Straßen NRW zählt an Bruchhäuser Brücke und muss sich korrigieren 2000 statt 500 Autos täglich

Höxter-Bruchhausen (WB). Angeblich sollten es nur 500 Autos sein, die die Nethebrücke bei Bruchhausen (Stadt Höxter) täglich überqueren. Am Dienstag hat der Landesbetrieb Straßen NRW diese Zahl nach oben korrigiert – und zwar um das vierfache auf 2000 Fahrzeuge täglich. Für eine Behelfsbrücke reicht das aber vermutlich immer noch nicht.

Von Isabell Waschkies
Auf Druck der Bürgerinitiative Nethebrücke hat eine erneute Verkehrszählung in Höxter-Bruchhausen stattgefunden.
Auf Druck der Bürgerinitiative Nethebrücke hat eine erneute Verkehrszählung in Höxter-Bruchhausen stattgefunden. Foto: Marius Thöne

Grund für die große Abweichung ist, dass der Landesbetrieb bisher nie direkt an der Brücke gezählt hatte, sondern südlich von Bruchhausen in einem Bereich zwischen Ottbergen und Bosseborn sowie auf Höhe des Drenker Kreuzes. Diese beiden Punkte sind Teil der regelmäßig stattfindenden Verkehrszählungen. Dadurch wurden aber Fahrzeuge, die von Bruchhausen nach Ottbergen beispielsweise zum Einkaufen unterwegs sind, gar nicht mitgezählt.

Zählungen in den Osterferien

Die erneute Zählung, die vom 5. bis 18. April stattgefunden hat, war auf Druck der Bürgerinitiative Nethebrücke zu Stande gekommen. »Und wieder einmal haben sie uns belogen, in dem sie uns falsche Zahlen mitgeteilt haben«, schimpft Burkhard Schmitz, Kopf der Bürgerinitiative. Kritik übt er daran, dass ein Großteil der Zählung in den Osterferien stattgefunden hat. »Darum ist auch deren Ergebnis zweifelhaft«, sagt Schmitz, der davon ausgeht, dass es tatsächlich noch mehr Fahrzeuge sind.

Die Initiative fordert seit Monaten eine Behelfsbrücke für Autofahrer, wenn die marode Nethebrücke abgerissen und während einer anderthalbjährigen Bauphase durch einen 1,7 Millionen Euro teuren Neubau ersetzt wird. Zurzeit ist nur eine Übergangsbrücke für Radfahrer und Fußgänger geplant.

Wert liegt unter dem Durchschnitt

Die neue Verkehrszählung sei nach Angaben von Lars Voigtländer, Abteilungsleiter bei Straßen NRW, wegen der »deutlichen Worte« in einer Bürgerversammlung Anfang April schnell umgesetzt worden. Voigtländer: »Wir wollten keine Zeit mehr verlieren. Natürlich war uns bewusst, dass außerhalb der Ferien mehr Fahrzeuge unterwegs sein können. Daher haben wir einen sinnvollen Durchschnitt gebildet.« Seinen Angaben zufolge gebe es derzeit neue Prüfungen und Abstimmungen innerhalb des Landesbetriebes. Ob diese das Ziel haben, in Bruchhausen nun doch eine große Behelfsbrücke zu bauen, wollte Lars Voigtländer allerdings nicht bestätigen. Fest steht aber, dass der in Bruchhausen gemessene Wert noch immer deutlich unter dem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen auf Landesstraßen von 5477 Fahrzeuge pro Tag liegt.

Erste Erfolge

Der Protest der Bürgerinitiative kann allerdings offenbar an anderer Stelle erste Erfolge verbuchen: Nach Angaben von Burkhard Schmitz habe Straßen NRW bei einem gemeinsamen Gespräch gestern in Paderborn angedeutet, die Nethebrücke doch tiefer zu bauen. Sollte es in diesem Punkt keine Lösung geben, wollen die Bruchhäuser gemeinsam vor Gericht ziehen . Ursprünglich war geplant, das neue Bauwerk anderthalb Meter höher als das bisherige zu errichten.  Das hatte in Bruchhausen massive Proteste hervorgerufen, weil die Bewohner befürchteten, die Brücke werde eine Art Deich und mögliche Hochwässer könnten aus der Ortsdurchfahrt nicht mehr in die Nethe abfließen .

Sollte die neue Brücke jetzt nicht mehr so hoch werden, führe das auch dazu, dass die Brokhusen­straße nicht erhöht werden müsste. Schmitz: »Konkret bestätigen wollten uns das die Behördenvertreter gestern aber noch nicht.« Straßen NRW will am 11. Mai eigenen Angaben zufolge Gespräche mit der Landesregierung über die Nethebrücke führen.

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