WBK-Neubau: Hochhaus, Altbau und Nebengebäude sollen abgerissen werden Experten prüfen Denkmalwert der Weserberglandklinik

Höxter (WB). Die  Neubaupläne der Asklepios Weserberglandklinik sind in Höxter auf große Zustimmung gestoßen. Wie berichtet, soll die WBK räumlich verkleinert neu errichtet werden. Der Konzern plant, die Altgebäude wie das Hochhaus, die Anbauten und die  Klinik von 1939 abzureißen. Nur das Seniorenhaus bleibt stehen. 25 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt, das im Herbst beginnen soll. Unklar ist die Denkmalwertigkeit des fast 80 Jahre  alten ersten Gebäudes des Ensembles.

Von Michael Robrecht
So sieht die neue Weserberglandklinik aus: Der dreiflügelige Bau soll auf dem heutigen Parkplatz und dem Areal diverser Nebengebäude errichtet werden. Ein ist deutlich niedriger als die Altbauten am Hang hoch über dem Wesertal.
So sieht die neue Weserberglandklinik aus: Der dreiflügelige Bau soll auf dem heutigen Parkplatz und dem Areal diverser Nebengebäude errichtet werden. Ein ist deutlich niedriger als die Altbauten am Hang hoch über dem Wesertal. Foto: Entwurf WBK

Ist der fast 80 Jahre alte gelb gestrichene und stadtbildprägende Kernbau der Weserberglandklinik ein schützenswertes Baudenkmal oder nicht? Die Denkmalexperten beim Landschaftsverband in Münster versuchen eine schnelle Antwort zu geben. Die Konzernleitung hofft, dass Münster »Grünes Licht« für die Abbruchpläne gibt, damit das Gesamt-Klinikensemble zügig neu gestaltet werden kann. Die Abrissgenehmigung gilt als sehr wichtig für die Umsetzung des  Gesamtprojektes.

Auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTS erklärt Hannah Reichelt, Pressesprecherin des LWL Münster, dass ihre Behörde zusammen mit der Stadt Höxter und der Unteren Denkmalbehörde sich mit dem Klinikkomplex auseinandersetze und zurzeit den Denkmalwert untersuche. Dazu sind auch Unterlagen über die Bauzeit und Belegung von 1939 bis 1945 im Stadtarchiv eingesehen worden. Über den Denkmalwert des stadtbildprägenden und auf 220 Meter Höhe sehr lang am Berghang gebauten ehemaligen Lazarettgebäudes, das es so in dieser Form im Weserbergland nicht gibt und das fest zur Stadtansicht von Höxter gehört, gibt es bisher keine Einschätzung.

1937 hatte die Stadt Höxter das Grundstück zur Gründung eines Kurlazarettes zur Verfügung gestellt. Flüchtlinge, Besatzungstruppen und Fremdarbeiter hausten in dem ausgeplünderten Rohbau-Komplex; dann kam 1948 die Bahn, die einen ersten Krankenhausbetrieb aufnahm. Dr. Kurt Gierlich führte das unverputzte, düstere Haus 1949. Ein Kuratorium entstand. Zwei Ärzte und 30 Patienten (heute 2500) gab es bei Krankenhausgründung 1949. Viel Prominenz kam in dieses deutschlandweit führende Reha-Haus: die Fußball-WM-Mannschaft von 1954, viele Bundesminister, Schauspieler und auch ausländische Politiker und Unternehmer.

Weitere Daten: 1952 bis 1956 Bau von Schwesterhaus und Wohnheim, 1966 bis 1969 Klinikanbau Hochhaus und Wirtschaftsgebäude, 1974 Erweiterungsbauten (nun 500 Betten-Klinik). 1981 bis 1985 Bau Gymnastikhalle und weitere Funktionsgebäude, 1997/98 Bau des neuen Bettenhauses (seit 2006 Pflegeheim Weserblick). 2002 übernahm der Konzern Asklepios die WBK, 2015 Aufgabe der Orthopädie; 2016 sind Neurologie und Geriatrie Schwerpunkte.

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