Anzeigen und Verwarngelder gegen Autofahrer und Radler 999 Handy-Sünder gefasst

Höxter (WB). Dauer-Problem Handy am Steuer: Ablenkung und Nachlässigkeit im Straßenverkehr können tödlich enden. Darauf weist die Kreispolizeibehörde hin. »Obwohl oft auf die Gefahren beim Benutzen eines Mobiltelefons hingewiesen wird, scheinen dies viele Fahrer als ›Kavaliersdelikt‹ anzusehen«, so die Polizei.

Ein Schwerpunkt 2017 bleibt für die Polizei die Verfolgung von Handy-Sündern. Viele telefonieren beim Autofahren.
Ein Schwerpunkt 2017 bleibt für die Polizei die Verfolgung von Handy-Sündern. Viele telefonieren beim Autofahren.

2016 wurden im Kreis Höxter 942 Anzeigen gegen Fahrer gefertigt und 57 Verwarngelder gegen Radfahrer erhoben, die während der Fahrt ihr Handy nutzten. »Das Lesen einer Nachricht dauert in der Regel fünf Sekunden. Im Stadtverkehr bei Tempo 50 legt ein Fahrer in dieser Zeit etwa 70 Meter zurück, ohne auf den Verkehr zu achten. Dies kann für einen Fußgänger oder Radfahrer tödlich enden, da keine Zeit mehr zum Reagieren bleibt«, erklärt der Polizeisprecher. Kein Anruf und keine Nachricht seien es wert, sich und andere zu gefährden.

Unfallgefahr schon ab 30 Stundenkilometern

Trotz Warntönen in modernen Fahrzeugen legen noch immer nicht alle Fahrzeuginsassen ihren Sicherheitsgurt an. 2016 wurde deswegen bei 1394 Personen ein Verwarngeld erhoben. 48 Fahrzeugführer erhielten eine Anzeige, da sie sich nicht angegurtet hatten. Gegen 32 Fahrer wurden Anzeigen geschrieben, weil sie gegen die Sicherungspflicht für Kinder verstießen. 15 Fahrzeugführer erhielten ein Verwarngeld, da sie mitfahrende Kinder nicht ordnungsgemäß gesichert hatten.

Bereits ab einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern kann es im Falle eines Aufpralls ohne Sicherheitsgurt zu schweren Verletzungen kommen. Hierzu zählen der Aufprall mit dem Kopf auf das Lenkrad oder Armaturenbrett, das Durchschlagen der Windschutzscheibe und der Zusammenstoß mit anderen Fahrzeuginsassen. »Einige Menschen glauben auch, dass sie sich auf den Rücksitzen nicht angurten müssten. Bei einem Verkehrsunfall können sie jedoch unkontrolliert durch das Fahrzeug geschleudert werden und hierbei andere Insassen schwer verletzen«, erläutert der Polizeisprecher. Um Verkehrsteilnehmer auch künftig vor schweren Unfallfolgen zu schützen, will die Polizei auch weiterhin auf das Anlegen des Sicherheitsgurtes und das verbotswidrige Benutzen des Handys achten. Und Bußgelder tun weh: Handy am Steuer eines Autos benutzen kostet 60 Euro, dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Die Handynutzung beim Radfahren wird mit 25 Euro und ohne Punkt geahndet.

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