Felsenkeller-Brand jährt sich am 17. Oktober zum zehnten Mal – Hans-Jochen Lott will Areal ersteigern und Bauplätze schaffen Zwangsversteigerung ist beantragt

Höxter (WB). In Höxter nähert sich ein besonderer Jahrestag: Das Ballhaus »Felsenkeller« ist vor zehn Jahren abgebrannt. Am 17. Oktober 2006 ab 4.04 Uhr zerstörte ein Großfeuer diese Institution mit bundesweiter Bekanntheit.  Die ­Ruine ist bis heute nicht abgetragen worden.

Von Michael Robrecht
Vor zehn Jahren brannte der Felsenkeller ab.
Vor zehn Jahren brannte der Felsenkeller ab. Foto: WB-Archiv

Für Höxters Feuerwehrleute bleibt jene Brandnacht unvergessen, und auch für tausende Bürger, die alle irgendeine Erinnerung an den jahrzehntelangen Stadthallenersatz »Felsenkeller« präsent haben.

So wie der in Bielefeld lebende Höxteraner Hans-Jochen Lott. Der Unternehmer und frühere KWG-Abiturient ärgert sich seit Jahren über den zuwuchernden Trümmerhaufen und möchte endlich seinen Traum verwirklichen, auf dem 9000 Quadartmeter großen Areal, zu dem auch der alte Schießstand gehört, Baugrundstücke auszuweisen. Er will sie auch selbst vermarkten.

Lott hofft, dass es 2017 zur Versteigerung kommt

In die Pläne sei jetzt wieder Bewegung geraten, weil die Nord-LB als einer von sechs Gläubigern der langjährigen Eigentümer Gabi Brenke und Uwe Linsdorf beim Amtsgericht Höxter endlich einen Antrag auf Zwangsversteigerung gestellt habe. Die Schuldensumme sei sechsstellig. »Das man endlich das Problem entknoten will, das kommt mir und zwei Mitinvestoren sehr entgegen. Wir sind alle nicht die Jüngsten«, so Lott zum WESTFALEN-BLATT. Zurzeit werde ein Gutachten über den »Felsenkeller« erarbeitet.

Lott hofft, dass es 2017 zur Versteigerung kommt. Mit der Stadtverwaltung wurde bereits über eine Erschließung gesprochen. Teuer wird laut Lott auch die Abfuhr der Trümmer: Es gebe viel Sondermüll. 80.000 Euro koste die Entsorgung.

Mit Alteigentümer Linsdorf stehe man in Kontakt, sagte Lott, der jetzt die Renovierung des von ihm gekauften und dem »Felsenkeller« benachbarten Hauses Hauptmüller abgeschlossen hat. Er hat sich dort im Kellergeschoss eine Wohnung eingerichtet. Lott und Partner wissen, dass das Projekt Zeit kostet, wollen aber auf jeden Fall weitermachen: »Ich möchte meiner Heimatstadt etwas Gutes tun«, meint Lott, der auch das »Stellwerk« am Corveyer Hafen umgebaut hat.

Das Gelände von 9000 Quadratmetern kann wegen der Hanglage nur auf 5000 Quadratmetern bebaut werden. Wenn die großen Bäume verschwinden, bietet sich möglichen Häuslebauern eine unverbaute Top-Aussicht bis Corvey und zum Solling. Hans-Jochen Lott hat schon erste Bäume roden ­lassen.

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