Bäder-Förderverein will Freibad nicht übernehmen Bürger schauen Bad-Gutachter bei der Arbeit zu

Höxter (WB). Der Göttinger Ingenieur Nikodem Buczynski hat am Dienstagmorgen seine einwöchigen Untersuchungen im Freibad Höxter begonnen. Er soll Leckstellen für den bisher nicht erklärbaren Wasserverlust finden. Eine erste Einschätzung des Experten sickerte am Abend durch: Das Becken sei dicht.

Von Michael Robrecht
Der Gutachter hat im Höxteraner Freibad seine Arbeit aufgenommen.
Der Gutachter hat im Höxteraner Freibad seine Arbeit aufgenommen. Foto: Harald Iding

Bleiben die Leitungen der Wasserüberläufe, schon lange als marode bekannt. Am Mittwoch geht die Lecksuche weiter. Interessierte Bürger sind bei den Arbeiten des Unternehmens Locatec (Firmenmotto "Ich sehe was, was du nichts sieht" als Zuschauer laut Stadt jederzeit willkommen. Ein fachlich fundiertes Ergebnis der Untersuchungen wird es erst ganz am Ende der Begutachtung geben.

Der Bäder-Förderverein kann mit dem Ratsbeschluss, ein Ganzjahresbad zu bauen und das Freibad in ein von einem Förderverein zu betreibendes Bürgerbad umzuwandeln, nichts anfangen. Hermann Dücker, Vorsitzender des Fördervereins, sagte, dass der bestehende Verein mit seinen Strukturen diese Aufgabe nicht schultern könne. Solch ein Vorhaben funktioniere nur, wenn ein Betreiberverein völlig neu aufgestellt werde. Der bestehende Förderverein werde beraten, ob er weiter bestehen bleibe, sollte es für das von CDU und SPD geplante Bürgerbad einen neuen Betreiberverein geben.

Hermann Dücker sagte, dass man an einem möglichen Runden Tisch »Bürgerfreibad« teilnehmen werde. Es müsse nur allen klar sein, »dass der jetzige Förderverein sich das Bürgerbad nicht aufs Auge drücken lässt und auch die Federführung nicht übernimmt«. Überlegt wird von der »GroKo« und dem Bürgermeister, Sportvereine, Schulen, Förderverein und Politik für eine konzertierte Aktion für ein Bürgerbad, das zuvor saniert und mit Betriebskostenzuschüssen ausgestattet werden muss, zu gewinnen.

Auch die Zuleitungen und Anschlüsse werden unter die Lupe genommen. Foto: Harald Iding

Hermann Dücker kritisierte, dass die Stadt mit dem bestehenden Förderverein über ein Bürgerbad im Vorfeld des jüngsten Ratsbeschlusses (wir berichteten über ein Ganzjahresbades neben den neuen Flüchtlingshäusern in der Lütmarser Straße) nicht gesprochen habe. Der beschlossene Standort sei ein Fehler. Man werde Bürgermeister AlexanderFischer auch nicht aus seinem vor Wahlen gegebenen Versprechen, das Freibad zu sanieren, entlassen. Auch er habe, wie Berno Schlanstedt von den Grünen im Rat, keine schlüssige Antwort auf die Frage bekommen, was die Stadt zur Abkehr von der immer wieder versprochenen Sanierung abgebracht habe. Das Bürgerbegehren sei über Jahre bewusst ausgesessen worden.

Fördervereins-Vorsitzender Dücker stellte fest, dass der Verein selbst kein zweites Bäder-Bürgerbegehren organisieren werde. Sollte BfH und UWG dies planen, werde man das Projekt aber unterstützen. Für den Förderverein erklärte Hermann Dücker, dass die aggressive Form der Ratsdebatte zu den Bädern am 23. Juni beschämend gewesen sei. Höxter brauche in der Bäderfrage dringend einen Metalitätswechsel.

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