Erste Ergebnisse der Belastungsprüfung: Problem sind die vielen Schwerlaster Weserbrücke verträgt Autos

Höxter (WB). Die Gipsprüfmarken über den Rissen auf der Fahrbahn der Weserbrücke Höxter haben die Belastungstests in den vergangenen beiden Wochen gut überstanden. Es gab keine neuen Schäden. Straßen NRW zieht daraus den ersten Schluss, dass die Brücke Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verkraftet.

Von Michael Robrecht
Ingenieure von Straßen NRW (hier die Dienstagwagen an der Brücke) arbeiten an einer Statiküberprüfung und einem Konzept für die Weserbrücke. Sanieren oder Abriss? Bald soll es Antworten geben.
Ingenieure von Straßen NRW (hier die Dienstagwagen an der Brücke) arbeiten an einer Statiküberprüfung und einem Konzept für die Weserbrücke. Sanieren oder Abriss? Bald soll es Antworten geben. Foto: Michael Robrecht

»Bei uns ging ein Aufatmen durchs Haus, als wir das hörten«, sagte Gerhard Hüllweg, Sprecher von Straßen NRW. Entwarnung bedeute die Entwicklung aber noch lange nicht, denn die Ingenieure wissen, dass Schwerlastwagen die Schäden verursachen – und das würde Folgen haben. Ein Einschnitt könnte sein, dass die Brücke dauerhaft für die Brummis gesperrt bleibt oder wegen ihrer wichtigen Ost-West-Verkehrsfunktion saniert, verstärkt oder abgerissen werden muss. Statiker legen ein Konzept vor.

Die Brücke wird neu vermessen. Statiker haben jetzt das Wort. Foto: M. Robrecht

Wie berichtet, musste die Weserbrücke am 23. Juni für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Das war das Ergebnis eine Bauwerkssonderuntersuchung. Dabei wurden großflächige Schäden an der Fahrbahnplatte festgestellt. Um eine Verschlimmerung auszuschließen und damit weiter die Nutzung der Brücke für Fußgänger, Radfahrer und Autos zu gewährleisten, musste Straßen-NRW die Brücke ohne großen zeitlichen Vorlauf sperren. Die Teilsperrung war der erste Schritt der laufenden Brückenuntersuchung.

Das im Jahr 1955 durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Hameln errichtete Bauwerk ist 136 Meter lang und 13,20 Meter breit. Straßen NRW ermittelt, ob die Brücke die Verkehrsmenge jetzt und in den nächsten Jahren – bei noch mehr schweren Lastzügen – tragen kann. »Die heutigen Lkw-Verkehre, insbesondere die Schwerlastverkehre, waren beim Bau 1954/55 nicht vorhersehbar«, sagte Gerhard Hüllweg. Eine Prognose sehe sogar eine bundesweite Zunahme der Lkw-Verkehrsbelastungen in den nächsten Jahren um bis zu 80 Prozent, so Straßen NRW. Suboptimal sei auch das Vibrieren der 30-Tonner auf der Brücke bei geschlossener Bahnschranke. Statiker sind alarmiert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.