Stadt legt Konzept vor - Schulen werden belegt Container und Neubau für fast 300 Flüchtlinge

Höxter (WB). Die Stadt Höxter will eine neue Gemeinschaftsunterkunft für 200 Asylbewerber an der Lütmarser Straße bauen. An der Grünen Mühle sollen 80 Flüchtlinge in einer Containeranlage untergebracht werden.

Von Michael Robrecht
Die für Höxter bestimmten Container stehen noch am alten Jahnstadion in Regensburg.
Die für Höxter bestimmten Container stehen noch am alten Jahnstadion in Regensburg. Foto: Pro Contain

Für die weitere Unterbringung und Betreuung der zugewiesenen Asylbewerber soll der Rat laut Verwaltungsvorlage in seiner Sitzung am 17. September folgendes Konzept beschließen: Am bisherigen Standort in der Lütmarser Straße wird für die Unterbringung von Asylbewerbern die Errichtung einer neuen Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 200 Personen geplant und schnellst möglichst errichtet. Das alte Kasernengebäude kann nicht mehr saniert werden.

Aufgrund des anhaltenden großen Zustroms an Flüchtlingen wird mindestens eine weitere zentrale Gemeinschaftsunterkunft in der Kernstadt geschaffen werden müssen. Bis zur Sitzung des Rates wird die Standortfrage für eine solche weitere zentrale Asylunterkunft geprüft und in der Sitzung vorgestellt.

Bis zur Fertigstellung der zentralen Asylunterkünfte und bei einem anhaltenden Flüchtlingsstrom auch darüber hinaus werden die ehemaligen Schulgebäude in Lütmarsen, Ovenhausen und Stahle für eine Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. Hierzu werden die entsprechenden vollumfänglichen Nutzungsänderungsanträge und Baugenehmigungsanträge für diese Gebäude gestellt. Diese Gebäude werden den tatsächlichen Erfordernissen Rechnung tragend für die entsprechende Nutzung hergerichtet und im notwendigen Umfang zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. Eine solche notwendige Nutzung kann erforderlichenfalls eine Belegung mit bis zu 65 Asylbewerbern in Ovenhausen, 141 Asylbewerber in Lütmarsen und 280 Asylbewerber in Stahle zur Folge haben.

Darüber hinaus wird weiterhin eine dezentrale Unterbringung in angemieteten Wohnungen verfolgt, um einen möglichst hohen Integrationsgrad zu erreichen.

Nach Prüfung und Feststellung durch die Verwaltung werden erforderlichenfalls zusätzliche Personalstellen (Hausmeister, Sozialarbeiter, Verwaltungspersonal) für eine Betreuung eingerichtet, ausgeschrieben und besetzt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Berens lobt, dass sich in Sachen Flüchtlingsunterkunft in Höxters Kernstadt endlich etwas tue. Auf Vermittlung von CDU-Ratsherr Oliver Loges könnten kurzfristig Container erworben werden, die Platz für 80 neue Flüchtlinge böten und die bis zum 1. Januar aufnahmefähig seien. Berens lobt das schnelle und unkomplizierte Vorgehen aller Beteiligten aus Verwaltung und Politik, »die es ermöglicht haben, diese Chance zu nutzen, um gerade auch in der Kernstadt Wohnraum zu schaffen und die Ortschaften zu entlasten«. Doch das könne nur ein erster Schritt sein! Berens fordert weitere Lösungen. Die Container, die aus dem alten Jahnstadion in Regensburg stammen und noch nach Höxter transportiert werden müssen, sollen an der Grünen Mühle aufgebaut werden.

In der Stadt Höxter beziehen zum Stichtag 4. September 306 Menschen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das entspricht einer Steigerung von 140% zum Vorjahr, die Tendenz ist weiter steigend. Davon sind 287 in den unterschiedlichen Unterkünften der Stadt untergebracht.

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