Altes Offizierheim und Stabsgebäude werden umfassend saniert - Brandschutz Aus Bundeswehrgebäuden werden Flüchtlingsheime

Höxter (WB). Der Umbau des früheren Stabsgebäudes und des alten Offiziersheims der Bundeswehr in Höxter in Flüchtlingsheime läuft. Die Stadt Höxter verbessert den Brandschutz. Handwerker bringen die Gebäude aus dem Jahr 1936 auf den aktuellen technischen Stand.

Von Michael Robrecht
Georg Beverungen (Sachgebietsleiter Hochbau Stadt Höxter) vor dem alten Offizierheim an der Brenkhäuser Straße. Auch hier laufen die Bauarbeiten.
Georg Beverungen (Sachgebietsleiter Hochbau Stadt Höxter) vor dem alten Offizierheim an der Brenkhäuser Straße. Auch hier laufen die Bauarbeiten. Foto: Michael Robrecht

Das ABC-Abwehrbataillon 7 hatte die beiden Häuser im Baustil der 30er Jahre vor drei Jahren aufgegeben. 2015 wurden wegen der Flüchtlingswelle in den Gebäuden vom

Kreis Höxter im Auftrag des Landes mehrere Monate eine Notunterkunft für 250 Asylbewerber betrieben. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben fand dann keinen Käufer für das Gelände, daraufhin pachtete die Stadt beide Blocks und 17.000 Quadratmeter Grundstück, um dauerhaft Flüchtlinge dort unterzubringen.

Georg Beverungen (Leiter Hochbau Stadt Höxter) berichtete, dass viele Umbauarbeiten seit Wochen relativ unbemerkt innen ausgeführt würden. »Es tut sich viel in den Fluren«, so Beverungen. Die 80 Jahre alten Häuser befänden sich im Rohbau: neue Wände, Türen, Fußböden, Sanitäranlagen, Heizungen und Elektrik beschäftigten die Handwerker. Duschen, Toiletten, Bäder: Das alles müsse für mehrere hunderttausend Euro neu installiert werden.

Im Stabsgebäude waren zuvor überwiegend Büros, die von Standortverwaltung, Verteidigungskreiskommando, Pionier- und ABC-Abwehrbataillon über Jahrzehnte genutzt wurden. Die WC’s werden für Frauen und Männer getrennt angelegt. Auch Teeküchen sind im Bauprogramm vorgesehen. 110 Personen können in der Brenkhäuser Straße 39 untergebracht werden. Sozialverträglich werden die Asylbewerber wohnen, das heißt, das Haus wird nur zu Spitzenzeiten voll belegt werden.

Viele der kleinen Büros müssen mit anderen Räumen verbunden werden: Türdurchbrüche und versetzte Wände sind notwendig. Auch Familienzimmer sind geplant. Ein Musterraum mit Ausstattung wurde bereits aufgestellt.

Georg Beverungen ist froh, nicht unter Zeitdruck umbauen zu müssen. Im Herbst sollen die ersten Hausbewohner einziehen. Bis dahin ist viel Zeit für die Aufstellung der Einrichtungsgegenstände. Die Flüchtlinge für das alte Stabsgebäude wohnen zum Teil schon in Höxter oder werden bis Herbst zugewiesen. Wichtig ist der Stadt, dass sie genug Reservewohnraum für einen denkbaren neuen Flüchtlingszustrom in Kürze in der Hinterhand hat.

Georg Beverungen (Hochbauchef Stadt) mit Kevin Kröger, Walter Berg und Andrej Warketin (Firma Potthast). Foto: Michael Robrecht

Bei der zweiten Baustelle geht es um die Sanierung des großen Offizierheims, zu dem auch der bekannte Festsaal gehört, wo so mancher Neujahrs- und Ministerempfang sowie auch Bälle und Tagungen stattgefunden haben. Dieser schöne Saal wird geteilt, eine Trennwand gezogen. Barrierefreie Zuwegung ist laut Georg Beverungen ein weiteres Thema. Die altem Empfangsräume des Offizierheims werden als Aufenthaltsräume für beide Flüchtlingsheime dienen. Sprachkurse, Treffen und größere Veranstaltungen können hier zentral angeboten werden.

Familien, junge Leute und Sportler – das war schon in den Monaten der Notunterkunft zu beobachten – nutzen auch gerne das große Freigelände und die Wiesen für Freizeitaktivitäten. In den Brandschutz mit Brandmeldeanlage werden in der Anlage fast 400.000 Euro investiert. Die Flüchtlingsheime liegen gegenüber der mit 750 Soldaten belegten General-Weber-Kaserne.

In Höxter sind in diesen Tagen 430 Flüchtlinge untergebracht: 80 Grüne Mühle, 60 Jugendherberge,, 16 Berliner Platz 1 sowie die anderen in den Ortschaften.

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