Lüchtringen lebt. Sie sei aber dennoch integriert gewesen. Die 73-Jährige gehörte der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) an. Der Vater des mutmaßlichen Täters war vor etwa eineinhalb Jahren gestorben. Drei Geschwister des 41-Jährigen leben an anderen Orten. Der Mann soll unter Betreuung gestanden haben und versucht haben, auch seinen Betreuer über die Tat zu informieren.

Kriminalhauptkommissar Jürgen Kollien ist mit der zwölfköpfigen Mordkommission »Drossel« und zusammen mit Oberstaatsanwalt Meyer mit der Aufklärung der Tat betraut. Beamte der Polizei Höxter unterstützen die Ermittlungen. 

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