Klinik soll als 180-Betten-Haus neu aufgestellt werden Weserbergland-Klinik wird abgerissen

Höxter (WB). Asklepios plant in Höxter ein 25-Millionen-Euro-Projekt. Der Konzern will  die Weserbergland-Klinik Höxter abreißen und durch einen Neubau  ersetzen. Geplant ist die Errichtung einer modernen Rehabilitationsklinik mit 180 Betten in den Fachrichtungen Neurologie und Geriatrie. Die stadtbildprägenden Altbauten hoch über dem Wesertal  sollen komplett verschwinden.

Von Michael Robrecht
Diese Ansicht wird es so nicht mehr lange geben: Asklepios will Hochhaus, WBK-Altbau von 1939 und die Nebengebäude abreißen. Eine neue Klinik soll nordwestlich der Altbauten entstehen.
Diese Ansicht wird es so nicht mehr lange geben: Asklepios will Hochhaus, WBK-Altbau von 1939 und die Nebengebäude abreißen. Eine neue Klinik soll nordwestlich der Altbauten entstehen. Foto: Michael Robrecht

Das wird die größte Baustelle, die Höxter seit Jahrzehnten gesehen hat. Die Klinikleitung strebt den Beginn der Baumaßnahmen  schon im Herbst  2016 an. In einem ersten Schritt sollen dazu zunächst erste einzelne Gebäudeteile abgerissen werden, um das Baufeld für den anschließenden Neubau zu ebnen. Auch der jetzige Parkplatz wird bebaut.

Anfang 2017 soll dann der Baubeginn für die neue Klinik erfolgen. Asklepios strebt an, den Neubau im Frühjahr 2018 fertigstellen zu können. Anschließend nach dem Umzug sollen – mit Ausnahme des Pflegeheims, welches in den vergangene Jahren generalsaniert wurde – die verbliebenen Gebäudeteile des bisherigen Krankenhauskomplexes abgerissen werden.

Das berichten Asklepios-Konzern-Geschäftsführer Kai Hankeln und WBK-Geschäftsführer Andreas Fischer exklusiv dem WESFALEN-BLATT. Nur das Seniorenhaus „Weserblick“ von 1997 bleibt von den bisherigen Gebäuden stehen.

»Neubau seit Jahren überfällig«

»Der Neubau der Weserbergland-Klinik ist seit Jahren überfällig. Wir hoffen nun, dass die letzten verbliebenen Hürden bald überwunden werden, damit wir bald mit der Umsetzung beginnen können. Wir möchten mit dem Neubau eine bedarfsgerechte Versorgung in den Bereichen Neurologie und Geriatrie sicherstellen und ein Bekenntnis für den Standort Höxter abgeben.«, sagt  Hankeln, Vorsitzender der Asklepios Kliniken GmbH.

Der dreiflügelige Neubau soll sich über drei Etagen mit rund 14.500 Quadratmetern Fläche erstrecken, in denen die 180 Betten untergebracht werden. Der Gebäudekomplex wird an den aktuellen Bedürfnissen ausgerichtete räumliche und technische Strukturen verfügen. Die geplanten Kosten für den Neubau betragen rund 25 Millionen Euro, die komplett von Asklepios aus eigenen Mitteln aufgebracht werden. Andreas Fischer rechnet vor, dass allein der Abriss des Hochhauses von 1969, des ältesten Klinikteils von 1939 und der Anbauten fünf Millionen Euro kosten werden.

Das alte Klinikgebäude, das zum Teil noch aus der Vorkriegszeit stammt, wird laut Klinikleitung den Anforderungen an einen Klinikbetrieb längst nicht mehr gerecht. Die Stationseinheiten seien zu eng gefasst, die technische Infrastruktur veraltet, es gebe keine energetische Dämmung und auch die Ausstattung der Patientenzimmer sei nicht mehr bedarfsgerecht. Zudem sei der bisherige Klinikkomplex gemessen an den Patientenzahlen in seiner Ausdehnung viel zu groß.

Sanierung intensiv geprüft

Kai Hankeln: »Asklepios hat auch die Möglichkeiten einer Sanierung des bisherigen Gebäudekomplexes intensiv geprüft, kam aber zu dem Ergebnis, dass die Sanierungskosten deutlich über denen des nun angestrebten Neubaus gelegen hätten.«

Die Umsetzung des Neubaus steht noch unter Vobehalt der Zustimmung durch die Stiftung Weserbergland-Klinik, die Eigentümerin des Erbpachtgrundstückes ist, sowie des Kreises Höxter.

Die 240 Mitarbeiter wurden am Donnerstagabend von der Konzernspitze in einer Mitarbeiterversammlung in Höxter über die Baupläne informiert. Der Kreistag erfuhr im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am Donnerstagabend von dem Millionenprojekt. Bei der Stadtverwaltung Höxter liegt seit 14 Tagen ein Bauantrag vor. Die Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes in Münster prüfen intensiv, ob der Klinikteil von 1939 denkmalwürdig sein könnte.

Lesen Sie mehr am Freitag, 1. Juli, im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe Höxter.

Kommentare

Fortschritt

Finde ich positiv.

Auf den Dörfern verrottet so manches alte Haus und das ist alles andere als eine Augenweide, da sollte man sich auch mal was einfallen lassen. Wenn es bei so großen Anlagen geht dann geht das auch bei leerstehenden Bruchbuden. Vielleicht Steuern erhöhen für unbewohnte verfallende Häuser.

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