Einigung gescheitert: Skurrile Freibad-Aktion wird jetzt juristisch aufgearbeitet Zaunkletterer sollen vor Gericht

Höxter (WB). Der skurrile Zaunkletterer-Fall von Höxter landet jetzt zur Verhandlung vor dem Amtsgericht. Wie berichtet, hatten die Freibad-Kletterer Siegfried König, Maresa Buch, Claudia Mickler und Hermann Loges geweigert, sich zu entschuldigen und dem Bürgermeister Alexander Fischer gegenüber eine Erklärung abzugeben.

Von Michael Robrecht
Die Höxteraner Zaunkletterer Siegfried König, Maresa Buch, Claudia Mickler und Hermann Loges werden jetzt vor dem Amtsgericht angeklagt, Ulrich Drüke (rechts an der Leiter) aber bisher nicht. Die fünf Höxteraner kletterten am 21. Juni 2016 kurz nach 22 Uhr in der Dämmerung über den Zaun ins Bad.
Die Höxteraner Zaunkletterer Siegfried König, Maresa Buch, Claudia Mickler und Hermann Loges werden jetzt vor dem Amtsgericht angeklagt, Ulrich Drüke (rechts an der Leiter) aber bisher nicht. Die fünf Höxteraner kletterten am 21. Juni 2016 kurz nach 22 Uhr in der Dämmerung über den Zaun ins Bad.

Der wollte dann seine Anzeigen zurückziehen. Dazu kam es aber nicht. »Der Anzeigenerstatter hat den Strafantrag gegen die Beschuldigten nicht zurückgenommen. Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat daher nunmehr gegen vier erwachsene Personen – zwei Männer und zwei Frauen – Anklage wegen Hausfriedensbruchs bei dem Strafrichter in Höxter erhoben«, beantwortete Oberstaatsanwalt Marco Wibbe gestern eine Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Den Höxteranern wird laut Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, am 21. Juni 2016 gegen 22 Uhr widerrechtlich ohne Genehmigung des Hausrechtsinhabers das Gelände des Freibades in Höxter betreten zu haben, indem sie über den vorhandenen Zaun stiegen. Oberstaatsanwalt Wibbe stellte fest: »Hausfriedensbruch kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden.« Der Termin für eine Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

Ungeklärt ist weiter, warum der fünfte Zaunkletterer, Ulrich Drüke, keine Anklageschrift bekommen hat. Es gab auch keine Anzeige und kein Ermittlungsverfahren gegen Drüke, der sich das nicht erklären kann. »Die Fotos beweisen doch, ich war auch im Freibad bei der Aktion dabei«, wundert sich der Höxteraner. Die Staatsanwaltschaft überprüft seit gestern auf WB-Nachfrage die merkwürdige Ungereimtheit, warum es nur vier Anzeigen statt fünf gibt.

Er vermisse auch ein Schiedsmanngespräch – »bevor man vor Gericht geht«, meinte Zaunkletterer Uli Drüke. Die BfH-Ratsherren und ihre Unterstützer stiegen vor gut einem Jahr über den Zaun ins verschlossene Freibad, weil sie »Gefahr im Verzug« sahen. Sie unterstellten der Stadt Höxter in der damals sehr aufgeheizten Bäder-Debatte »Manipulationen an den Leitungen – damit der Gutachter auch Lecks findet«.

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