Nethebrücke Bruchhausen: Bürgerinitiative legt Beschwerde ein Bürgerinitiative: »Entwürfe voller Fehler«

Bruchhausen(WB). Lückenhafte Ortsausschussprotokolle, mutmaßlich fehlerhafte Brückenbauentwürfe sowie Empfehlungen von Gutachtern, die von Straßen NRW nie berücksichtigt worden sind: Die Bürgerinitiative kann die Pannenserie bei den Planungen für Bruchhausens neue Nethebrücke nicht fassen – und wartet weiter auf aufklärende Antworten der Behörde.

Von Isabell Waschkies
Günter Heinemann (links) und Burkhard Schmitz kritisieren die Entwürfe für den Neubau der Nethebrücke.
Günter Heinemann (links) und Burkhard Schmitz kritisieren die Entwürfe für den Neubau der Nethebrücke. Foto: Isabell Waschkies

Die Initiative kämpft seit Wochen für eine Auto-Behelfsbrücke während die Nethebrücke abgerissen und neu gebaut wird (wir berichteten). Derzeit ist nur eine schmale Brücke für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Ihre Kritik an den Planungen bezieht die BI auf Dokumente, die sie bei einer Akteneinsicht bei Straßen NRW in Paderborn gelesen hat.

Zeichnung

»Dass die Brücke um 35 Zentimeter abgesenkt werden soll, ist bereits beschlossen«, schildert Burkhard Schmitz von der BI. »Schlimm ist: Dieser Brückenentwurf ist fehlerhaft«, beklagt Schmitz und blickt dabei auf das von Straßen NRW erstellte Papier.

Die Linie »HQ 100«, die die Konstruktionshöhe einer Brücke bestimmt und die Überschwemmungsgebiete markiert, in denen ein Hochwasserereignis statistisch gesehen einmal in 100 Jahren vorkommt, wurde seinen Angaben zufolge mit Fehlern skizziert. »Sie ist sogar niedriger eingetragen als dies eigentlich hätte sein müssen. Auf den ersten Blick ist das für uns nicht negativ«, sagt Schmitz, der dadurch aber die gesamte Qualität der Brücken-Planungen der Behörde in Frage stellt. Eine Antwort zu seiner Beschwerde habe er bis heute von der Behörde nicht erhalten.

Die Fahrbahn der Nethebrücke liege Schmitz’ Angaben zufolge derzeit 66 Zentimeter über der Linie »HQ 100«, bei dem geplanten Neubau steige dieser Wert auf 2,35 Meter. »Dass die Brücke höher gebaut werden muss, wissen wir. Aber eine Erhöhung von einem Meter reicht vollkommen«, sagt Schmitz, der als ehemaliger Technischer Bauleiter in der Fertighausbranche eigene Skizzen über das 1,7-Millionen-Euro-Projekt erstellt hat.

Gutachter

Als eigentlichen Knackpunkt bezeichnet Schmitz ein von Straßen NRW in Auftrag gegebenes Gutachten von Ende 2013. In dieser Expertise, die auch dieser Zeitung vorliegt, empfiehlt ein Gutachter eine andere Brückenkonstruktion: »mit leichter Trogausbildung«. »Damit könnte man auch den Umweltverbänden entgegenkommen und den Anforderungen an den Hochwasserschutz Rechnung tragen«, heißt es in dem Gutachten, in der der Name des Gutachters offensichtlich durch Straßen NRW anonymisiert wurde. Weiteres zu dieser Alternative sind der BI nicht bekannt. Zur Besprechung dieses Themas hat die BI seitens Straßen NRW erneut eine Einladung nach Paderborn erhalten.

Protokoll

Auch prangern Burkhard Schmitz und Günter Heinemann das Protokoll der Ortsausschusssitzung vom 3. April an, in der Straßen NRW die Brückenpläne vorstellte. »Das Protokoll ist unvollständig, denn zu zahlreichen Punkten fehlen die Gegenargumente der Initiative und der Bürger«, ärgert sich Schmitz, der mit einem Brief an Bürgermeister Alexander Fischer Beschwerde eingelegt hat. Eine Antwort aus dem Stadthaus steht noch aus. »Dieses Protokoll ist umfangreicher, als es üblicherweise der Fall ist«, sagt Sabine Hasenbein, Pressesprecherin der Stadt Höxter. Weil sich die Gegenargumente der BI an diesem Abend an Straßen NRW und nicht an die Stadt richteten, seien sie nicht näher protokolliert worden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.