Weltstar spielt zum letzten Mal vor treuer Zuhörerschaft im Kaisersaal
Corvey-Fan Justus Frantz sagt adé

Höxter/Corvey (WB). Ein großer Corvey-Freund hat sich im Kaisersaal des Barockschlosses erneut die Ehre gegeben: Weltstar Justus Frantz. Sein Konzertprogramm war für alle eine Überraschung.

Dienstag, 13.09.2016, 11:42 Uhr aktualisiert: 13.09.2016, 12:05 Uhr
Viele Jahre ist Weltstar Justus Frantz im Kaisersaal von Schloss Corvey aufgetreten. Die Auftritte wird es ab 2017 nicht mehr geben. Um so mehr freuten sich seine Fans über sein Konzert am Wochenende. Foto: Harald Iding

Alle Jahre wieder Justus Frantz in Schloss Corvey – und wie gewohnt eroberte er sein Publikum mit Charme und lockeren Plaudereien. Das Konzertprogramm im Kaisersaal war für alle eine Überraschung, denn die Anmerkung des Pianisten lautete: »Ich spiele ein Programm, das  ich im Augenblick noch nicht kenne«. Die Inspiration ließ ihn dann so bekannte Ohrschmeichler wie Mozarts »A-Dur Sonate KV 331« und Beethovens »Sonate in Cis- Moll«,  besser bekannt als »Mondscheinsonate«,  spielen. Zwei Werke, die der Pianist immer wieder in seinen Konzerten zu Gehör bringt.  Und damit ist er auf der absolut sicheren Seite, das Publikum liebt die ihm vertrauten Stücke.

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Starpianist Justus Frantz gab auch wegen der Freundschaft mit Kulturkreis-Geschäftsführerin Dr. Claudia Konrad (links) das Konzert. Sie begrüßte ihn im Beisein des Europaabgeordneten Elmar Brok und dessen Ehefrau Renate. Foto: Harald Iding

Mozarts »A-Dur Sonate« verdankt ihre Popularität sowohl ihrem liedhaften Variationensatz wie ihrem bekannten Schlusssatz dem »Türkischen Marsch«.  Justus Frantz versteht es nach wie vor,  die Klangästhetik der genialen Musik Wolfgang Amadeus Mozarts dem poetischen Gefühlsausdruck dienstbar zu machen. Ein klarer Ton,  ein transparentes Klangbild und der Pianist verband Heiterkeit und Ernst, Perlglanz und Harmonieschatten.
Über Ludwig van Beethovens »Cis-Moll Sonate op.27« ist viel geschrieben und gefabelt worden. Manche Forscher sehen sie der  »unsterblichen Geliebten« gewidmet. Andere meinen,  die Sonate sei die Totenklage für einen Freund Beethovens. Neben der sehnsuchtsvollen romantischen Klanglichkeit setzte Justus Frantz auf eine ausladende Dynamik und so bestimmte ein vorwärtsdrängender sich stetig steigernder Impetus den ganzen ersten Satz. Dabei erscheint das Spiel des Pianisten gelöst und unverspannt. Er bedient souverän die unerschöpfliche Palette der Beethovenschen Gestaltungs- und Ausdruckskunst. Ein großes Konstrukt musikalischer Schichten und Ebenen.

Virtuoses Klavierwerk

Aus dem virtuosen Klavierwerk Frederic Chopins hatte Justus Frantz mehrere kleinere Werke ausgewählt. Die Interpretation der Chopin-Werke zeugte vor allem von der Routine eines versierten Pianisten. Erfahrene Spieltechnik und Farbenspektrum, doch oft wünscht man sich mehr Achtung vor Innenstimmen  für Beziehungen zwischen Diskant und Bass.
Ein Hauptwerk der Klavierkompositionen von Johannes Brahms sind die »Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op.24« –  25 Variationen,  in denen der Pianist sich zu stürmischem Pathos steigern kann.

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Märchenhafte Klänge, die Brüder Grimm in der Musik - Justus Frantz hat viele erfolgreiche CD-Aufnahmen veröffentlicht. Foto: Harald Iding

Es war wohl bedingt durch die bevorstehenden Veränderungen (Kreis und Stadt Höxter verlassen zum 31. Dezember 2016 den Kulturkreis und der Herzog von Ratibor übernimmt das Management) das letzte Konzert,  das Justus Frantz in Corvey gegeben hat. Seine treue Zuhörerschaft verabschiedete ihn mit besonders viel Applaus und dankte dem Maestro mit stehenden Ovationen für viele schöne Konzertabende in Corvey.

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