Junge Männer aus dem Kreis sorgen bei EM in Paris international für Aufsehen »Schön, sexy, schrill«

Höxter/Paris (WB). Die EM-Euphorie im Kreis Höxter ist noch etwas verhalten, nicht so bei fünf jungen Männern aus dem Kreis. Sie pendeln derzeit zwischen Höxter und Paris. Alle fünf haben Tickets für die deutschen Vorrunden-Spiele ergattern können – und wenn Deutschland im Finale steht auch dafür.

Von Linda Bögelein
»Schön, sexy, schrill – die Fans der EM«: Unter diesem Titel geht dieses Bild der beiden Höxteraner Steffen Mönnekes (links) und Markus Finger aus dem Stade de France in Saint-Denisum in die Welt.
»Schön, sexy, schrill – die Fans der EM«: Unter diesem Titel geht dieses Bild der beiden Höxteraner Steffen Mönnekes (links) und Markus Finger aus dem Stade de France in Saint-Denisum in die Welt. Foto: imago

Der EM-Blog des WESTFALEN-BLATTES

Verfolgen Sie die EM mit dem Blog des WESTFALEN-BLATTES . Sport-Redakteur Dirk Schuster ist vor Ort und teilt seine Eindrücke.

Diese fünf Freunde in den Dreißigern sind Markus Finger, Steffen Mönnekes, Christoph Altmiks, Manuel Wenzel und Stephan Watermeyer. Freitag sind sie erst aus Paris zurückgekehrt. Und am Dienstag um 4.30 Uhr sind sie schon wieder nach Frankreich gestartet– mit dem Zug. Viereinhalb Stunden dauert die Reise im Thalys von Dortmund in die pulsierende EM-Metropole. Worauf sie auf ihrer Reise nicht verzichten können? »Trikots, Fahne, Kabelbinder«, bringt es Markus Finger auf den Punkt.

Trikots, Fahne, Kabelbinder: Darauf können die Höxteraner EM-Fans bei ihren Trips nicht verzichten. Auch heute werden sie die Flagge im Stadion anbinden. Foto: privat

Bereits im Februar wussten sie, dass sie bei der EM dabei sind. Die Blutspur, die Terroristen am 13. November 2015 während des Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland in Paris hinterließen, verunsicherte sie schon. »Klar, hatten wir anfangs ein mulmiges Gefühl, aber das änderte nichts an unserem Entschluss bei der EM vor Ort zu sein«, betont Markus Finger. Ebenso die jüngsten Ausschreitungen von Hooligans rüttelten nicht an ihrem Plan.

Freunde und Familie seien schon beunruhigt. Manchmal hatten sie den Eindruck, wenn sie mit anderen im Vorfeld darüber sprachen, dass immer ein wenig Skepsis in den Gesprächen mitschwang, »als wenn wir in den Krieg ziehen würden und nicht zur EM nach Paris«, macht Markus Finger deutlich. Aber die meisten wünschten ihnen mittlerweile »einfach nur viel Vergnügen und sagen ›Passt auf Euch auf‹«, sagt Steffen Mönnekes.

Kleinreden möchten sie diese Vorkommnisse nicht. Aber in Paris mangele es wirklich nicht an einem enorm großen Aufgebot von Sicherheitskräften. »Das gibt uns schon ein Gefühl der Sicherheit. Und von Hooligans kann man sich fern halten«, erklären die beiden. Die Grundstimmung vor Ort sei aber super, die Gastfreundschaft der Franzosen bemerkenswert. Die Jungs feierten mit offenen, freundlichen Menschen aller Nationen.

Plötzlich stehen die beiden Höxteraner Markus Finger (von links) und Steffen Mönnekes im Fokus der Kameras. Dabei wollten sie eigentlich nur ihre Deutschland-Höxter-Fahne an der Bande anbringen. Foto: privat

Sowieso sei es ein schönes Erlebnis, die Spiele im Stadion zu gucken. »Aber für uns sind es vor allem die internationalen Begegnung mit fröhlichen Menschen auf den Straßen und in Cafés.« Allein auf der Fanmeile in Paris sei die Stimmung so grandios. »Diese Atmosphäre und Momente will man einfach nur in sich aufsaugen«, sagt Markus Finger. Er freut sich heute besonders auf die nordirischen Fans, die dafür bekannt sind, Party-Stimmung zu verbreiten. »Aber auch die Isländer kommen sehr positiv rüber.«

Mit ihrem Auftritt beim Spiel Deutschland gegen Polen waren Steffen Mönnekes und Markus Finger bereits ein Lieblingsmotiv der Presse-Fotografen im Stadion. Nun geht ihr Bild mit dem Titel »Schön, sexy, schrill – die Fans der EM« um wie Welt.

TV-Interview mit RTL-Reporter Ulrich Klose, der nach dem Spiel der deutschen Elf gegen Polen vor dem Stadion von Markus Finger eine Einschätzung des Spiel möchte. Markus Finger: »Herr Klose, bleiben Sie ruhig. Der Gomez und der Götze werden ihre Buden schon noch machen.« Foto: privat

Dafür gesorgt hat vor allem Markus Finger. Verkleidet als Paul Breitner, zog er die Aufmerksamkeit auf sich. »Eigentlich wollten wir nur runtergehen, um unsere Deutschlandfahne mit Höxter-Schriftzug an der Bande mit den Kabelbindern anzubringen. Erst war es nur ein Fotograf, der uns entdeckte und plötzlich standen wir im Fokus von etwa zehn Kameras«, erinnert sich Markus Finger.

Auch nach dem Spiel kam die Presse vor dem Stadion auf die Jungs zu. RTL-Reporter Ulrich Klose interviewte sie zum Spiel. »Er erwartete von mir eine präzise Spielanalyse und stellte mir Fragen à la ›Was würde Sie als Bundestrainer jetzt tun?‹«, erzählt Markus Finger. Leicht düpiert von diesen kritischen Fragen, konterte er jedoch schnell und gut: »Herr Klose, bleiben Sie ruhig. Der Gomez und der Götze werden ihre Buden schon noch machen.«

Hoffen wir's mal…

Während Sightseeing-Touren halten die Jungs den Kontakt in die Heimat zu ihren Familien (von links): Stephan Watermeyer, Christoph Altmiks, Steffen Mönnekes, Manuel Wenzel und Markus Finger. Foto: privat

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