Bürgerversammlung in Lütmarsen – Verärgerung in Ovenhausen Asylbewerber werden in Schulen einquartiert

Höxter (WB). Der Stadt Höxter gehen die Quartiere für Flüchtlinge aus. Deshalb wird jetzt die Ende Juni aufgegebene Förderschule Lütmarsen kurzfristig belegt. Auch in der leeren Ovenhausener Schule sollen Asylbewerber einziehen, was den Ort überrascht und stark verärgert hat.

Von Michael Robrecht
Die ehemalige Förderschule in Lütmarsen bietet viel Platz für Asylbewerber. Die Räume und Sanitäranlagen sind voll funktionsfähig. Hier könnten auch weitaus mehr als die 15 bisher von der Stadt genannten Flüchtlinge untergebracht werden. Zur Schulbelegung gibt es heute Abend live Infos vom Bürgermeister.
Die ehemalige Förderschule in Lütmarsen bietet viel Platz für Asylbewerber. Die Räume und Sanitäranlagen sind voll funktionsfähig. Hier könnten auch weitaus mehr als die 15 bisher von der Stadt genannten Flüchtlinge untergebracht werden. Zur Schulbelegung gibt es heute Abend live Infos vom Bürgermeister. Foto: Michael Robrecht

Höxters Bürgermeister Alexander Fischer sagte, dass für die Nutzung  von Ovenhausen erst ein Ratsbeschluss, die Schule zum Verkauf anzubieten, rückgängig gemacht werden müsse. Dann könnten Flüchtlinge einziehen. In Lütmarsen seien die ersten fünf Asylbewerber in das funktionstüchtige Schulgebäude schon eingezogen. 15 Personen sollten es ingesamt werden, so Fischer.  In Lütmarsen werden an diesem Donnerstag, 20. August, um 19 Uhr die Bürger im Pfarrheim Wiesengrund über die Pläne der Stadt  informiert. Das Flüchtlingsthema bewegt die Einwohner sehr. Der Bürgermeister will vor Ort auf Fragen antworten.

Bürgermeister Fischer hat weiter keine Klarheit über den angestrebten Kauf des früheren Stabsgebäudes des ABC-Abwehrbataillons 7 an der Brenkhäuser Straße. 113 Flüchtlinge passten in das Gebäude.  Wie mehrfach berichtet, muss die BIMA (Bundesimmobilien) den konkreten Kaufpreis noch nennen; und immer noch nicht gebe es  Aussagen zu denkbaren Fördergeldern. Zudem ist offen, ob die BIMA das Stabsgebäude (früher STOV) und das  Offizierheim nur als Kombi-Paket abgebe oder man die große Liegenschaft  teilen könne.

Bürgermeister Fischer stellt zudem mit Blick auf die angekündigten weiteren Asylbewerber-Zuweisungen fest, dass man  in Höxter ein großes zentrales Flüchtlingsheim zukünftig dringend brauche. Das Studentenwohnheim Louis-Flotho-Straße bleibe eine Option. Auch ein Neubau auf einem städtischem Grundstück werde jetzt in Betracht gezogen. Die Schule in Stahle ist für Alexander Fischer keine Option zur Flüchtlingsunterbringung, weil in Stahle schon 65 Personen wohnen würden. In Höxter leben zurzeit 110 Flüchtlinge, in Lüchtringen 39, in Fürstenau 29, in Godelheim sechs, in Lütmarsen elf  plus  fünf  in der Schule. Das dezentrale Wohnen hat sich aus Fischers Sicht in Höxter und den Orten bewährt. Die Belegung von Schulturnhallen, Containern oder Zelten seien in Höxter bislang kein Thema. Die Stadt rechnet bis zum Jahresende mit bis zu 350 Asylbewerbern, die untergebracht werden müssen.

Nach aktuellen Aussagen der Bezirksregierung Arnsberg können die 131 Flüchtlinge, die ab 1. Oktober in der Jugendherberge untergebracht werden sollen, auf Höxters Gesamtzahl der Asylbewerber doch angerechnet werden. Diese neue Nachricht teilte jetzt die Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Verärgerung in Ovenhausen über Belegungspläne für die Schule

Parteiübergreifend kritisieren die Mitglieder im Ortsausschuss Ovenhausen die Vorgehensweis des Bürgermeisters Alexander Fischer (SPD) bei der Unterbringung von Asylbewerbern. Konkret geht es um die  mögliche Belegung der ehemaligen Grundschule in Ovenhausen. »Ohne die vor Ort politisch Verantwortlichen zu informieren und somit in den Prozess mit einzubeziehen, lässt der Bürgermeister über die Presse verlauten, in absehbarer Zeit, die Schule  zu nutzen. Es wird damit  die Chance vergeben, durch Information und Überzeugungsarbeit vor Ort, die Bürger einzubinden und zur Mithilfe zu bewegen«, kritisiert Günther Ludwig (CDU) als Sprecher des Ausschusses.

Es sei richtig, dass der Ältestenrat dem Bürgermeister parteiübergreifend Unterstützung zugesagt habe. »Er hat allerdings dabei vergessen zu erwähnen, dass er auch parteiübergreifend Schelte für die Konzeptlosigkeit und Untätigkeit seiner Verwaltung bei der Bewältigung des Problems der Unterbringung von Asylbewerbern bezogen hat.  Aus Fehlern hat der Bürgermeister offensichtlich nicht gelernt. Wie anders lässt es sich erklären, dass wir in Ovenhausen aus der Zeitung von den anscheinend fertigen Plänen erfahren«, heißt es in der Presseerklärung.

Es handele sich um ein  gesamtgesellschaftliches Problem. »Wir sind  bereit zu helfen. Aber: Nur vorausschauendes Handeln ist weises Handeln.  Aktionismus führt zu Streit und Unzufriedenheit, beides können wir im Moment nicht gebrauchen«, stellt Ludwig fest.

Eine Bürgerversammlung ist in Ovenhausen erst nach der Ratssitzung am 17. September vorgesehen.

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