Wie bei Sotheby’s: Fundsachenversteigerung in Stadthaus-Tiefgarage 80 Fahrräder unterm Hammer

Höxter (WB). 80 Fahrräder, Schmuck in Tüten, Uhren, Bekleidung, Taschen und eine herrenlose Grablaterne: Bei der Fundsachenversteigerung der Stadtverwaltung in Höxter haben die Schnäppchenjäger wieder zugeschlagen.

Von Michael Robrecht
»Leute, schaut Euch dieses tolle Fahrrad an.« Auktionator Horst Dettke treibt den Preis für den Drahtesel aus dem Fundbüro in die Höhe – zur Freude des Stadtkämmerers. 25, 27, 30 Euro – weg ist das Damenrad. 80 Bieter stehen in der Tiefgarage.
»Leute, schaut Euch dieses tolle Fahrrad an.« Auktionator Horst Dettke treibt den Preis für den Drahtesel aus dem Fundbüro in die Höhe – zur Freude des Stadtkämmerers. 25, 27, 30 Euro – weg ist das Damenrad. 80 Bieter stehen in der Tiefgarage. Foto: Michael Robrecht

Ein etwas ramponiertes Fahrrad für fünf Euro, ein Moutainbike für 30 Euro, eine Schmucktüte für drei Euro. Für kleines Geld gingen viele liegengebliebene Fundsachen aus der städtischen Asservatenkammer gestern Nachmittag über den Auktions-Tisch in der Tiefgarage des Stadthauses. Dicht gedrängt standen die Bieter vor dem Auktionator. Die Stadtversteigerung ist immer ein kleines Ereignis.

»Der junge Student da hinten, der braucht dringend ein Fahrrad, das sehe ich«, ruft Versteigerer Horst Dettke vom Ordnungsamt als er ein Fahrrad auf den Tisch hebt. 13 Euro zum Ersten, 14 Euro – Max Borghoff (22) bietet drei Mal mit. Eine blonde Frau schraubt dann aber den Preis nach oben auf 30 Euro. »Komm Junge, Deine Chance«, ruft Dettke. Max steigt aus. »Bin raus«, meint er zu seinem Freund Erik Abraham (23). »Warten wir aufs nächste Rad.«

Die beiden in Göttingen studierenden Höxteraner sind extra aus der Unistadt zur Versteigerung angereist – ein gut erhaltenes Geländefahrrad suchen die Studies. »Aber es war noch nichts Gutes dabei«, wühlen sie sich durch das Angebot auf dem temporären Fahrradparkplatz, dort wo sonst der weiße Bürgermeister-Dienst-BMW steht. Händler Neki (35) gewinnt viele Runden. Nach 30 Minuten gehören ihm schon acht Fahrräder – mangels konkurrierender Mitbieter.

Das Publikum kommt bei »Klein-Sotheby’s unterm Stadthaus« auf seine Kosten. Auktionator Dettke garniert sein »Erstens, Zweitens, Drittens« mit ein paar lockeren Sprüchen. In blauen Überraschungstüten sind Schals und Klamotten zusammengefasst – die gehen weg. Nicht alle Fahrräder finden Käufer: Am Ende holt ein Schrotthändler die stehen geblieben Ware ab. Und auch die Flüchtlingshilfe in Höxter durfte vorab auch einige Räder kaufen.

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