Beweidungsprojekt am Brunsberg wird vorgezogen – Neuverpachtung des Geländes Büffel neue Nachbarn der Nattern

Höxter (WB). Die Schlingnattern in ihren neuen Quartieren am Brunsberg bekommen schneller neue Nachbarn als geplant. Das Projekt zur Ansiedlung von Wasserbüffeln und Rindern wird um einige Jahre vorgezogen.

Von Michael Robrecht
Natur pur: Wasserbüffel können bald auf den feuchten Wiesen unterhalb des Brunsberges nahe des Taubenborngeländes grasen.
Natur pur: Wasserbüffel können bald auf den feuchten Wiesen unterhalb des Brunsberges nahe des Taubenborngeländes grasen. Foto: dpa

Heute werden in der Godelheimer Schule die bisherigen Pächter der Felder und Weiden über die Pläne durch Dr. Burkhard Beinlich (Bioplan) informiert. Beinlich will den feuchten Bereich des Areals zwischen Bahndamm und Brunsberg »zielführend neu verpachten« und nicht warten bis die neue B64 fertig gebaut ist.

»Ich möchte, dass sich der Erhaltungszustand der Natur dort nicht verschlechtert«, meint der Experte. Übersetzt heißt das, dass Straßen NRW die dem Land und der Stadt gehörenden Flächen in Kürze ausschreibt und neue Pächter zum Zuge kommen, die am Beweidungsprojekt aktiv mitarbeiten. Es gebe einige Interessenten, sagt Beinlich. Gerade die Wasserbüffel-Ansiedlung ist ihm wichtig. Neu-Pächter bekommen Auflagen für die Koppeln: kein Kunstdünger, feste Mähzeiten.

Bei der Projektbesprechung ist auch der Drachenfliegerclub eingeladen. Die seit Jahrzehnten am Fuße des Brunsberges gelegene Landewiese muss langfristig verlegt werden. Einige Feldwege in dem Gelände sollen weiter öffentlich nutzbar sein. Befürchtungen von Bürgern, im Bereich Taubenborn-Grundlose entstehe ein »Mini-Nationalpark« weist Dr. Beinlich zurück.

Die Rinder und Büffel sollten auf vier mehrere Hektar großen eingezäunten Koppeln angesiedelt werden, die durch Wege getrennt seien. Die Koppeln an der geplanten neuen B64-Trasse würden durch Elektrozäune gesichert; erst später feste Zäune gebaut.

Im Trockenbereich mit den neuen Steinhügeln für die Schlingnattern werden Schafe und Ziegen laut Dr. Beinlich angesiedelt. Beinlich rechnet damit, die ersten Schlingnattern noch dieses Jahr dortnachweisen zu können.

"

»Die Drachenflieger müssen am Brunsberg gehalten werden, damit sie nicht aus Höxter abwandern.«

Günter Babik (BI-Vorsitzender B64/83)

"

Die Bürgerinitiative »Pro B64/83« befürchtet auf Dauer ein großes eingezäuntes Gebiet, wo sich nicht viele Menschen mehr frei bewegen dürften. Die Drachenflieger müssten am Brunsberg gehalten werden, damit sie nicht abwanderten. Vorsitzender Günter Babik ist skeptisch, was ein weiteres sensibles Naturgebiet direkt an der B64-Baustelle angeht. Rinder und Büffel kämen dort zu früh.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.